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Quanten sind anders: Die verborgene Einheit der Welt
 
 
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Quanten sind anders: Die verborgene Einheit der Welt [Taschenbuch]

Thomas Görnitz
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 318 Seiten
  • Verlag: Spektrum Akademischer Verlag; Auflage: 1.Aufl. 2006 (22. März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827417678
  • ISBN-13: 978-3827417671
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 138.931 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Thomas Görnitz
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer sich ein wenig für Physik interessiert, kennt die eigenartige Seite der Quantenmechanik, die auch seriöse Physiker seit langem umtreibt: die für den gesunden Menschenverstand unerhörte Tatsache, dass beobachtete Teilchen sich erst im Augenblick der Messung entscheiden sollen, "was" oder "wie" sie sind. Es mehren sich Stimmen, die sagen: Wir haben da irgendwas nicht verstanden, die Quantenhypothese ist unvollständig. Insofern war ein Buch, das diese quälende Quantenambivalenz erklärt, tatsächlich überfällig.

Genau dieses Buch wollte Görnitz, der in Frankfurt Didaktik der Physik lehrt, schreiben. Eine große Aufgabe, und zunächst scheint sie ihm zu gelingen: Görnitz erklärt, dass die seltsame Quantenmechanik gar nicht mehr so fremdartig ist, wenn man sie nur von einer anderen Warte aus beschreibt. Er zeigt, dass Begriffe wie Unbestimmtheit (Beispiele: 3-Körper-Problem, Chaostheorie) durchaus auch in der klassischen Physik zum Kanon gehören und Quantenobjekte keineswegs nur deshalb "nichtklassisch" sind, weil sie so klein sind. Es gelingt ihm in vielen Farben zu schildern, dass wir alle mit der eigenartigen "Quantenlogik" täglich umgehen, ohne uns darüber zu wundern. Ein sehr lesenswerter Essay zum Thema "Sprache und Erkenntnis" zeigt die Richtung: Görnitz will den Menschen wieder in den Mittelpunkt der Physik rücken -- mit sehr tiefsinnigen Betrachtungen aus dem Reich der Erkenntnistheorie und der Anthropologie. Görnitz begreift die Quantenmechanik als Befreiung vom Joch der starren klassischen Physik. Die Quantenwelt sei ihrem Wesen nach "holistisch" -- jede Variable hängt mit allen anderen zusammen --, erst die Messung lässt die holistische Gesamtheit kollabieren, wodurch das Faktum gewordene Meßergebnis der klassischen Logik des Messenden zugänglich wird. Insofern bedingten klassische und Quantenphysik einander sogar. Neue, erfrischende Gedanken, die Görnitz' Buch überaus lesenswert machen.

Leider bereitet das Buch auch Bauchschmerzen -- dort, wo es um das Verhältnis Quantenwelt/Bewusstsein geht. Sicher ist es verlockend, Materie, Energie und Information -- und damit letztlich auch den Geist -- über ein quantenmechanisches Räderwerk "ganzheitlich" verknüpfen zu wollen. Leider weist Görnitz' Argumentation -- wie die von Roger Penrose -- Schwächen auf: Görnitz behauptet etwa, dass für unsere Gedanken im wesentlichen physikalische Prozesse verantwortlich seien -- die dann zum Einfallstor nebulöser Quanteneffekte würden, die unser Bewusstsein ausmachen. Da spricht der Physiker. Leider (!) hat hier bis zum Beweis des Gegenteils immer noch -- mit Erfolg -- die schnöde Chemie ihre Hand im Spiel. Und dass "alles mit allem zusammenhängt" -- das ist trendy, aber leider auch trivial. Und Quanteneffekte im Hirn: Nette Idee, aber eben nach wie vor eine hoch spekulative.

So sympathisch Görnitz' Ansatz ist -- mich konnte er leider nicht ganz überzeugen. Und ich hatte mir gewünscht, überzeugt zu werden. Carl Friedrich von Weizsäcker, auf dessen Thesen sich Görnitz über weite Strecken beruft, schreibt in seinem Vorwort, dass man dieses Buch ohne spezifische Kenntnisse der mathematischen Physik lesen kann. Das stimmt schon, aber leider schafft es der Autor bei allem Bemühen um Klarheit, seine Leser auf seinen durchaus erleuchteten, aber verschlungenen erkenntnistheoretischen Pfaden gelegentlich weit hinter sich zu lassen. Ich wünsche seinem Buch daher trotz allem viele Leser -- denn irgendetwas ist dran an dem Quanten-Geist-Problem. Ein wichtiger Diskussionsbeitrag ist das Buch allemal.--Stefan Albus -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

(...) Eine faszinierende Lektüre über eine Revolution der Natur- und Weltbetrachtung, die von der Quantentheorie ausgeht.(...) Ein Buch, in dem man einen Schlüssel zum Verstehen der Quantenwelt findet, die von den Quarks bis zum Kosmos alles umfasst. Beurteilung: sehr empfehlenswert. Technische Rundschau, 4.05.2007 Thomas Görnitz analysiert in diesem Buch einen noch unvollendeten grundsätzlichen Wandel in der Selbsinterpretation der modernen Naturwissenschaft. Dieser Wandel wurde in den ersten drei Jahrzehnten des ... 20.Jahrhunderts ... notwendig; er ist Folge des Eintretens der "Quantentheorie" in die Grundlagen der Physik. ... die Debatte um den begrifflichen Sinn der Quantentheorie ist noch nicht vollendet. Das Buch von Görnitz ist ein großer Ansatz zu dieser heute fälligen Interpretation. Carl Friedrich von Weizsäcker Ein heroischer und weitestgehend gelungener Versuch, die Gesetzmäßigkeiten einer Welt erfahrbar zu machen, deren Existenz durch mathematisch begründete Folgerungen und physikalische Experimente belegt ist, die sich aber unserer Primärerfahrung entzieht und damit der Anschaulichkeit entbehrt. Ich habe auf dieses Buch gewartet. Professor Dr. Wolf Singer, Frankfurt Das Buch ist spannend und fesselnd geschrieben und dies ist für naturwissenschaftlich orientierte Bücher leider nicht immer so gut gelungen wie im vorliegenden Fall - Prädikat sehr empfehlenswert. Sirius Wenn Sie bislang dachten, die Welt der Quanten sei schlichtweg unverständlich, dann lesen Sie doch einmal dieses Buch eines Professors für Didaktik. Er verspricht im Prolog: "Quantentheorie ist verstehbar". Und für die meisten hat er damit wohl auch recht. Die Welt Der besondere Wert dieses Buches liegt sicherlich darin, daß es Görnitz gelungen ist, im populären Buchsektor eine andersartige Sicht auf die Quantentheorie und ihre weit reichenden Implikationen für unser Weltbild vorzulegen. Universitas

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nur für Physikstudenten ! 10. August 2006
Von Martin M.
Format:Taschenbuch
Mit Sicherheit ein tolles Buch, aber leider für den Laien absolut unverständlich, trocken und langatmig. Ist meiner Meinung nach eher was für Physikstudenten höherer Semester. Zum Vergleich, die 2 Bücher von Gribbin zu Schrödingers Katze habe ich verschlungen. Die Rolle des Bewusstseins kommt bei Görnitz zu kurz, auch die philosophischen Interpretationen der Quantentheorie werden nicht ausreichend berücksichtigt. Es ist mehr wie ein Lehrbuch sehr sachlich und nüchtern aufgebaut.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Verständlich 22. Dezember 2011
Format:Taschenbuch
Herr Görnitz ist zu allererst Didaktiker. Insofern ist das Buch verhältnismäßig verständlich. Was bei diesem Thema nicht unbedingt voraus gesetzt werden kann. Auch und gerade für intelligente Leute die noch nicht die Zeit aufbringen konnten, ein zusätzliches Physikstudium zu absolvieren, ist das Buch informativ. Vielleicht ist es mehr Philosophie als Quantenwissenschaft. Warum nicht? Mehr noch als die Einsteinsche Relativitätstheorie erscheint uns die Quantenphysik für unser normales weltliche Empfinden dubios. Das Buch bietet Punkte, diese Weltanschauung für uns verständlich und damit zukünftig auch handhabbar zu machen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Positive:

Zunächst liefert Görnitz gut verständliche, verbale Beschreibungen der (mathematisch abgefassten) physikalischen Theorien und was aus ihnen abgeleitet werden kann. Sehr gut werden die klassische Physik und die Quantentheorie als grundsätzlich verschiedene und bis heute unverträgliche Ansätze dargestellt.

Das Negative:

Görnitz vermengt schnell einmal physikalisches Grundwissen mit weitgehenden Spekulationen. Seine Masche: Die Eigenschaften quantenphysikalischer Objekte werden unbesehen auf geradezu alles übertragen und mit vagen Analogien einmal Psychologisches mit Physikalischem und einmal Physikalisches mit Psychologischem "erklärt".
Beispiel (S. 109): Wir sollen den holistische Charakter der Quantentheorie anhand unserer Alltagserfahrung der Selbstreflexion verstehen. Die vermeintliche Analogie ist völlig unzutreffend: Unsere Selbstwahrnehmung ist alles andere als ganzheitlich!

Schlimmer als die oberflächlichen und unzutreffenden Analogien sind ein fundamentaler Argumentationsbruch:
Zunächst werden wir korrekt über die folgenden Eigenschaften quantenphysikalischer Objekte informiert:

1. Der Zustand quantenphysikalischer Objekte lässt sich nicht exakt, sondern nur mit einem Zustandsraum unterschiedlicher Wahrscheinlichkeiten beschreiben. Diese mittels Quantentheorie berechenbaren Wahrscheinlichkeiten für eine Vielzahl möglicher Zustände entspricht einer objektiv gegebenen Unbestimmtheit (S. 103).
2. Tritt ein quantenphysikalisches Objekt mit einem anderen Objekt in Wechselwirkung, beispielsweise bei einem Messvorgang, geht dieses in einen exakt definierten Zustand über und verhält sich dann gemäss der klassischen Physik (S. 175).
3. Die Isolation ist eine Voraussetzung dafür, dass Objekte quantenphysikalische Eigenschaften beibehalten (S. 175).
4. Lebewesen würden die für die Erzeugung quantenphysikalischer Objekte notwendige Prozedur der Isolation schon wegen der benötigten tiefen Temperaturen nicht überleben (S. 141).

Tatsächlich befinden sich Lebewesen und ihre Gehirne in stetem Austausch von Materie und Energie mit ihrer Umwelt. An Lebewesen spielen sich denn auch laufend irreversible Prozesse ab. Folglich müssen sich Lebewesen gemäss der klassischen Physik verhalten.

Es sind Görnitz eigene Erläuterungen zur Quantenphysik, welche diese Schlussfolgerung zwingend machen, aber er übergeht sie stillschweigend. Auf eine persönliche Anschrift habe ich keine Reaktion bekommen.

Solange Görnitz uns mit der Frage allein lässt, wie denn Lebewesen, trotz ihrer klassischen Eigenschaften, Teil eines grösseren Ganzen oder in Beziehung zu einem grösseren Ganzen sein könnten, in dem quantenphysikalische Effekte Phänomene in der Art eines kollektiven Unbewussten" oder prophetische Gesichte" vermitteln könnten, bleiben seine weit gehenden Spekulationen grob fahrlässig und unwissenschaftlich. Sie werden Schaden anrichten, gerade weil sich Görnitz als Naturwissenschaftler führen lässt. Ein Fall, in dem die Fakultät unbedingt einschreiten sollte.
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