Der Fotoband "Pussy Club" von Dirk Krauzig aus der Edition Skylight enthält ca. 110 Schwarzweiß-Fotos von mehr oder weniger leicht, meist in Dessous und Strümpfen gekleideten jungen Damen, aufgenommen in dunklem, gemauertem Bar-Ambiente.
Vom Layout her ist der Band zweifellos der bislang gelungenste jener Reihe mit goldenem Buchrücken, mit Fotos im Hochformat, die durchgängig auf etwa das volle Seitenformat ausvergrößert sind. Elf Fotos im Querformat wurden doppelseitig gedruckt und mit großer Umsicht so angeordnet, dass der zerteilende Buchfalz keine Störung darstellt.
Der Titel passt. Etwa 80 Prozent der Fotos zeigen auch das entblößte rasierte Genital der durchweg hoch attraktiven Damen, die nicht selten, teilweise unter Zuhilfenahme von Dildos, Kugeln oder einer Perlenkette, auch ungeniert Hand an sich legen. Auf knapp zwei Dritteln der Fotos haben die Modelle dabei Blickkontakt mit dem Betrachter, auf den restlichen genießen sie häufig selbstvergessen die eigene Berührung. In Farbe könnten die Bilder Teile von Fotostrecken in besseren englischen oder amerikanischen Männermagazinen sein. Die Schwarzweiß-Produktion, unter sicher sorgfältigster Nachbearbeitung der Kontraste, gibt den Fotos die maßgebliche künstlerische Note.
Das etwas schwülstig klingende Vorwort (vgl. die Amazon-Produktbeschreibung) reizt zur Heiterkeit, umschreibt aber durchaus treffend das Leitmotiv der Arbeiten. Das in diesem Zusammenhang ebenso aufschlussreiche Nachwort sei hier ergänzend auszugsweise zitiert: "Krauzig verzichtet auf hartes Blitzlicht und umgibt seine Modelle mit einer großen Menge spotartig eingesetzter Kunstlicht-Leuchten, bezieht vorhandenes Licht mit ein und schafft so eine einzigartige Plastizität der Beleuchtung, lenkt gezielt die Blicke des Zuschauers. Auch bei der Auswahl seiner Modelle geht er ungewöhnliche Wege, es ist die Ausstrahlung der Frauen, die ihn leitet, Charisma und Selbstbewußtsein sind ihm wichtiger als ewige Jugend und makellose Schönheit." (Zitat Ende.)
Fazit: Ein herausragender Band der Reihe, ein Hochgenuss für die männliche Libido wie auch für das kunstbeflissene Auge, kultiviertes Stimulans und gleichzeitig fesselnde fotografische Studie für den distinguierten Herrn, wenn auch leider völlig ungeeignet für sittlich gefestigte Gemüter. Als ähnlich explizit und wertvoll, mit jeweils eigenem Stil, seien aus der Reihe noch die Werke von Didier Carre und, leider im Layout nicht ganz so gelungen, da oftmals zu kleinformatig ausvergrößert, jene von Jean-Paul Four genannt.