Nachdem das New Yorker Label Rawkus ja schon Klassiker von Big L, The High & Mighty und Mos Def veröffentlichte, war nun Talib Kweli mit seinem Debüt an der Reihe. Nach den klasse Kollabo-Alben von Reflection Eternal und Black Star lagen die Erwartungen natürlich sehr hoch, doch Talib konnte ihnen gerecht werden. Das Album beginnt zwar verhalten mit "Rush", bei dem der Hörer auf Grund der Gitarren-Samples, in denen Kweli's Rhymes etwas untergehen, nicht gerade in einen Rausch versetzt wird, doch man spürt sofort beim nächsten Lied, dass dies ein großes Album geworden ist. Das von Kanye West produzierte "Get By" grenzt für mich schon an Genialität. Klasse Lyrics, Klavier unterlegter Beat und ein Gospel-Chor für den Hook. Perfekt. "Shock Body" ist der nächste Track und sofort anders als die Vorgänger. Zwar etwas schnell, aber dennoch sehr chillig, verleiht es einem ein echtes Sunshine-Feeling. Härter geht es dann bei "Gun Music" mit den mir bis dahin unbekannten Cocoa Brovaz zu, was auch echt geil geworden ist und mit zu den besten des Albums gehört. Die Single "Waitin' For The DJ" mit Bilal braucht keiner großen Bemerkung, allerdings muss ich sagen, dass obwohl der Song echt gut geworden ist, er eher zu den schwächeren des Albums zählt, was die Klasse von "Quality" widerspiegelt. "Joy" ist dann der lang erwartete Track mit seinem Homie Mos Def, der leider auch der einzige der beiden blieb. Wer Black Star kennt, weiß, dass ein Track der beiden nur gut sein kann. Eine weitere Zusammenarbeit mit Bilal gab es dagegen auf "Talk To You", einem sehr ruhigen und besonnenen Track, mit sehr guten Lyrics, der aber nach ein paar mal anhören doch etwas nervig werden kann. Das liegt zum einen an Bilal's gewöhnungsbedürftiger Stimme, zum anderen an dem doch sehr langsamen, weichen Beat. Die zweite Kanye West Kreation gibt es mit dem harten, durch Geigen unterlegten, dramatisch klingenden "Guerilla Monsoon Rap" bei dem Black Thought von The Roots und Pharoahe Monch gefeatured werden. Dass dieser Song auch richtig geil geworden ist, versteht sich ja von selbst. Ein Hammer-Song ist auch "Put It In The Air", von und mit Westcoast-Legende DJ Quik. Ein sehr chilliger, aber dennoch dymanischer, teils etwas G-Funk angehauchter Track. "The Proud" ist der einzige Song, der mir nicht gefällt, was daran liegt, dass er wirklich verdammt langsam und besonnen ist. Ruhig, aber richtig gut, ist auch "Where Do We Go" mit der einstigen Soul-Hoffnung Res, das von Detroit Mastermind Jay Dee a.k.a. J Dilla (R.I.P.) produziert wurde. Auch hier steht der Name des Producers für die Qualität des Songs. "Stand To The Side" ist ebenfals von J Dilla produziert und noch besser geworden als der Vorgänger. Da aller guten Dinge drei sind, gelangen wir mit "Good To You" zur dritten Produktion von Kanye West, die durch einen dynamischen Beat in den Strophen und chilligen Passagen im Hook besticht. Dass Talib seinen Job wieder perfekt ausführt, ist bei einer Zusammenarbeit mit Kanye ja selbstverständlich. Mit "Won't You Stay" erreichen wir dann leider den letzten Song des Albums, der diesmal von Dave West produziert wurde. Ebenfalls ein Mega-Track, der von Talib als "the best part of the trip" bezeichnet wird. Ein ruhiger, gut gerappter Song, der mit einem gesungenen Refrain von Kendra Ross zum perfekten Ausklang eines perfekten Albums wird. Mit "Quality" beweist Talib Kweli, dass er einer der besten Rapper einer etwas neueren Generation ist, dem es nicht um Fame, sondern um die Liebe für die Musik geht, was heute ja leider immer seltener wird. Er hat es geschafft, aus seinen intelligenten Lyrics, die den Zuhörer jedes Mal aufs Neue begeistern, seinem Flow und einigen der besten Produzenten zur Zeit, ein absolutes Ausrufezeichen im immer kommerzieller werdenden New York zu setzen. Für mich ist "Quality" auch 4 Jahre nach der Veröffentlichung, immer noch eines der besten Alben des neuen Milleniums, wenn nicht das beste. Empfehlenswert für alle, die nach echtem Rap suchen, genau wie die anderen Rawkus-Alben.