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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wortwitz und Alltagsgrotesken,
Von
Rezension bezieht sich auf: Pure Anarchie. Stories (Gebundene Ausgabe)
In der Dichte, in der Woody Allen Pointen setzt, wäre es vermessen zu erwarten, dass jede gleich intensiv zündet. Und die Kunst Woody Allens spaltet ja ohnehin ziemlich klar in unbeirrbare Fans, müde Fans und Ablehende. Bei dem umfassenden Filmwerk können Wiederholungen nicht ausgeschlossen sein, und wer in seiner persönlichen Woody-Allen-Euphorie laufend oder überhaupt neue Steigerungen erwartet, muss unweigerlich enttäuscht werden.Wer aber eine amüsante und wache Sicht auf die Grotesken des Alltags erwartet, und teilweise auch brüllend komische Wendungen von den immerwährenden Sinnfragen mit sofortiger Erdung ins Banale, der wird ohne Zweifel erneut in unvergleichlicher Allenscher Manier auf seine Kosten kommen. In beispielloser Dichte hatte ich das Gefühl, dass Formulierungen so schön prägnant gewählt und Worte so einzigartig in Zusammenhang gesetzt wurden, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie ein aufmerksamer und vorurteilsfreier Leser mit "Woody-Allen-Vorsympathie" hier wirklich enttäuscht werden kann. Und im Übrigen noch eines: Vielen Dank für die Pauschalierungsversuche der Vorkritiker, aber als langjähriger und intensiver Woody-Allen-Verfolger bin ich mit hohem und ebenso geschultem Anspruch hier sehr auf meine Kosten gekommen. Daher: Ohne irgendwelchen Werbeversprechen aufgesessen zu sein (das Buch lag einfach auf dem Geburtstagstisch): Uneingeschränkte Empfehlung für kurzweilige Lektüre !! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Halt Anarchie mit Phantasie,
Von Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Pure Anarchie: Stories: Storys (Taschenbuch)
"Die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende."Vorweg: Besitzer von Alles von Allen können dieses Buch auch kaufen, denn keine der hier enthaltenen Geschichten ist dort enthalten. Wie auch andere war ich ein wenig (nur ein wenig) enttäuscht von der neuen Storysammlung von Woody Allen. Nachdem Alles von Allen zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört, ein Buch, das ein Meisterwerk an Komik, Intelligenz und Sprachfreude ist, und vom Theaterstück bis zur Literaturparodie zu überzeugen weiß, hatte ich bei diesen neuen Geschichten vielleicht auch zu viel erwartet. Denn Allen ist eindeutig ein wenig mauscheliger geworden, pessimistischer vielleicht auch und vor allem gegen Ende vermögen seine Geschichten vielleicht nicht mehr so ganz zu überzeugen; seine Loser sind schon etwas über das Losertum hinaus und sind eigentlich nur noch Karikaturen von Karikaturen des gescheiterten Menschen von heute. Von der schlechten Übersetzung habe ich nichts gemerkt, will es aber auch nicht ausschließen, dass das Buch im Englischen besser ist. Trotz allem sind diese neurotischen, völlig übergeschnappten Parodien und Travestien sicherlich immer noch lesenswert, gerade für den, der noch nie etwas von Allen gelesen hat. Ein Schmunzler ist immer noch und immer wieder darin, was vor allem an den Sprachgestaltungen und dem unaufhörlichen, (im guten Sinne) überbordenden Slapstick liegt, der den Stil Allens und auch seine Themen auszeichnet - er hat, kann man sogar sagen, den literarischen Slapstick erfunden! Diese, zur Übertreibung neigende, Eigenwilligkeit, die jede Geschichte halb phantastisch, halb satirisch werden lässt, verbindet er mit allen möglichen Themen, von der modernen Physik, über die Intellektuellen von Wien um 1900, bis zum grotesk anmutenden Versuch einer Renovierung, bei dem nicht nur finanziell alles den Bach runtergeht: "Damit setzte er weitere 90000 auf den Kostenvoranschlag, der inzwischen so dick war wie der Talmud und eben so viele Deutungen zuließ." Denn das kann man Allen nicht nehmen: Er ist hoch belesen und sehr intelligent und wer die ganzen Andeutungen, oder eher Seitenhiebe, zu verstehen weiß, wird auf jeden Fall seine heide Freude haben. Auch ist Allen kein schlechter Stilist und Schreiber und versteht sich auf die unterschiedlichsten Arten der Kurzgeschichte. Meine Empfehlung: Wenn Sie sich nicht für dieses Buch entscheiden können, so lesen sie auf jeden Fall "Alles von Allen", wo garantierte Vielfalt auf Sie wartet. Hier erlebt man halt eins: Pure Anarchie. Oder wie Allen sagen würde: "Ich bin so froh, dass sich das Universum endlich erklären lässt. Ich dachte schon, es läge an mir." Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nicht das angekündigte Ereignis,
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Pure Anarchie. Stories (Gebundene Ausgabe)
"Alle Erzählungen sind natürlich völlig irre, sprunghaft und chaotisch, und in jedem zweiten Satz versteckt sich eine abstruse Pointe. Woody Allen in Bestform." Was der Kritiker in der Zeitschrift MAX schreibt, lese ich in abgewandelter Form auch anderswo. Aber entweder haben diese Leser ein anderes Buch gelesen, einen getrübten Blick oder fallen leicht auf Etikettenschwindel herein. Alles andere als leicht fällt mir als Woody Allen-Fan das Eingeständnis, von seinem neuen Buch nicht begeistert zu sein. Und ich wäre neugierig, wie die Urteile ausfallen würden, wenn die Kritiker nicht wüssten, wer diese Erzählungen geschrieben hat. Beim Wein ist eine solche Kennerprobe einfacher durchzuführen als bei Büchern.Sicher, einige der neuen Erzählungen sind tatsächlich lesenswert und komisch. Aber allzu viele sind es leider nicht. In den schwachen Stücken suchte ich vergeblich nach diesen zweiten Sätzen, sondern arbeitete mich von konstruierten Pointen mühselig zum Schluss vor, um mich dann zu fragen, was nun das Komische oder Überraschende gewesen sein soll. Kommt hinzu, dass die meisten Stücke gar nicht neu sind, sondern bereits im "New Yorker" abgedruckt wurden, wo sie auch nicht jeden Leser zu Begeisterungsstürmen hinrissen. Da sich wahre Fans auf jedes Lebenszeichen ihrer Helden stürzen, wird sich auch die deutsche Übersetzung von "Mere Anarchy" gut verkaufen. Aber zumindest Berufskritiker sollten sich nicht völlig den Blick vernebeln lassen, nur weil der Autor Woody Allen heisst und uns so viel Geniales, Komisches und Einzigartiges bescherte. Auch Goethe schrieb Quatsch. Nur wird der in den meisten Gesamtausgaben vornehm verschwiegen. Mein Fazit: Wo Woody Allen drauf steht ist nicht immer Woody Allen drin. Zumindest nicht nur. Einige der neuen Erzählungen wirken so angestrengt komisch, dass man sie lieber nicht aufgenommen hätte. Aber zum Glück gibt es auch Highlights, die jedem Fan das gute Gefühl geben, Kauf und Lektüre hätten sich gelohnt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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