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Schlagzeilen machte Quantum Of Solace schon vor seinem Kinostart am 6.11.2008. Als Interpretin des ursprünglichen Titelstücks, einer stimmungsvollen, von Mark Ronson komponierten Soulballade im Dusty-Springfield-Stil, war Amy Winehouse vorgesehen. Sie verschwand aber im Drogensumpf und war für Aufnahmen unpässlich. Deshalb wurde auf die Schnelle ein Duett der Nu-Soul-Königin Alicia Keys mit dem Garagen-Rocker Jack White (White Stripes) realisiert – für viele Fans der Serie „der schlechteste Bond-Song aller Zeiten“!
Die Misere, in welcher das jeweilige Titellied bei einem neuen 007 seit Langem steckt, wird im Vergleich mit Stücken auf der sehr empfehlenswerten Compilation The Best Of Bond deutlich. Welche großartige Melodien sind dort geboten, deren Stil und Flair einst John Barry begründet hat! Von Goldfinger (Shirley Bassey) über License To Kill (Gladys Knight) bis For Your Eyes Only (Sheena Easton) oder Live And Let Die (Paul McCartney) – allesamt höchst individuelle und doch typische Songs, welche Evergreens wurden und den Zuhörer sofort an das dazugehörige Abenteuer des britischen Geheimagenten denken lassen. 1985 aber änderte sich das grundlegend. Seit Duran Duran mit A View To A Kill Platz 1 der US-Singles-Bestsellerliste eroberten, zählt bei dem Bond-Titelsong primär nur Eines: Kasse statt Klasse! Das maßgebliche Kommerz-Kriterium scheint zu sein: Lieber durch gerade modernes Chartsfutter mit schnellem Verfallsdatum kalkulierbaren, kurzfristigen Erfolg anzupeilen, anstatt zeitlose Qualität zu bieten! Das gilt für Garbages The World Is Not Enough ebenso wie für Die Another Day von Madonna oder das hardrockige „You Know My Name“ (Chris Cornell). Die Keys-/White-Kooperation Another Way To Die passt nahtlos in diese Reihe und es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten, um zu behaupten: Es wird so schnell vergessen sein wie die Beiträge von Cornell & Co..
Wie steht es dagegen mit dem Score in Bonds 46.Dienstjahr? Der stammt zum fünften Mal in Folge von David Arnold. Für die Fortsetzung von Casino Royale (2006) ließ sich der englische Komponist (Godzilla, Independence Day) durch das Lesen des Drehbuchs inspirieren. Regisseur Marc Forster (Monster’s Ball) fügte die Instrumentals dann an den entsprechenden Stellen der 230-Millionen-Dollar-Produktion ein. Es ist eine primär orchestrale Filmmusik mit pointierten elektronischen Akzenten sowie selektivem Einsatz von Flöte und Akustik-Gitarre. Natürlich dürfen die diversen, für diesen Thriller obligatorischen Actionmomente nicht fehlen. Fazit für den Score: Solide, aber unspektakulär!
Nach gut einer Stunde geht es dem Hörer des Soundtracks so wie James Bond in dem 100 Minuten kurzen, rohen Reißer: Er ist sich im Unklaren, was er davon halten soll. Thomas Hammerl
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