Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erwartungen, Vorbehalte und Sylepolizistentum über Bord!, 16. Juni 2007
Noch bevor ich die insgesamt zwiespältigen Rezensionen der großen deutschen Musikmagazine zu diesem Album gelesen hatte, holte ich mir noch am Tag der Veröffentlichung die neue Scheibe der drei Schotten ins Haus.
Den Nachfolger von "Infinity Land" hatte ich seit langem mit Spannung erwartet. Hatte mich besagter Vorgänger von "Puzzles" doch wochen- ja monatelang verzückt und zu Bekehrungskreuzzügen in meiner Bekanntschaft veranlasst. Mir wahr klar: bloß keine Erwartungshaltung, das kann nur schiefgehen.
Seit zwei Wochen rotiert nun endlich der noch frisch duftende Silberling in meinem Player und noch immer steigt er von Mal zu Mal in meinem Ansehen. Mit Ausnahme des Titels, der die meisten Rezensenten zum Foo Fighters Vergleich bewegt (und auch dieser ist überdurchschnittlich gut)sind auf dieser Scheibe nur "Hits". Musikalisch auf gewohnt höchstem Niveau präsentieren uns die Jungs Songperlen, dass man nur mit der Zunge schnalzen möchte. Zwar sind die Stücke im Vergleich zu den Vorgänger-Alben insgesamt sehr viel eingängiger und die Platte wesentlich besser produziert als alle vor ihr, jedoch steckt die Seele wie so oft im Detail. Das Arrangement der Stücke ist ausnahmslos erstklassig, rund und stimmig, alles ist da wo es hingehört. Das Klangbild ist vielschichtig und bietet trotzdem jedem Instrument den Raum, den es zur Entfaltung benötigt. Nichts ist "fett" oder gar übersättigt. Was die angeblich fehlende Komplexität oder mangelnden Spleen angeht, der einigen meiner Vorredner zufolge auf den Wechsel zum Major zurückzuführen sei, so kann ich dazu nur sagen: verfolge die Entwicklung von "Vertigo Of Bliss" zu "Infinity Land" und führe diese konsequent fort, wirf alle Erwartungen, Vorurteile und das Stylepolizistentum über Board und hör gut zu. Achte auf die kleinen Feinheiten, die du bei den Foo Fighters oder gar wirklich belanglosen Bands niemals finden wirst. Verschachtelte Songstruckturen und schräge Rhytmen hatten wir schon. Dass sie das können, haben uns Biffy Clyro schon bewiesen. Dass sie begnatete Songschreiber mit dem so seltenen feinen Gespür für Hooks sind, dass sie es verstehen eingägig zu sein, ohne belanglos zu werden, haben sie uns mit "Puzzles" nun auch gezeigt. Danke dafür.
Diese Platte macht glücklich!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Perfekt produziert, 8. Juni 2007
Hab' mich heute mit den Top 5 CDs der Rezensionen einer renommierten deutschen Musikzeitschrift an einen CD-Player in einem renommierten Elektro-Großhandel gestellt und dabei zum ersten Mal Biffy Clyro gehört. Hatte vorher noch nie was von ihnen gehört. In der aktuellen Musikszene bin ich nicht so verwurzelt, als dass ich die oft gezogenen Vergleiche mit den Foo Fighters oder Jimmy Eat World wirklich nachvollziehen könnte. Mag beide eigentlich nicht so gerne. JEW z.B. sind meiner Ansicht nach definitiv einen Zacken schmalziger und "hymnenorientierter" als Biffy Clyro. Ich musste beim Hören eher an Rush und Incubus denken, obwohl: Biffy Clyro sind da schon noch ein wenig melodischer / poppiger!
Die CD ist ausgesprochen gut produziert. Will heißen: Sehr satter Sound, keine wie auch immer gearteten Reminiszenzen an alte Garagen-Punk-Tage (wie z.B. bei der neuen Queens of the Stone Age). Der Sound ist sehr "schick", klinisch rein, brilliant. Alles ziemlich weit vorne in den Lautsprechern ;-) Definitiv eine High-End-CD.
Wer etwas härteren Gitarren-Pop mag, auf einen kreativen Songaufbau steht, der sich vom klassischen Strophe-Refrain-Strophe-Refrain unterscheidet und gerne auch ab und an mal ein paar ungerade Takte vorbei fliegen sieht, macht mit dieser CD sicher keinen Fehler. Ich jedenfalls hab' mir schon beim ersten Lied 'nen Loch in' Bauch gefreut!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Die Last der Vorgänger wiegt tonnenschwer..., 29. September 2008
Eines vorweg: hätte jemand anderes als Biffy Clyro "Puzzle" eingespielt, wäre die Wertung positiver ausgefallen, aber das Trio aus Schottland hat mit "Blackened Sky", "The Vertigo Of Bliss" und "Infinity Land" drei tolle Alben abgeliefert, an denen sie sich messen lassen müssen.
Woran es nun liegt, daß Biffy Clyro ihren Sound auf ihrem vierten Album aufgrund spärlicherer Überraschungsmomente doch recht komerziell und durch die Länge der meisten Stücke zudem noch radiotauglich gestaltet haben, kann ich nicht beantworten. Daß allein der Wechsel von Beggars Banquet zu 14th Floor Records bzw. Roadrunner Schuld daran haben soll, wäre etwas zu einfach, aber einen großen Teil daran trägt mit Sicherheit Produzent Garth "GGGarth" Richardson, der sich nicht als Freund kantiger Rocksongs erweist.
Mit "Living Is A Problem Because Everything Dies" wurde zunächst ein opulenter Start gewählt, der durch einen Chor und Orchesterinstrumentalisierung mächtig Eindruck schinden kann. Ein positiver Effekt des Labelwechsels, der mit Sicherheit ein paar Pfund oder Dollars gekostet haben wird.
"Saturday Superhouse" fetzt ordentlich, mehr aber auch nicht und mit der fünften von insgesamt sechs Singles "Who's Got A Match" besorgt man einen zweineinhalb minütigen Partykracher.
"As Dust Dances" zeigt dann, daß es zu Biffy Clyros Stärken zählt, schöne Balladen zu komponieren. Vielleicht das eigentliche Highlight auf "Puzzle". Direkt im Anschluß daran ertönt "2/15ths". Es ist der erste von drei Teilen, zu denen noch "4/15ths", das ebenfalls am Ende eines Songs versteckt wurde und der regulären Track "9/15ths" gehören. Was zunächst nur als Pianomelodie ertönt, steigert sich über ruhigen Gesang bis hin zu einem fast beklemmenden Mantra.
Es folgt der recht biedere Mittelteil des Albums. "A Whole Child Ago" bleibt nicht mehr als gefällig, "Love Has A Diameter" ist ein potentieller Radiohit, der einen großen Mitsingfaktor besitzt, aber eben auch nicht viel mehr.
"The Conversation Is..." überzeugt mit eingängigem Refrain, verblasst dennoch im Vergleich zu älteren Biffy Clyro-Stücken. Auch "Get F**ked Stud" geht gut nach vorn. Das bewährte Laut-Leise-Prinzip schien auf den Vorgängern aber irgendwie einen Tick packender.
Deutlich besser schneiden hier "Now I'm Everyone" ab, der dritte richtig überzeugende Vortrag bedient den Fan doch noch mit Mut zum Experimentieren und eigenwilligen Parts und auch "Semi-Mental" kann erfreuen: druckvolle Nummer mit ordentlichem Tempo, lädt definitiv zum Abgehen ein.
Mit "Folding Stars" präsentieren die Mannen um Sänger und Gitarrist Simon Neil einen lupenreinen Popsong, der Neils verstorbenen Mutter gewidmet ist - sicherlich Geschmackssache, da sehr nahe am Pop, mir gefällt's dennoch, denn es hat einfach Tiefe und Ohrwurmcharakter.
"Machines" beendet "Puzzle". Eine ruhige Ballade, in der ebenfalls der Tod der Mutter verarbeitet wird. Ein tolles, ergreifendes Stück - ein versöhnlicher Abschluß.
Am Ende bleibt ein solides Rockalbum und die Johnston-Brüder Ben und James an Schlagzeug und Bass verstehen ihr Handwerk mindestens genau so gut wie Fronter Simon Neil.
Dennoch hinterlässt es einen faden Beigeschmack. Die Songs sind fast durchgehend glatt geworden, die Spielfreude und das Gefühl, das ich Biffy Clyro im Vorfeld attestiert habe, jede Nummer sich in die Richtung entwickeln zu lassen, die die Band für richtig erachtet, egal, ob der Hörer das nun gut oder eher störend empfinden mag, geht auf "Puzzle" zu großen Teilen verloren, auch wenn hier über sehr weite Strecken ordentlich gerockt wird. Hier liegt vielleicht mein Problem mit "Puzzle": nie hat man geradliniger gerockt - aber warum zu Lasten der Überraschungsmomente?!?
Wer die vorangegangen Alben mag, könnte enttäuscht werden, da vielen Nummern unter'm Strich ein wenig das gewisse Etwas fehlt, von dem es auf den beiden Vorgängern "The Vertigo of Bliss" und "Infinity Land" noch so wimmelte.
Warum die Komplexität des Sounds der Schotten hier dermaßen im Zaum gehalten wude, bleibt mir ein Rätsel, in dem mehr als ein Puzzlestück fehlt und schweren Herzens dazu führt, daß ich hier bei aller Sympathie nur drei Sterne geben kann.
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