so schaut's aus im schneckenhaus: wer schon immer mit der idee geliebaeugelt hat, selbst ein etablissement im milieu zu eroeffnen, der bekommt hier das grundruestzeug dazu, um nicht schon am anfang die kapitalsten fehler zu begehen: apropos kapital - ohne eigenes in nicht unbetraechtlichem anteil sieht es am rotbeleuchteten markt nicht gut aus.
denn wer wert auf stil und anspechendes ambiente legt, sich abheben moechte von der schmuddel-szene guertelabwaerts, der braucht eben bares, um anstaendig aufzutischen.
angefangen von der groesse und lage der location ueber die schnuckeligen maedchen bis zur bordverpflegung, sprich das, was den kunden um ihr eintrittsgeld tatsaechlich an kulinarischem "aufgetischt" wird.
aber das ist noch laengst nicht alles, was einen in diesem buechlein erwartet:
wie gelange ich an die maedchen, ohne als zuhaelter mit dem gesetz in konflikt zu kommen?
wie wehre ich mich gegen konkurrenz bzw. arrangiere mich mit ihr?
welches personal brauche ich?
wie betreibe ich beziehungspflege mit den huetern des gesetzes?
und schliesslich: was macht der "saunaclub" anders als vergleichbare geschaeftsmodelle?
dr. gerhardinger gibt offen und mit einer branchenuntypischen ehrlichkeit auskunft ueber sinn und unsinn in einem allzu beruechtigten milieu, das noch weit von der gesellschaftsfaehigkeit entfernt ist - aber er arbeitet daran; dass sich das aendert, in absehbarer zeit.
man muss wegkommen vom schlechten image aus gewalttaetigeren zeiten, in denen die maedchen nur als ware angesehen wurden.
in wahrheit sind sie doch kapitale mitarbeiterinnen, die bestmoeglich gemanagt werden wollen.
als gelernter betriebswirt und soziologe bemueht sich der "dr. auf abwegen" nach leibeskraeften, seinen traum vom boersengang und vom franchise-unternehmen in die wirklichkeit umzusetzen.
zu wuenschen waere es ihm; denn es bietet die einzigartige moeglichkeit, das "aelteste" gewerbe der welt von jener ekligen patina zu befreien, die ihm zu unrecht anhaftet, verursacht durch skrupellose menschenhaendler, die gottseidank eine aussterbende rasse scheinen.
was waere das fuer eine welt, wenn die damen endlich als anerkannte sexarbeiterinnen ihrem (sicher nie aussterbenden) gewerbe nachgehen koennten, ohne um ihre gesundheit oder gar ihr leben fuerchten zu muessen.
- wenn da nicht diese tiefsitzenden vorurteile unserer biedermeierlichen gesellschaft waeren; und die knueppel einer ewiggestrigen behoerde, die unternehmen solcherart unterstuetzen sollte, da sie versucht, das kriminelle an der chose gaenzlich auszuklammern!
obwohl der autor viel unternehmerische erfahrung und auch den noetigen ehrgeiz mitzubringen scheint (unter anderem war er fuer die betrieblichen genehmigungen der cineplexx-standorte verantwortlich), wuensche ich ihm viel glueck, diesem ambitionierten don quijote aus der "sauberen" wirtschaftswelt - er wird es wohl brauchen ...