"Quantum" ist eindeutig ein Science-Fiction-Roman, der sich von der großen Masse der auf dem Markt erhältlichen Geschichten deutlich abhebt. Seine Welt hat Hannu Rajaniemi wohl durchdacht. Sie gab es schon bevor die Ereignisse einsetzen, besitzt eine Vergangenheit, die Auswirkungen hat, und eine Zukunft, die noch in den Sternen steht. Was die Technik anbelangt, sind hier Dinge möglich, die man sich vorstellen aber keineswegs nachvollziehen kann. Und in dieses Universum wird der Leser komplett unvorbereitet gestoßen, wird mit Begrifflichkeiten konfrontiert, die er nicht kennt, es werden Umstände angesprochen, von denen er nichts weiß, und er lernt, gemeinsam mit dem Meisterdieb, die Spielregeln des Mars kennen.
Wer auf leichte Lektüre oder eine verschrobene Diebesgeschichte hofft, die lediglich ein paar Jahrhunderte in der Zukunft spielt, wird enttäuscht sein. Diese Geschichte stellt Ansprüche an ihre Leser und stößt damit die Masse derjenigen, die kurzweilige Unterhaltung wünschen, vor den Kopf. Wer jedoch gewillt ist, sich von dem Buch gefangen zu nehmen und tief in die Geschichte eintaucht, profitiert von dieser bis ins kleinste Detail erschaffenen und durchdachten Welt. Es ist eine Abenteuergeschichte, eine Diebeserzählung, ein Roman über Politik, Pläne und die Möglichkeit, dass alles ganz anders enden kann. Es fällt schwer, einzelne Elemente zu fassen, da die zahlreichen Ereignisse fest miteinander verwoben sind und nur einige wenige daraus zu Ende erzählt werden.
Es ist ein mutiger Schritt des Autors, ohne Erklärung, Glossar oder ähnliches seine Welt zu präsentieren, doch dadurch erhält er die Möglichkeit, seine Geschichte ganz nach eigenen Regeln zu erzählen. Hier spürt der Leser wirklich einmal den Hauch einer neuen, weit entfernten, sehr zukünftigen Geschichte, die so vielleicht irgendwann möglich ist oder auch nicht. Ein Roman mit Anspruch an den Leser, doch es lohnt sich.