Zum offiziellen Modelnamen gehört laut Qnap noch der kleine Zusatz "Turbo NAS". Und diesen Zusatz hat sich das Gerät wirklich verdient.
Aber zunächst zu anderen technischen Daten, da die Produktbeschreibung hier bei Amazon leider mehr als lückenhaft ist:
Anschlussmöglichkeiten:
2x RJ45 Gigabit
4x USB (davon einer an der Gerätefront)
2x eSATA
4x HDD (SATA I/II, wahlweise 2,5" oder 3,5")
Abmessungen: 18x18x24 cm
In dem Gerät selber stecken ein 1,2 GHZ Prozessor so wie 256 MB RAM.
Der Verbrauch wird vom Hersteller mit 26W im Betrieb und 11W im Sleep-Mode angegeben.
Es können Festplatten von bis zu je 3TB Größer eingebaut werden (Dank der Hot-Swap Eigenschaft der HDD-Bays sogar im laufenden Betrieb). Die Platten können dazu entweder standardmäßig benutzt werden oder aber als JBOD, RAID 0,1,5,5+Hot Spare,6 oder 10. Da der Server auf Linux basiert, verwundert das Dateisystem EXT3 oder EXT4 der internen Platten nicht. (Per USB angeschlossene Festplatten können EXT3, EXT4, FAT32, NTFS oder HFS+ nutzen)
Die Installation des Servers ist einfach und die Konfiguration abenteuerlich. Nach erstem Einschalten des Server und den Zugriff auf diesem per mitgelieferter Software (späterer Zugriff ohne Probleme über alle gängigen Webbrowser möglich) startet die Schnellkonfiguration des Servers inkl automatischem Firmware-Update. Diese Ersteinrichtung für die elementaren Funktionen ist schnell und einfach abgeschlossen - die spätere, erweiterte Konfiguration ist auf Grund der enormen Vielfalt an Funktionen schon abenteuerlicher.
Diese Funktionsvielfalt bringt mich auch dazu nur auf die von mir genutzten etwas näher einzugehen.
- FTP-Server: max. 256 gleichzeitige Zugriffe (auch über SSL), FXP (hier auch DDNS sinnvoll)
- iTunes-Server: bei der Konfiguration muss nur die Freigabe auf dem Server angegeben werden, welche die Musik/Videodateien enthält.
- Webserver: HTTP, HTTPS, WebDAV-Zugriffe, SSL, Wordpress
- FileServer: Zugriff per CIFS/SMB, AFP(3.1), NFS, FTP, HTTP, HTTPS
- UPnP-Server: Als Lösung wurde hier von Werk aus der TwonkyMedia-Server implementiert (auch hier bei der Konfiguration einfach die Media-Daten-Freigabe angeben). Folgende Dateitypen werden unterstützt: WMV, WMA, BMP, GIF, JPG, Flash-Videos, MP3, MP4, MPEG, WAV, PNG...Wenn der UPnP-Server aktiviert ist, ist es möglich über PSP, PS3, iPhones, HTCs und sonstige DLNA-zertifizierte Geräte (z.b. TV) direkt ohne SMB-Zugriff auf die Dateien zuzugreifen. (Hinweis am Rande als Exkurs, da ich hier schon des öfteren drauf angesprochen wurden: Per DLNA ist keine Wiedergabe von MKV-Videos auf TVs möglich!! Per Definition wird mkv nicht im DLNA-Standard mit einbezogen. Zur Wiedergabe von mkv-Videos über den Server muss dies z.B. per SMB-Zugriff erfolgen!)
- User-Management: es können bis zu 4096 User und 512 Usergruppen angelegt werden für welche dann eine dedizierte Rechtevergabe auf einzelne Freigaben erfolgen kann. (selbst Quotamanagement ist möglich - nutze ich selbst im Privat-Bereich aber nicht)
Weitere Funktionen die mir noch aufgefallen sind, ich selbst aber nicht nutze:
- Print-Server
- Download-Station (bspw für Bittorrent und Rapidshare)
- Backup-Serber
- Database-Server (MySQL usw.)
- weitere Funktionen mit QPKG installierbar
Hinzu kommen noch weitere etliche Funktionen und vorinstallierte Anwendungen die mir selbst noch nicht ins Auge gefallen sind.
Zu der Frage ob 1,2GHZ und 256 MB RAM ausreichen: Ja! Bei mir selbst sind die Funktionen oben immer aktiviert. Der Ressourcenmonitor des Servers dabei gähnt vor sich hin, da er kaum Auslastung anzuzeigen hat. mkv-Dateien (15GB) habe ich noch nicht zum Ruckeln bekommen, obwohl gleichzeitiges Streaming zu zwei Multimediaplayern, einem PC, einem DLNA-TV und einem iPad lief (Server derzei auch nur mit mit einem Gigabit-Anschluss im Netz). Mein alter Netgear-Server machte hier schon bei drei gleichzeitigen Streams Ruckelprobleme. Schreiben auf die Platten erfolgt laut Windows-Anzeige mit 48MB/sec - hier wird auch klar, warum die Bezeichnung TURBO NAS äußerst zutreffend ist...(Einen genaueren Benchmark, dann auch inkl Lesen, wird noch folgen). Anschließen von externen USB-Platten hat bisher keinerlei Problem bereites. Alles wurde bisher sofort erkannt. Selbst ein "sicheres Trennen" der USB Geräte ist über die Adminoberfläche möglich).
Noch etwas zur Lautstärke des Servers: Ich habe derzeit 2 F4 Ecogreen Platten von Samsung verbaut und diese sind - obwohl schon leise - das lauteste am gesamten Server. Obwohl der Server über einen Lüfter verfügt, ist dieser nicht zu hören. Die Temperatur der Platten liegt immer bei knapp 42°C - selbst bei 25°C Raumtemperatur.
Sehr nett finde ich auch die APP für Mobile-Geräte (auch HTC). Ich selbst nutzte die APP auf einem iPad und kann nun Audio und Videodaten direkt vom Server auf mein iPad streamen...sehr schön.
Mir sind bisher lediglich zwei kleine Kritikpunkte untergekommen, derer ich aber keinen Punkteabzug würdige.
1. Trotz aktivieren des Sleep-Modus nach 30 Minuten idle-Time, geht der Server nicht in eben diesen. Bisher habe ich noch keine Ahnung warum. Irgendein Gerät scheint ständig auf den Server zuzugreifen.
2. Das externe Netzteil des Server gibt ein hochfrequentes fiepen von sich. In einem normal belebten Raum ist dies aber nur schwer bis gar nicht zu vernehmen. Im Schlafbereich würde mich dies jedoch massiv stören.