Pucki steht vor der Entscheidung: Was soll ich werden. Das Abitur kommt nicht in Frage, da die Eltern meinen, die mittlere Reife reicht völlig aus. Immerhin darf sie etwas lernen. Pucki und ihre Eltern sind sich einig, dass sie erst einmal einen Haushalt kennenlernen soll. Pucki freut sich auf ihre Stelle, denn sie hat einen großen Wunsch: Einmal nach Italien. Ihre erste Stelle tritt sie, begleitet von 1000 Ermahnungen der Eltern und Gregors, bei Familie Wallner in Eisenach an, die dort eine große Kunsttischlerei betreibt. Außer dem Ehepaar Wallner leben noch der Großvater und die drei Kinder Gisela, Max und Moritz im Haus. Gisela ist eine Meisterin im Stiften von Intrigen, was Pucki bald zu spüren bekommt. Immerhin hat es kein Haus- und Kindermädchen dort lange ausgehalten. Doch Pucki ist fest entschlossen, es zu schaffen, schon um ihren Eltern, sowie Oberförster Gregor und ihrem Freund Claus zu beweisen, dass sie kein kleines Kind mehr ist und durchaus etwas kann. Auch die Jungen Max und Moritz ähneln sehr den Figuren von Wilhelm Busch. Pucki hat nur wenig Freizeit und kann sich bei den Kindern nicht recht durchsetzen, was diese natürlich ausnutzen. Die Erwachsenen hat sie nie auf ihrer Seite. Aus Angst vor den Eltern und Claus als Versagerin dazustehen, verschweigt sie jedoch, wie schlecht es ihr geht. Einmal beschuldigt sie der Großvater, eine Zigarre gestohlen zu haben. Wenig später entdeckt sie die Zigarrenkrümel in Max Schultasche. Er soll sich freiwillig stellen, aber aus Angst vor Schlägen lässt er es. Pucki will die Zigarrenreste nun selbst entsorgen und wird dabei erwischt. Auch ein Ausflug auf die Wartburg wird ein Fiasko. Mal sind die Kinder verschwunden, als sie sich die Burg genau ansieht. Dann fällt Moritz beim Toben hin und schlägt sich einen Zahn aus. Natürlich bekommt Pucki die Schuld in die Schuhe geschoben. Als sie sich in einem Brief an ihre Freundin Carmen ihren Kummer von der Seele schreiben will und alles sehr detailliert schildert, fällt die Mappe den Kindern in die Hände, die nichts Besseres zu tun haben, als diese den Erwachsenen zu zeigen. Sie bekommt die Kündigung, die sie ebenfalls verheimlicht. Ihr Freund Hans Rogaten hilft ihr bei der Stellensuche. Sie hat Glück und kommt bei dem Opernsänger Kurt Prell und seiner Frau Edda unter. Zum Haus gehören noch die Kinder Tristan (Tri) und Florestan (Flo) sowie die Haushälterin und Köchin Valerie (Va). Die Familie ist das Gegenteil von Wallners. Valerie begleitet Herrn Prell öfter am Klavier, da brennt auch schon mal das Essen an. Zerrissene Kleidung wird weggegeben anstatt sie zu flicken. Pucki hat eigentlich wenig zu tun. Sie darf in die Oper (natürlich Wagner, wie zu der Zeit üblich), sie darf in Ruhe die Burg besichtigen. Auch ist abends immer Gesellschaft bei Prells, wo immer kräftig gefeiert wird, wenn Geld da ist. Frau Prell ist Schriftstellerin (Schande!! Keine brave Hausfrau)und schreibt gerade an einem Roman, der sie sehr in Anspruch nimmt. Die Familie entspricht nicht dem damaligen Bild. Als Pucki Herrn Prell beim Singen unterstützen soll, geht es prompt daneben, weil sie sehr unmusikalisch ist. Sie schreibt an ihre Eltern: "Fürchtet nicht, dass ich zur Oper gehe, mein erstes Auftreten missglückte." Schlimm, wenn das Kind Künstlerin werden will. Diese gelten doch als "liederlich". Später hört sie eine Auseinandersetzung zwischen Prells. Er möchte eine Frau, die nur für den Haushalt und die Kinder da ist, er hat ja einen Namen, sie braucht keinen, das ist lächerlich. Nun ist Pucki entschlossen, neue Saiten aufzuziehen. Sie macht morgens Frühstück, flickt die Wäsche, erzählt Geschichten, in denen die Mütter grundsätzlich für ihre Kinder allem entsagen. Zum Schluss schafft sie es auch noch, Frau Prell mit einer kräftigen Standpauke, davon zu überzeugen, dass eine gute Frau ganz in der Hausarbeit und in der Kindererziehung aufzugehen hat. Frau Prell wirft daraufhin den Roman ins Feuer, da dieser vom Verlag abgelehnt wurde. Danach gibt sie die Arbeit auf, um eine gute Hausfrau zu sein, sie lernt sogar noch nähen. Wie konnte sie nur so selbstsüchtig sein? Als Pucki zu Hause von ihren (kulturellen) Erlebnissen erzählt, bekommt sie vom Oberförster zu hören : "Im Künstlerhause gab es wohl nicht so viel Arbeit, da kommt es wohl auch auf Ordnung nicht so an?" Schande, sie als Hausmädchen hat Zeit für Besichtigungen und Opernbesuche. Keiner traut ihr zu, dass sie den Haushalt bei Prells fast alleine bewältigt hat. Sie bleibt eben immer das Kind. Das Buch ist vielleicht für den Geschichts- und Deutschunterricht geeignet, um zu verdeutlichen, wie es für die Mädchen damals war. Man merkt, dass es im 3. Reich entstanden ist. Meiner Nichte würde ich es niemals schenken, wenn sie mal lesen kann. Ich kann nicht glauben, das Magda Trott berufstätig und Frauenrechtlerin war. Es muss sich dabei um eine Auftragsarbeit handeln. Schade, dass ein ähnliches Frauenbild von einer Eva Hermann gerade wieder so hochgehalten und von vielen auch noch beherzigt wird. Frau Hermann hätte an dieser Reihe bestimmt ihre Freude. Denn Frau Prell hat ja letztendlich auch unter ihrer Karriere gelitten und ist reumütig an den Herd zurückgekehrt.