"Purpurschatten" ist ein typischer Vandenberg-Roman. Der Autor benutzt eine interessante, wortreiche und von vielen Metaphern geprägte Schreibweise, die gut zu lesen ist. Woran der Roman allerdings am meisten krankt, ist die vorhersehbare und durchschaubare Handlung, schließlich hat auch der Leser einen Funken Verstand und kann vorausahnen wie das Buch endet. Diesen Schwachpunkt versucht Vandenberg zu kompensieren, indem er die Spannung durch gewisse Rastlosigkeit aufrechterhält, d.h. es kommt dem Leser vor, als würde der Protagonist durch die Handlung "hetzen", von einer Szene zur nächsten. Kleine Nebenstränge, die wie Anekdoten wirken, lassen die Charaktere facettenreicher wirken, aber sie kommen dem Leser stellenweise auch unnötig vor; so als ob sie den Haupthandlungsstrang etwas dehnen wollten. Vielleicht soll damit ja wiederum die Rastlosigkeit des Protagonisten ausgeglichen werden. Insgesamt aber ein netter und leicht zu lesender Vatikan-Roman, eine wunderbare Urlaubs-Lektüre. Natürlich kann sich "Purpurschatten" mit Werken wie Thomas Giffords "Assassini" nicht messen.