Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
überschäumende Energie und Hingabe, 14. November 2009
Eines kann man Jamie Cullum nicht vorwerfen - dass er sich mit halben Sachen zufriedengibt. Er spielt Piano, als gäbe es kein Morgen, und bringt sich voll ein in jeden seiner Songs - egal, ob es eigene Kompositionen oder Cover sind. Niemals fehlt die Hingabe - weder bei den Liveshows noch bei diesem Album.
Nun ist die Beurteilung von Musik immer Geschmackssache und wird sehr subjektiv empfunden. Ich bin seit Jahren (obwohl altersmäßig kein Hüpfer mehr) großer Fan von Jamie Cullum, messe allerdings seine Leistungen immer irgendwie an seinem Album "Twentysomething", das für mich nach wie eines der genialsten Alben schlechthin ist. Nun stand auf Jamie bislang immer "Jazz-Musiker" drauf, nach "The Pursuit" bin ich mir aber nicht mehr so sicher, ob auch noch Jazz-Musiker drin ist. Beim Opener "Just One Of Those Things" zweifellos - ein Stück von Cole Porter, mit dem Count-Basie-Orchester als Kracher in Szene gesetzt und ein Superauftakt für dieses Album. Jamie kommt sehr vielseitig daher - von den Songs mit Ohrwurm-Potential ("I'm All Over It", "Wheels" "Don't stop The Music") über Pianoballaden ("If I Ruled The World", "Love Ain't Gonne Let You Down", "I Think I Love") über Samba ("You And Me Are Gone") bis zu Hip-Hop oder R & B - ähnlichen Stücken ("We Run Things", "Music Is Through"), letzteres sogar mit etwas schmutzigem Text, man merkt hier auch den Elektronik-Einfluss von Bruder Ben. Aus dem Stephen-Sondheim-Stück "Not While I'm Around" hätte man etwas mehr herausholen können, das kommt etwas langweilig daher.
Keineswegs langweilig ist das Durchhören von "The Pursuit" - gerade wegen der vielen verschiedenen Einflüsse, mit denen Cullum experimentiert. Das Problem für mich ist ein wenig die Zielgruppe - welcher Jazzfan begeistert sich für Hip-Hop und umgekehrt? Sicher gibt es viele Musikfans, die für alles offen sind - die positive Resonanz auf das Album beweist es ja. Ich selbst hätte mir etwas mehr Jazz gewünscht. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob etwas Kalkül dabei ist. Will Cullum das doch meist etwas ältere Jazz-Publikum der Konzertsäle verweisen und lieber jüngere Pop/Dance/R&B-Fans hereinholen? Vielleicht ist es auch hier wie überall - man möchte die Älteren nicht so gern dabeihaben.
Trotzdem - ein Highlight bei Jamie Cullum sind für mich immer die mit unglaublicher Energie und Hingabe gespielten Piano-Soli, mit denen ich auf diesem Album auch wieder reichlich verwöhnt werde.
Leider klingt das Album teilweise übersteuert - wenn es an verschiedenen Stellen in den Ohren wehtut, kann es nicht wirklich sauber abgemischt sein.
Auf der Luxus-Edition befinden sich noch zwei Perlen - "Gran Torino" und "Grace Is Gone", die Titelsongs zu den gleichnamigen Filmen, die in Zusammenarbeit mit Clint Eastwood entstanden sind.
Insgesamt ein sehr gutes Album. Sorry, Jamie, für die beiden Punkte Abzug. Aber Du hast Deine eigene Messlatte selbst schon vor Jahren sehr, sehr hoch gehängt.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Jamie in der Trickkiste, 12. Dezember 2009
Wer Jamie bisher mochte, den wird dieses Album zumindest zu Beginn enttäuschen. Berauschend steigt er ein mit seinen typischen Jazzsounds, mit BigBand und wie immer großer Begeisterung doch spätestens nach dem dritten Song beginnt man sich zu fragen, in welche Richtung sich dieses kleine Meisterwerk denn nun noch bewegen wird. Da hört man viel aus der sumpfigen Popkiste, bis hin zu verdächtlich nach Abba klingenden Songenden, da lassen sich diverse Einflüsse aus der elektronischen Musik entdecken, da brodelt es verdächtlich unter der Jazzhaube. Nicht dass man sich beeindrucken lassen sollte von dem (seit neusten kusierenden)Titel eines "Popstars", jedoch werden sowohl die Fans der ersten Alben wie die Neuen vor dem ein oder anderen Song stehen und nicht wissen, wohin sie ihn denn stecken sollen, diesen "neuen" Jamie. Wer sich musikalisch darauf einlässt, dieses Album nicht zu einer bestimmten Gelegenheit einfach durchlaufen lassen zu können, sondern sich auf jeden Song neu einstellen zu müssen, für den wird es eine Entdeckungsreise werden, die spannend und aufregend ist, aber gleichzeitig auch einige seichte Stellen parat hält. Wer sich auf den alten Jamie gefreut hat, wird sicherlich enttäuscht sein. Für Menschen, die sich sicher sein wollen, dass weniger der kommerzielle Gedanke hinter der Musik steht, für den seien die ersten Alben zuerst empfohlen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wie ein bunter Wald im Herbst, 16. November 2009
Womit soll ich beginnen? Ich wage zu behaupten, dass "I'm all over it" eines der absolut besten Lieder des heurigen Jahres ist und was Jamie sonst noch auf dieses Album gepackt hat, grenzt an eine Meisterleistung, wie nur er sie vollbringen kann. Ich bin ja vorbelastet. Seine vorigen Werke sind ständige Wegbegleiter und ohne "What a Difference a Day made" geh ich ja gar nicht aus dem Haus. Wer nun "The Pursuit" zum ersten Mal hört, wird sich unweigerlich in "Wheels" und "Mixtape" verlieben. Als ich zum ersten Mal "If I Ruled The World" erlebt habe, dachte ich an Sonnenuntergänge und das bunte Blätterspiel im Herbst, so viel Schönheit und Ehrlichkeit liegt in diesem Lied. "Don't stop the Music" ist dramatisch und spannend, während "Music Is Through" so zum Tanzen einlädt, dass niemand stillsitzen kann. Eine absolute Weiterentwicklung zu den Songs des Vorgängers. Die würzige Mischung aus Jazz und Pop funktioniert von der ersten bis zur letzten Sekunde. Ein Vorredner von mir hat gesagt, dass einem diese Melodien bis in den Schlaf verfolgen. Ich stimme zu 100% zu. Kaufen, rein in den CD-Player, zurücklehnen und genießen.
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