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Es fällt stark auf, daß die Logik des Themas sich auch in einer exakten Stringenz der Gliederung äußert. Am Anfang sorgen 44 begriffliche Definitionen auf 10 S. für Klarheit (Wie würden Sie z.B. "Zuverlässigkeit" prägnant beschreiben?). Im Werk verbergen sich weitere begriffliche Definitionen. Die Einleitung (Unterscheidung von Analysenverfahren & Qualität von Analysenergebnissen und -verfahren) ist wegen dem allgemeinen Charakter des Buches mit 4 Seiten zwar kurz, aber wegen tabellarischen Übersichten hinreichend detailliert ausgefallen und kommt der begrifflichen Genauigkeit zugute.
Gemäß dem Vorwort der Autoren bietet das über 150 Seiten hinweg vorgestellte Vierphasen-Modell der analytischen Qualitätssicherung (AQS) Lösungswege für eine eigene AQS an.
I Erstellung eines neuen Analysenverfahrens (Grundkalibrierung, Analysen bei geringem Stoffmengengehalten,
II Einführung eines Analysenverfahrens in die Routine-Analytik; vorbereitende Qualitätskontrolle (Kontrollproben, Qualitätsregelkarten)
III Routine-Qualitätssicherung (Richtigkeits- & Präzisionskontrolle, Matrixeffekte, Korrekturen)
IV Externe analytische Qualitätssicherung (Ringversuche Din-ISO 5725, DIN 38402 A-41 und A-42, Youden (ausführlich))
Das Buch ist somit sowohl für Methodenentwickler als auch für Mitglieder von (behördlichen) Prüfungskommissionen und -ausschüssen für Analytik zugeschnitten. Dennoch ist das Detailwissen auch für einen analytisch denkenden Wissenschaftler insofern interessant, weil man lernt, verschiedene Zusammenhänge zu sehen und die Zuverlässigkeit der erhobenen Daten zu steigern. Denn gibt wenig unangenehmeres, als die eigenen (mühsam erworbenen) Ergebnisse im Kreuzfeuer (berechtigter) Kritik verteidigen zu müssen und dabei wegen konzeptionellen Mängeln auf verlorenem Boden zu stehen (wenn man die Kritik dann aber versteht, ist der Schaden an der eigenen Reputation nicht so groß).
Der Wert des Buches begründet sich neben einer starken thematischen Untergliederung (bis zu 5 Ebenen) in den vielen anschaulichen Tabellen und Diagrammen. Im Anhang finden sich für alle im Text erwähnten mathematisch relevanten Gesichtspunkte beispielhaft niedergeschriebne Vorgehensweisen.
Das Inhaltsverzeichnis selbst bietet einen durchgehenden roten Faden auf und ist bei der Rekapitulation hiflreich. Das Register umfasst 7 Seiten und offenbart noch einmal die Vermittlung von Stichworten, die bei der Entwerfung von eigenen Methoden zur Qualitätssicherung berücksichtigt sein wollen. Wer hofft, Details aus der Statistik wie Unsicherheiten, Fortpflanzungen, Normalverteilung, Verwerfen von Daten, Kovarianz und Korrelation, Binominalverteilung, Poisson-Verteilung, Chi-Quadrat-Test zu finden, wird entäuscht werden. Das Augenmerk der "Entwicklung eines Qualitätssicherungssystems" liegt auf logischen Kriterien für den Nachweis, für die Kalibrierung, für Kontrolle der Analysenpräzision, für Wiederfindungsrate, Matrixeinflüsse, Mittelwert-t-test, Kontrollgrenzen, numerische Entscheidungskriterien oder Ringversuche für Laborüberwachung.
Was zudem nicht enthalten ist, sind die Eigenheiten von analytischen Meßmethoden. Darüber ist der jeweilige Operator am besten informiert. Das Buch zielt speziell auf die Organisation in größerem Rahmen, ist also bewußt allgemein gehalten worden.
Die Tatsache, daß das Buch 5 Jahre nach Erscheinen in einer internationalen Ausgabe erschienen ist, kündet von der Relevanz des Themas für alle Wissenschaftler, die Laborergebnisse publizieren.
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