Das erste Buch von Ardeschyr Hagmaier hat mich sehr begeistert, knackig, konstruktive Prinzipien auf den Punkt gebracht, die zum Switch von Wahrnehmung und Bewertung einladen. Nun ist mir als Trainerin und Coach mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit Veränderungen ebenfalls bekannt, dass Dinge oftmals nicht so einfach sind, wie gewünscht. Das weiß sicherlich auch Ardeschyr Hagmaier, wie schon in seiner authentischen Einleitung zu lesen. Auch ein Adler-Autor kennt Blockaden. Daher verstehe ich das Anliegen von Ardeschyr Hagmaier, differenzierter werden zu wollen, auch das Positive an der Ente würdigen, Nuancierungen von Veränderungsarbeit thematisieren zu wollen UND das Erfolgsmuster des ersten Buches aufzugreifen. Das ist m.E. nicht gelungen.
Das Design, eine kleine Einstiegsmetapher pro Prinzip zu wählen, illustriert einladend das Thema. Doch die Wiederholung des Kapiteldesigns in allen 33 Prinzipien (Einstiegsmetapher, Moral von der Geschichte,, Verhaltenstipps für Adler, Verhaltenstipps für Enten, vom Enten- in den Adlerzustand) hat mich ehrlich gesagt, ermüdet.
Was ich letztendlich sehr bedenklich finde und warum ich eine Rezension schreibe - Burnout lässt grüßen - ist die Anregung, alle 33 Prinzipien umsetzen zu wollen! Da streikt doch das mentale und physische System! Deshalb gibt es von meiner Seite hier nur 2 Sterne, für schöne Geschichten und viele nette Illustrationen. Liebe Menschen, beim Versuch, so viel auf einmal ändern zu wollen, kann auch ein Adler zusammenbrechen. Mein Tipp an dieser Stelle, ab und an mal das Buch durchblättern und feststellen, ob ein Kapitel mit uns in Resonanz geht. Dann gibt es sicherlich etwas zu entdecken.
Ansonsten begleitet mich weiterhin aus dem ersten Buch das Bild vom Adler mit Sonne - trotz dicker Wolken und Regen. Derartig großartige Verdichtungen von komplexen Lebenshaltungen gibt es eben nicht so oft. Das ist ein wenig wie das Ei des Kolumbus, einmal demonstriert, Paradigma erkannt und nicht so schnell wiederholbar.