Rezension
'Die Musiker verbinden für ihr gegenwärtiges Programm Virtuosität, Musikzierfreude und Sensibilität für die subtilen Finessen dieser Musik zu einer Interpretationshaltung. So verfolgt der Musikfreund heutiger Tage mit Interesse und beifälligem Vergnügen dieses Porträt zweier Brüder.' (Klassik-heute.com)
Kurzbeschreibung
Während der Ruhm von Henry Purcell, der bereits zu Lebzeiten als Orpheus Brittannicus gefeiert wurde, noch heute andauert, ist sein fünf Jahre jüngerer Bruder fast völlig vergessen. Dabei war Daniel (ca.1664-1717) in seiner Zeit eine anerkannte Größe, besonders in den Jahren nach dem frühen Tod des Bruders konnte er als Bühnenkomponist große Erfolge feiern. Heute dagegen ist schon die Tatsache, dass der berühmte Henry überhaupt einen Bruder hatte, weithin unbekannt. Ende des 17. Jahrhunderts war London ein Schmelztiegel der verschiedenen in Europa herrschenden Stile. König Charles II. hatte in seinem französischen Exil den 'gout français' schätzen gelernt und am Hofe eingeführt. Zudem war London Treffpunkt und Arbeitsplatz für viele hervorragende Musiker aus Frankreich, Deutschland und Italien. Die auf der CD vorgestellten Stücke entsprechen stilistisch dieser Vielfalt und sind repräsentativ für die englische Musiklandschaft dieser Zeit. Das Ensemble Mediolanum stellt die Werke von Daniel und Henry ganz bewusst gegeneinander und zeigt damit die stilistische Vielfalt der Brüder, aber auch das beiderseitige hohe kompositorische Können. Dabei entsteht ein Programm voller Spannung und Abwechslung.