Rolling Stone, Februar 2004
Berliner Eigensinn statt US-fixierten Traditionsbewusstsein: Seit Jens Thomas hat kein Klaviertrio so originell die deutsche Szene geentert. Carsten Daerr verbindet freies mit betont lyrischem Spiel und schafft es wie Eric Schaefer an den Drums, dass selbst abenteuerliche Wendungen rund klingen, zwanglos originell.
Jazzthetik, Dezember 2003
Carsten Daerr hat mit seinen Partnern Oliver Potratz und Eric Schaefer eine Trioplatte aufgenommen, die gegenüber dem meisten deutschen Produktionen eine ungeheure Stärke hat: Obwohl Klassiker wie "Nardis" und "My Funny Valentine" zitiert oder interpretiert werden, obwohl der Ansatz geradezu konservativ ist - es gibt klare Formen, keine rappenden Gäste oder andere Gimmicks - gibt es keine Redundanz, kein Malen nach Zahlen. So knapp und sympathisch die kurzen Texte die Stücke erläutern, so pointiert bringt das Trio die eigenen musikalischen Ideen auf den Punkt. Ich suche alte, ehrwüdige Namen, um das Pianospiel des Rookies zu beschreiben, und lande dann bei Jackie Terrasson, Jason Moran und Esbjörn Svensson. Die haben Daerr noch einiges an Lebenserfahrung und technischer Brillanz voraus, aber was ich meine, ist der Effekt, mit wenigen Mitteln aufhorchen zu lassen und einem immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass dies hier die Gegenwart ist.