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QQ
 
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QQ [Gebundene Ausgabe]

Max Goldt
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 4 (16. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871345814
  • ISBN-13: 978-3871345814
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 207.629 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Max Goldt
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Max Goldt ist ein Meister der freischwebend-assoziativen, dabei aber überaus präzisen und sich aus (teils absurden) Alltagssituationen aufs Wundervollste speisenden Sprache. Das fängt schon bei den Überschriften an. So ließ es sich Goldt 2006 nicht nehmen, einen seiner Zweiseiter in der Satirezeitschrift Titanic nach der gesellschaftlich damals gerade viel diskutierten Hochschulqualitätshebungsaktion „Die Exzellenzinitiative“ zu nennen -- wohl deshalb, weil er dieses Kleinod deutscher Sprache nicht ungenutzt an sich vorüberziehen lassen wollte. Der Text freilich handelte gar nicht von eben jener, sondern unter anderem von den diversen Verwendungsmöglichkeiten der Pelikane in einer immer hitziger werdenden Welt und hätte auch einen ganz anderen Titel haben können: was er im Sammelband QQ -- dort taucht er als „Die Prophezeiung“ auf -- auch hat.

QQ ist auch einer von diesen freischwebend-assoziativen Titeln, zumindest auf den ersten Blick. Laut Auskunft seines Trägers steht er als Kürzel für „quiet quality“, einem Schlagwort aus den USA „für alles, was nicht schreit und spritzt“. Der zweite Blick offenbart also bereits, wie klug der Titel ist. Denn in den 21 Essays, die allesamt auf Erstveröffentlichungen in Titanic aus den Jahren 2005 und 2006 basieren, schreit und spritzt es an keiner Stelle, ganz im Gegenteil: es fließt alles in einer so wohlfeilen Stille dahin, dass man richtig erschrickt, wenn sie einmal ins Plätschern gerät: dann nämlich, wenn Goldt -- wie in seiner grandiosen Reflexion „Über Fernsehmusik“ -- die fulminant komische Dichte des Anfangs (es geht um die Legende zweier lesbischer Heiliger, die sich im Mittelalter in ein und denselben Turm einmauern) nicht halten kann. Aber das ist, wie gesagt, nicht oft der Fall.

An einer Stelle von QQ zeigt sich Goldt irritiert darüber, dass offenbar kein griechischer Name für die Angst existiere, „einen mit Denkerstolz und Manneskraft geschriebenen Aufsatz auf eine so schlaffe, ja sogar Heckenknöterich angähnende Weise zu beschließen, aber, mein Gott, angstlösende Tabletten muss man wegen einer solchen Angst wohl keine schlucken -- da muss man einfach durch, das werden die Leute schon akzeptieren in ihrer herben, volkstümlichen Milde.“ Ja, die Leute würden sogar das, wenn sie denn müssten. Aber heckenknöterichgähnende Schlüsse kann Goldt, so scheint es, ohnehin gar nicht schreiben. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

Kurzbeschreibung

Schon in seinem letzten Buch hat Max Goldt, umsichtiger Schriftsteller, der er ist, das Grund- und Hauptmotiv seines neuen Buches angekündigt: «MODERATOR: Warum legen eigentlich heute so viele Frauen Wert darauf, möglichst gemein zu sein? Jede noch so biedere Seriendarstellerin sagt im Fernsehen, dass sie am liebsten ‹bitterböse› sei, und selbst meine gute Mutter liest nur noch Bücher, in denen Frauen ihre Gatten im Schornstein einmauern. PETRA HIPPROTH (Krimiautorin): Ach, das sind halt ins Ritualhafte abgedriftete Überbleibsel eines einstmals berechtigten Widerstands gegen das Postulat des Sanften. Alter Käse, streng genommen. Das wird sich schon wieder beruhigen. Ich bewege mich schon seit längerem davon weg, ich verspüre mehr so einen Drall in Richtung QQ. MODERATOR: QQ? Sie verwenden heute ziemlich exotische Ausdrücke. PETRA HIPPROTH: Kennen Sie nicht QQ? Das steht für "quiet quality" – stille Güte. Ein neues Schlagwort aus den USA für alles, was nicht schreit und spritzt. Da ich mir allerdings einmal eine schöne Wohnung im Augustinum leisten möchte, also in einem dieser Altersheime für gutsituierte Leute mit ein bisschen Hirn, habe ich mir ausgerechnet, dass ich noch fünf Jahre schreien und spritzen muss, und dann kann’s losgehen mit QQ.»

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Kundenrezensionen

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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Klasse Texte!, 5. April 2007
Rezension bezieht sich auf: QQ (Gebundene Ausgabe)
"QQ" von Max Goldt stellt eine Sammlung hochkarätiger Texte auf sprachlich sehr hohem Niveau dar. Nicht alle, aber die meisten dieser Texte gehören zum Besten, was ich in der letzten Zeit gelesen habe. Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und ein absoluter Genuss für all diejenigen, die sich noch gewählter ausdrücken und gerne an ihrem Wortschatz und ihrer Sprachgewandheit feilen wollen.

Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch den Literatur-Tipp im Magazin Focus von Denis Scheck (Moderator der Büchersendung "druckfrisch"), dessen Meinungen und Empfehlungen ich sehr schätze. Dort ist zu lesen:

"Ich empfehle "QQ" von Max Goldt, weil ich kein wirksameres legales Mittel gegen schlechte Laune kenne. Max Goldt in seinen Kolumnen zu folgen heißt eine Expedition in die Sprache antreten, an deren Ende man als besserer, das heißt geläuterter und geschmackssicherer Mensch heimkehrt. Der Benennungskünstler (...) behandelt hier alle brennenden Fragen unserer Zeit."

Dem ist, glaube ich, nichts mehr hinzuzufügen.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Laute Ironie, 18. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: QQ (Gebundene Ausgabe)
"Soll Sprachwitz zukünftig eine größere Rolle spielen?" Solche Titel kommen ihnen bekannt vor? Richtig, "Soll ... zukünftig eine größere Rolle spielen?" heißt eine Pro&Contra-Kolumne in der FAS zu skurrilen Themen. Mit wunderbarem Sprachwitz, absurden Assoziationsketten, wortschöpferisch. Wie andere Artikel in der FAS auch, etwa die von Nils Minkmar, Peter Richter oder Christian Demand. Immer eine Prise Satire, etwas Ironie, manchmal richtig zynisch. Angenehm zu lesen, wenn Aufgeblasenheit und Dünkel demaskiert werden, fragwürdig, wenn das Pointenhafte die ernsthafte Auseinandersetzung verdrängt.

Goldt kann es noch besser. Wenn Jessica ihre Mutter zwingt, sich den kleinen Teddybären von der Handtasche zu schneiden, weil sie "[...] eine Mutter haben möchte und kein verdämmertes Riesenbaby ohne Aufstiegschance", diesen Teddy dann im Mülleimer unter graugrün gemusterter Buttermilch beerdigt, damit er nicht wieder herausgeklaubt wird, dann ist das grandiose Satire.

Nicht alle seiner 21 Satiren aus der Zeitschrift Titanic der Jahre 2005 und 2006, die er auf 156 Seiten zwischen zwei Deckel hat pressen lassen, damit wir sie als Buch für wohlfeile 17,90 EUR erwerben können, sind so gut. Genau da setzt auch meine Kritik an.

Irgendwie gibt es zuviel von dieser Gebrauchssatire, in der FAS und sonstwo. Jede Überschrift, jedes Banner will heute witzig sein. Sprachwitzig. Der Verdacht lautet: Man kann lernen, so zu schreiben. Sprachkultur ist ansteckend, aber wenn Ironie, die ja immer leise daherkommen sollte, in Harald Schmidtscher Manier wöchentlich zelebriert wird, wirkt sie auf einmal beliebig reproduzierbar und daran kann die Meisterschaft eines Max Goldt nichts ändern.

Zumal andere, etwa Umberto Eco mit "Platon im Striptease-Lokal" oder Roland Kaehlbrandt mit "Deutsch für Eliten" schon vor zehn Jahren diese Melange aus skurrilen Sprachwitz und genauer Beobachtungsgabe als köstliche Kurzgeschichten in Buchform (zum halben Preis) serviert haben.

Fazit: Mit nur 3 Sternen vielleicht etwas unterbewertet, aber Sprachwitz, der als kleine Satire immer neu und frisch in der Sonntagszeitung den zweiten Kaffee versüßt, schmeckt als kompaktes Lektürebuch für den Wein am Abend irgendwie fade und abgestanden.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Meine Glosse ist mein Messer, 11. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: QQ (Gebundene Ausgabe)
Der 'begnadete Sprachkenner' wirft seinen 'bitterbösen Blick auf die Lebenswirklichkeit unserer Zeit' und 'seziert dabei Alltäglichkeiten'. Mit solchen oder ähnlichen, stets zuverlässigen, bewährten und sinnentleerten Phrasen und Phrasalalliterationen wird Max Goldt in der Regel in Rezensionen beschrieben. Mit Sicherheit auch wieder anlässlich seiner neuesten Veröffentlichung 'QQ' (Quiet Quality), die einmal mehr eine Auswahl seiner Glossen aus der Titanic enthält. Max Goldt selbst allerdings ist ein Mann, der gerade solches in unserer Sprach und unserem Handeln aufzudecken bemüht ist, was phrasenhaft und leer daherkommt, jemand, der alles, was nur entfernt nach Phrase klingt in Anführungszeichen setzt, um sich davon zu distanzieren. Wenn man also etwas über ihn sagen will, sollte man auf die Sicherheit von Phrasennetz und Begriffsdoppelboden verzichten.

'QQ', was ausbuchstabiert für 'Quiet Quality' steht, erinnert sofort an das amerikanische Wort von der 'Quality Time', was kurz gesagt, Zeit bezeichnen soll, die mit man mit dem verbringt, was man am allerliebsten tut. In Goldts Buch gibt es zum Beispiel eine Frau, die als 'Brotjob' Steingarten-Expertin ist und in dieser Eigenschaft unter anderem ständig im ARD-Mittagsbuffet auftritt. Für sie ist 'Quality Time' die Fachentrostung von 'unglaublich spannenden' alten Lamborghinis. In einer anderen Glosse findet sich dann ein Querulant, für den 'Quality Time' bedeutet, Artikel aus Zeitschriften auf Rechtschreibfehler zu prüfen, diese dann rot einzukreisen und mit dem Kommentar 'WAS SOLL DAS?' versehen, im Zehnminutentakt in die verantwortliche Redaktion zu faxen während er 'Armes Deutschland!' im Stakkato ausruft.

Da ich mich abseits des Phrasensicherheitsnetzes auf einem Drahtseil befinde, greife ich nun auf die Worte eines anderen bekannten Sprachgenies zurück, namentlich auf die von Dieter Bohlen: Max Goldt hat mit seiner neuen Textsammlung 'voll abgeliefert'. Sofort wendet der angebliche Lieferant Goldt ein, geliefert werde nur, was bestellt wurde und das sei schließlich nicht nach guter Künstler Art. Der Künstler, lässt er uns wissen, haut einem etwas um die Ohren. Soweit so gut, die Konstruktion des 'um die Ohren Hauens' erfordert aber einen Gegenstand, der einem um die besagten Hörorgane gehauen wird, bei Max Goldt ist das 'Quality Time' für den Leser. Ich bin sogar versucht zu sagen, 'High Quality Time in HD Ready'. Schärfer als die Realität.

Zum Teil leistet er darüber hinaus sogar wahre Lebenshilfe. So konnte er mir die Angst nehmen einfach nur faul zu sein, indem er mich mit dem Krankheitsbild der Prokrastination bekannt machte: 'Der Begriff bezeichnet ein nicht zeitmangelbedingtes, aber um so qualvolleres Aufschieben dringlicher Arbeiten in Verbindung mit manischer Selbstablenkung und zwar unter Inkaufnahme absehbarer und gewichtiger Nachteile.' Richtig, ich sitze ja schließlich nicht faul rum, dachte ich da, sondern lenke mich mit anderen Dingen ab. Ich persönlich putze zum Beispiel sehr gerne, wenn der Abgabetermin einer wichtigen Arbeit naht. Mit dem neuen Wissen nicht faul sondern nur krank zu sein, habe ich gleich eine Selbsthilfegruppe für Betroffene ins Leben gerufen, den 'Club der Prokrastinationsputzer und ihrer Freunde' e.V. Bei Interesse ist ein Beitritt jederzeit möglich, Sie brauchen auch nicht unbedingt zu putzen, auch wenn sie täglich 20 Mal ihren Mailaccounts auf neue Nachrichten überprüfen, oder ähnliches, sind Sie bei uns herzliche willkommen.

Fast noch schöner, als der mit jeder Nuance von Witz, von leichter Ironie bis zum bittersten Sarkasmus versehene Inhalt der Texte, ist ihre Verfasstheit. Da schreibt ein Mensch, der seine Sprache über alle Maßen liebt und ähnlich wie ein gute/r Liebhaber/in, genau weiß welche Stellen er/sie wie liebkosen muss, damit die/der Geliebte sich in leisem Stöhnen windet. Er zeigt, man kann sich wehren gegen den Einzug des Englischen in die deutsche Sprache, indem er sie zu ihrem schönsten Ausdruck bringt und das wohlgemerkt nicht, indem er Poesie schreibt, sondern indem er satirisch das direkt vor den Augen liegende auseinander nimmt.

Und das ist eine große Leistung.
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