Die ersten acht Kapitel nahm ich als leichte Lektüre wahr, mit angenehmen Aspekten, die mich in vielen Punkten bestätigten und mir daher gut taten.
Die Unterdrückung von OBEN habe ich allzu oft erfahren. Unternehmen, Staat und Kirche können sich dabei die Hand reichen:
In Unternehmen wurde ich systematisch durch Mobbing in die Arbeitsunfähigkeit getrieben;
Gesetze und Verordnungen werden oft nicht eingehalten oder vor Gericht zugunsten der Mächtigen interpretiert;
die Kirche predigt ein Vertrauen auf Gott, dann sei alles in Ordnung. GOTT LENKT, UND SEINE SCHAFE (!) HABEN DAS NACHSEHEN.
Das viel gepriesene POSTIVE DENKEN entspricht einer permanenten Gehirnwäsche. Viel zu oft und viel zu lange bin auch ich darauf hereingefallen.
Sowohl als Bewerber als auch als Kunde bin ich immer wieder entsetzt, dass Qualifikation in Unternehmen unerwünscht ist. Ungenügend ausgebildete/geschulte Arbeitnehmer im jeweiligen Bereich lassen sich leichter unterdrücken; ihnen lassen sich leichter Fehler nachweisen; sie können dadurch schneller entlassen werden, ein riesiges Arbeitslosenheer steht ja vor der Tür. Dies ist kurzfristig gedacht, denn auf schlechte Arbeit folgt schlechte Qualität. Hinzu kommt, dass der inadäquate Einsatz von Technik; die Arbeitszeiten sinken nicht entsprechend der sog. Arbeitserleichterungen. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis ALLES zusammenbricht.
Erst im Schlusskapitel kam Barbara Ehrenreich auf den Punkt.
Über eine Aussage von ihr habe ich mich jedoch maßlos geärgert, zumal sie sich selbst widerspricht: Einerseits möchte sie sich mit den Nicht-Akademikern verbünden, andererseits meint sie, sich über sie stellen zu müssen (vorletzter Absatz des letzten Kapitels: KENNTNISSE, ÜBER DIE BESCHÄFTIGUNGSLOSE ARBEITER SELTEN VERFÜGEN). Gleichzeitig räumt sie ein, dass den Akademikern nicht nur der Mut, sondern auch das nötige Bewusstsein zu Veränderungen fehlen. Meine rhetorische Frage: Warum setzt sich Frau Ehrenreich nicht erfolgreich für gesellschaftliche Veränderungen ein? Auch bei ihr hat die erwünschte Spaltung der Gesellschaft Wirkung gezeigt.