Der Ersteindruck ist zweifelsohne von der Frage geprägt, ob denn bei dem Sänger noch alle Fortpflanzungsorgane an Ort und Stelle sind. Wenn man diese Fragestellung aber erstmal hinter sich gelassen hat, realisiert man, dass Windmill aus weit mehr als einer femininen Männerstimme besteht. Da gibt es ein Piano, Schlagzeug&Bass, manchmal Chor und Geigen. All das wird verflochten zu einem Strang Harmonie, zu Ohrwürmern, die einen nicht mehr loslassen und irgendwo da ansetzen, wo Coldplay zu ihren besten Zeiten mal aufgehört haben.
Das, was in den Bann zieht, ist nicht nur die perfekte Symbiose aus besagter Stimme und stimmungsvollen Pianoklängen. Es ist das perfekte Arrangement aller Elemente: Das Schlagzeug, das immer dann einsetzt, wenn das Piano nicht mehr genügend Kraft hat, die geballte Emotion ausreichend zu vermitteln. Der Chor und die Streicher, die dann hinzukommen, wenn die Musik epische Höhen erklimmen möchte und sofort wieder verstummen, wenn das Piano alleine abrupte Melancholie folgen lässt. Diese Mischung aus "voller Breitseite" und minimalistischem Songwriter-Geplänkel gelingt durchgehend und schon bald frohlockt jeder Teil des Musikliebhaberselbsts wenn Windmill den Tokyo Moon besingt.
Puddle City Racing Lights ist ein Album, das sich tatsächlich anfühlt wie ein Lauf durch den strömenden Regen. Eigentlich hätte man ja Grund zur Trauer, aber irgendwie sieht man den Hoffnungsschimmer am Horizont und lächelt statt zu verzweifeln.
Anspieltipps: "Tokyo Moon", "Fluorescent Lights", "Asthmatic", "Tilting Trains"