Vergleicht man "Pumuckl und der blaue Klabauter" mit der populären Fernsehserie, fällt auf, dass er weder deren Charme hat, noch in sich stimmig ist.
Der Film ist durchaus nett anzusehen, bietet kindgerechte Unterhaltung und mit Towie Kleiner als Nachfolger des legendären Meister Eder alias Gustl Bayrhammer eine symphatische Figur die hervorragend mit dem kleinen Kobold harmoniert - allerdings mutet der Film in manchen Stellen an, als hätten die Drehbuchautoren Mühe, die Ereignisse die dazu führen, dass Pumuckl auf den blauen Klabauter trifft, plausibel zu machen.
Zum ersten: in der Serie haben wir gelernt, dass es oberstes Koboldgesetz ist, dass ein Kobold bei dem bleiben muss, der ihn einmal gesehen hat. Trotzdem erscheint es nun als normal, dass Pumuckl seinen Meister Eder verlässt - im totalen Widerspruch zur Serie. Meister Eder begründet dies mit "Kinder gehen auch irgendwann aus dem Haus. Warum soll das bei Kobolden anders sein?". Man wird hier das Gefühl nicht los, als suchten die Macher des Filmes verzweifelt nach Möglichkeiten, auf der ganzen Linie etwas Neues zu bieten - ungeachtet dadurch entstehender diverser Ungereihmtheiten. Der Film harmoniert deshalb nicht mit der Serie, deren Nachfolger er ja eigentlich sein soll.
Zweitens: in der Serie spielt alles in unserer vertrauten, rational erklärbaren Welt. Mit Ausnahme der Figur des Pumuckl natürlich. Ansonsten aber gehorcht alles den uns bekannten physikalischen Gesetzen. Nun aber gibt es plötzlich sogar Zauberei und ähnliches. Hätte der kleine Naseweis seinen Meister Eder, der in der Serie ja gewissermaßen auch ein wenig als dessen Lehrherr fungierte wie so oft in der Serie Rat eingeholt, z. B. ob es denn wirklich Zauberei gäbe, hätte dieser sicherlich geantwortet: "Na, Pumuckl, des gibt's ned! Des san doch bloß Tricks."
Im übrigen weicht der Film von der Originalgeschichte "Pumuckl und der blaue Klabauter" erheblich ab. Die eigentliche Geschichte fügt sich durchaus in die Serie der übrigen Geschichten ein. Der Film leider nicht so ganz.
Schade auch, dass Gustl Bayrhammer synchronisiert werden musste, da er kurz nach Ende der Dreharbeiten starb. Die Stimme passt irgendwie nicht so richtig, aber das kann man ja nun nicht dem Film zum Vorwurf machen.
Und auch die Werkstatt ist nicht mehr dieselbe, da die alte mittlerweile abgerissen wurde. Noch ein Beitrag dazu, dass das Flair der Serie etwas fehlt.
Trotzdem: ein netter Film und für Fans des Kobold selbstverständlich ein Muss. Sieht man über die etwas abstruse Story hinweg, wird man bestens unterhalten und der Film ist ja auch an sich nicht schlecht - nur dem Vergleich mit der Serie hält er nicht ganz stand.