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45 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Brachial UND berührend - zeitlose Qualität, 18. September 2004
Ich habe mir gestern erst wieder die CD angehört und muss nun einfach auch mal meiner Begeisterung Ausdruck verleihen.Diese Platte gehört wirklich zum Besten, was die Rockmusik jemals hervorgebracht hat. The Who waren damals auf ihrem absoluten Schaffenshöhepunkt, hatten zuvor ihre wahrscheinlich beste Platte „Who's next?" fertiggestellt und machten sich nun daran, eine zweite „Rockoper" zu schreiben. Wie die meisten der Rezensenten teile ich die Meinung, dass „Quadrophenia" „Tommy" in vielerleit Hinsicht übertrifft. Zwar war die Platte nicht so wahnsinnig erfolgreich, trotzdem hat sie deutlich mehr Tiefgang und wirkt insgesamt zeitloser. Es ist natürlich Geschmacksache, aber „Tommy" hatte für mich immer etliche Momente, die kompositorisch nicht so hochwertig waren. „Quadrophenia" wirkt dagegen wie aus einem Guss und auch von der Atmosphäre her intensiver. Das Erlebnis beginnt schon mit dem Blättern in dem wirklich liebe- und gedankenvoll gestalteten Booklet, in dem sich die Texte sowie ein bisschen „Monolog" des Hauptdarstellers finden, außerdem eine Unmenge toller Fotos, die Inhalt und Atmosphäre des Konzeptalbums bestens vermitteln. Aufschlussreich auch die Aufzählung „Roger Daltrey - lead vocals, Keith Moon - percussion, vocals, John Entwistle - bass, horns, vocals, Pete Townshend - remainder (= alles andere)". Denn natürlich hat der Meister himself das meiste komponiert und arrangiert und eingespielt. Townshend ist eben nicht nur ein außergewöhnlicher Gitarrist - sowohl seine atemberaubend schnellen Anschläge der Akustikgitarre kommen zur Geltung wie auch gefühlvolle E-Gitarren - sondern auch ein exzellenter Keyboarder und Pianist, der damals gerade den Synthesizer für seine Musik entdeckt hatte und diesen hier sehr effektiv einfließen lässt. Aber was wäre er ohne die großartigen vocals eines Roger Daltrey, ohne den wahnsinnigen Bass eines John Entwistle - der im übrigen auch die tollen Blechbläser auf der Platte spielt! - und natürlich ohne die drums eine Keith Moon. Der Schlagzeugsound auf dieser CD gehört zum Eindrucksvollsten, was ich jemals in dieser Beziehung gehört habe (und das ist nicht wenig!); nein, ich lege mich fest: Es IST das Eindrucksvollste! Die Toningenieure habe beim Remastering wirklich ganze Arbeit geleistet. Diese Räumlichkeit und Wärme, dabei aber eine unglaubliche Wucht - einfach fantastisch!! Natürlich nur angemessen bei diesem Werk. Schon der Start fasziniert: Über Meeresrauschen werden die vier Hauptthemen der Scheibe angedeutet (Helpless dancer - Is it me? - Bell boy - Love reign o'er me), und dann bricht es auch schon aus den Boxen, einer der wuchtigsten Anfangssongs der Rockgeschichte, „The real me", mit genialer Basslinie, coolen Bläsern und dem damals besten Shouter der Welt. Es folgt eine Art Overtüre, wie bei Tommy, in der ebenfalls die musikalischen Hauptthemen vorgestellt werden. Höhepunkt der ersten CD ist die ruhige Pete Townsend Solo-Nummer „I'm one". Die zweite CD ist meiner Meinung nach noch stärker. Der Hit „5.15" zählt noch zu den schwächeren Stücken!„Bell boy" ist wie für Keith Moon gemacht, und das komplexe „Doktor Jimmy" gehört zu den Höhepunkten der CD. Mit „Love reign o'er me" kommt das Werk zu einem absolut ergreifenden Finale. Tja, dafür, dass ich eigentlich sprachlos bin bei soviel Qualität, ist mir doch viel eingefallen. Also, long story short: Diese CD muss man haben!
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