Vergnügliches Kabarett um Bildung, Musik und Mathematik verspricht der Untertitel und sicher sind die einzelnen Bereiche auch mehr als angemessen vertreten und werden mit ironisch-satirischen Spitzen (auch in bildungspolitischer Hinsicht) präsentiert. Auch witzige Bemerkungen über musikalische Strukturen (und Werke) und humorvolle Anekdoten aus dem mathematischen Sektor sind zu finden und der Leser lernt auch (PISA!) gelegentlich etwas dazu. Aber eigentlich wird von Anfang bis Ende über die Themen nur schwadroniert und man fragt sich sehr schnell (und dann bis zum Ende immer wieder), was denn nun das Kabarettistische an diesem Oeuvre sein soll. Ein Vergnügen kommt dabei durchgängig nicht unbedingt auf (trotz gelegentlicher Lacher), da ist es lohnenswerter, Albrecht Beutelspachers In Mathe war ich immer schlecht zur Hand zu nehmen.
Man fragt sich hin und wieder bei der Lektüre, wie es den Zuhörern bei Pauls Kabarett geht (das Buch ist nämlich der Niederschlag seines Kabarettprogramms)
Die Notenbeispiele in Handschrift sind etwas gewöhnungsdeürftig; es sieht zwar witzig aus, aber inzwischen ist zumindest Capella (v.a. in der bhv Light-Version) Standard, ebenso nerven die Fußnoten nach einiger Zeit, in der viel steht, was problemlos auch im Text stehen könnte; zumal der Textfluss damit erheblich gestört wird (und man sich die Frage stellt, ob das nicht vielleicht Absicht sein soll um vom Text abzulenken).
Obwohl Musiker und trotz der Absicht, ein lehrreiches Buch zu schreiben, taucht auch in diesem Konvolut die hartnäckige These auf, dass Bachs Wohltemperiertes Klavier für ein Instrument mit gleichstufiger Stimmung geschrieben worden sei, was damit nicht richtiger wird. Dafür distanziert sich aber Paul wenigstens von Bachs angeblicher Zahlensymbolik und dass dann auch auf ganz witzige Weise.
Von der beiliegenden CD sollte man nicht zuviel erwarten, dort sind eigentlich nur die Notenbeispiele in E-Piano-Qualität (!) wiedergegeben.
Man fragt sich (immer wieder, nicht nur am Ende), wie der seriöse Vieweg-Verlag so ein Buch in sein Programm nehmen konnte immerhin ist der Autor davon ebenso erstaunt, dass dies schon ironisch in seinem Vorwort auftaucht.