In der Comedy gilt es bereits als Kunst, wenn man über Dieter Bohlen herzieht. Wenn die Comedians es sich einfach machen, ist es Kleinkunst. Geben sie sich ein bisschen mehr Mühe, ist es Carolin Kebekus. Die große Gossen-Klappe aus der Kölner Bronx hat ihr Programm als Erweiterung Ihres Programms in "Pussyterror" jetzt lesbar gemacht. Ob Gosse immer auch gleich sexy sein muss, glaube ich genauso wenig, wie ich seit Woody Allen jede Umschreibung für Selbstbefriedigung witzig finden muss. Trotzdem hat es etwas, wenn Carolin Kebekus in ihrem ersten Buch den ganz normalen Alltagswahnsinn parodiert. Und der begleitet uns in der Pubertät, findet im Fernsehen statt und manchmal auch im Supermarkt.
Jürgen von der Lippe, seit Jahrzehnten Dauerbrenner in der Comedyszene, bricht eine Lanze für die Kebekus, wenn er sie als "die talentierteste junge Frau im deutschen Comedy-Geschäft" bezeichnet. Geboren 1980 und als Komikerin, Schauspielerin und Sängerin mit Preisen überhäuft, ist sie inzwischen mehr als nur talentiert. Also eher bewährt.
"Pussyterror" zielt ordentlich unter die Gürtellinie, so wie "mann" sich Männerwitze beim Frauenstammtisch sonntags nach dem Fußball vorstellt. Carolin Kebekus ist damit das Missing Link zwischen Männer und Frauen oder das der Jugendlichen zwischen Pubertätsanfang und erstem Kind. Trotzdem hat nicht nur unser Zweitgeborener herzlich über Pussyterror gelacht. Der macht bald Abi und fand die Kebekus richtig gut. Als Quereinsteigerin gehört die gebürtige Bergisch-Gladbacherin längst zum Stammpersonal der Cemedyszene.