Ein extremes und einzigartiges Kochbuch, hier ist es fast angebracht von einem Opus zu sprechen.
Die Rezepte sind ebenso kreativ, wie zeit- und zutatenaufwendig- jedes Gericht setzt sich zusammen aus mehreren Einzelkompositionen, so das für beispielsweise ein Dessert alleine ohne weiteres ein halber Tag an Zubereitung veranschlagt werden darf.
Aus dem Stoff dieses Bandes hätten andere Herausgeber mehrere Bände gemacht.
Im Vergleich zu anderen Spitzenköchen wie Björn Freitag oder Otto Koch, die ebenso interessante und teils sehr extravagante Gourmetmenus mit überschaubarem Zeitaufwand und überschaubar Zutatenliste vorstellen, ist diese Küche- zumindest für mich- jedoch zu aufwendig, in der Praxis nicht durchführbar.
Die halbwegs "normalen" und auch die ziemlich ambitionierten Freizeitköche, die ggfs. alleine oder zu zweit kochen, werden schnell an ihre Grenzen stoßen: nicht weil die Kreationen jeweils für sich so schwer nachzuvollziehen wären, sondern schier an den ellenlangen Zutatenlisten und den vielen Arbeitsgängen, die ja auch zeitlich koordiniert und abgearbeitet werden müssen.
Für diejenigen, die es in einem Kochverein, oder einem (Semi-)Profiteam mit mehreren Arbeitsgruppen kulinarisch einmal richtig krachen lassen möchten, kann dieses Buch durchaus Spaß bereiten.
Das Buch verzichtet auf die teils sonst üblichen Selbstbeweihräucherungen und Fotostrecken über Meisterkoch, seine Mannschaft, seine Küche, sein Hotel, Boot und Auto, sondern versteht sich durchaus als ernsthafte Anleitung in die Sterneküche mit Rezepten, Rezepten, Rezepten für die Sterneküche unter uns.
Da ich nicht zu dieser kleinen Elitegruppe gehöre, schweren Herzens (und auch mit einer gewissen Erleichterung ob den knapp entgangenen tagelangen Intensiv-Kochsessions) zurückgesendet.