Eins vorweg. Ich vergebe drei Sterne, weil drei Sterne wohl "nicht schlecht" bedeutet. Das war es nicht, aber auch nicht mehr. Ich habe mich von den bisherigen Rezensionen zum Kauf des Buches animieren lassen und mir definitiv mehr erhofft. Die hier bislang beschriebene Spannung kam bei mir nicht auf. Aber jedem kann ja auch nicht das gleiche gefallen. Das Buch war auf jeden Fall eines der Bücher, die ich ohne Weiteres zu jeder Zeit weglegen und mich anderen Sachen widmen konnte. Selbst auf Seite 303 von 325 habe ich einen letzten Zwischenstopp eingelegt. Trotzdem - und deswegen "nicht schlecht" - habe ich es bis zum Ende gelesen, was ich nicht mache, wenn mich ein Buch gar nicht interessiert.
In der Geschichte geht es um eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die ein Geheimnis birgt, dessen Geheimhaltung ihr 1 Million Euro wert ist. Es geht um einen - im Buch als hochintelligent dargestellten - Serienkiller, der fast allen seinen Opfern die Herzen rausschneidet und sie mit Schminke und Spiegel drapiert. Dabei verbindet den Täter, die Opfer und die Geschäftsfrau etwas miteinander, was schließlich deren Untergang sein soll.
Alles in allem ist die Geschichte rund. Die Handlungsstränge verweben sich nach und nach zu einem Geflecht, welches recht stabil zu sein scheint. Es gibt auch kein überraschendes, an den Haaren herbeigezogenes Ende. Gleichwohl plätschert die Geschichte so vor sich hin. Das Buch ist definitiv keines, bei dem beim Lesen der Atem stockt. Die Autorin hat es bei mir auch nicht geschafft, dass ich mich den Handelnden irgendwie nähern konnte. Weder den Opfern, deren Angehörigen, dem Täter, der Polizei oder der ominösen Geschäftsfrau. Ansätze der Annäherung an Personen machte die Autorin zunichte. So z. B. gibt es im Buch die Mutter eines Opfers, eine Professorin, die heute ausdrücklich auf ihrem Titel besteht und ihre Kompetenzen kommuniziert. Morgen jedoch - ohne weiteres Aufhebens - dem Ermittler das "Du" anbietet und auf dicke Tunke macht.
Wie auch immer. Eine Kaufempfehlung wie meine Vorrezensenten kann ich nicht abgeben, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich NICHT streiten.
Soweit ich das beurteilen kann, ohne die drei Vorgängerbücher gelesen zu haben, kann ich ruhigen Gewissens empfehlen, den 4. Teil Puppenspiele zu lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Ich jedenfalls hatte beim Lesen des Buches zu keiner Zeit den Eindruck, dass mir Informationen um den Ermittler und dessen Team fehlen.