Eins sei vorweg gesagt: Wenn man die CD zum ersten Mal in den Spieler einlegt, dann wird nicht sonderlich viel hängen bleiben. Jedoch stellt das nichts negatives da, sondern vielleicht ist es gerade das, was eine solche Band von der Musik unterscheidet, mit der der Markt überschwemmt wird: Musik, die mit einfachsten Melodien möglichst schnell im Ohr hängen bleiben soll. "Quartet" ist, sagen wir es so, für etwas fortgeschrittene Hörer, die sich die Mühe machen wollen, Musik wirklich zu hören. Wer diese CD einlegt, um sie im Hintergrund während der Arbeit dudeln zu lassen, wird sie wahrscheinlich sehr bald zu unrecht als langweilig abstempeln.
Das Intro kommt, wie vieles auf der CD fast wie verträumt daher. Der darauffolgende Titel "When we were free" bildet, meiner Meinung nach, den Höhepunkt des Albums. Moderner Jazz vom feinsten, mit wunderschönen Harmonien und einer Gitarrenmelodie, die sowohl durch ihre Linie als auch ihren Sound jeden Gitarristen sofort zur Gitarre greifen lässt.
"Montevideo" erschreckt zuerst mit merkwürdigen Sounds, die wahrlich nichts anderes als Geklimper sind, wird dann jedoch zu einem erstaunlich mitreißenden, stark lateinamerikanisch angehauchten, Song.
"Take me there" ist der schnellste Song des Albums und verbindet Virtuose Gitarrenlinien mit mitreißenden Melodien.
Unglaublich ruhig, fast frei im Tempo, kommt "Seven days" daher. Diesmal zeigt Pat, dass er es auch versteht, ganz langsame Melodien mit viel Ausdruck zu spielen (was ich nicht anders erwartet hätte).
Bei "Oceania" ist es im Grunde genommen der Bass, der der Song trägt und zumindest zu Beginn die interessanteste Melodie spielt. Unterstützt wird er dabei vom Klavier und ein paar Beckenklängen. Richtig interessant wird der Song, wenn das Gitarren Synth Solo unerwartet einsetzt.
"Dismantling utopia" ist der nächste Song, der etwas verstörend, diesmal mit einer Gitarren Ostinato Figur. Erstaunlich ist, das alle Instrumente verstimmt sind. Diese verrückte Tour zieht sich während des Songs durch mehrere Parts.
"Double Blind" und "Second thought" sind relativ ruhige Songs, die jedoch genau die Ohren des Hörers verlangen, da man sich schnell verloren fühlt in den verrückten Harmonien. Jedoch muss man bemerken, dass jede noch so starke Disharmonie gekonnt aufgelöst wird.
"Mojave" ist im Grunde eine interessanten Bass Solo, das jedoch leider von einem dauernden, maschinenartigen Sound untermalt wird.
"Badland" klingt nach einer Mischung aus Jazz und indischer Zeremonialmusik.
"Language of time" ist ein weiteres Highlight und überrascht mit groovigen Bassriffs und interessanten Synth Solos.
"Sometimes i see" und "As i am" sind, wie viele Songs auf dem Album ruhige Songs, die aber bei genauem Hinhören keinesfalls vor sich hinplätschern, sondern interessante Melodien und Harmoniewendungen aufweisen.
Der Sound der CD ist, wie man es heutzutage erwartet, glasklar und druckvoll. Für Leute, die Jazz mögen und nichts dagegen haben, mal genau hinzuhören, ist diese CD definitiv empfehlenswert.