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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Bregenzer "Spektakel",
Von Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Puccini-Tosca (DVD)
Die Inszenierung wird den Gegebenheiten der Bregenzer Seebühne gerecht. Sie ist faszinierend mit involvierenden Bildern. Man sollte diese speziellen inszenatorischen Gegebenheiten aber nicht mit einer normalen Opernbühne vergleichen. Natürlich ist alles "grobmaschiger", plakativer, spektakulär aufgezogen. Die Notwendigkeit einen großen Raum auszufüllen, erfordert manche Zugeständnisse an die personendramatische Interaktion. Von der sängerischen Seite ist anzumerken,daß die Tosca von Nadja Michael mit einem auffälligen Tremolo behaftet ist. In dieser Deutlichkeit womöglich Ergebnis der unter diesen Bedingungen notwendigen Kopfmikrofonierung. Schauspielerisch ist sie hervorragend.Gideon Sakhs singt einen durchaus ansprechenden Scarpia von emotionaler Präsenz. Die Tenorleistung von Goran Todorovich als Cavaradossi ist insgesamt im Hinblick auf die äußeren Umstände einer Freiluftveranstaltung beeindruckend. Negative Einlassungen zu dieser Leistung, entziehen sich bei aller Subjektivität der Nachvollziehbarkeit. Orchestral wird unter den Bedingungen(Zuspielung der Musik) durchaus ansprechend intoniert. Insgesamt eben eine "Freiluft-Tosca" mit allen Tücken. Die involvierende Inszenierung ist das hervorstechendste Plus. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ein schwieriger Fall,
Von Haleakala "Lahaina" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Puccini-Tosca (DVD)
Na schön, ich tendiere dazu, einer starken Regie viel abzugewinnen und dabei manchmal in Kauf zu nehmen, dass die musikalische Seite vielleicht nicht perfekt ist. Philipp Himmelmann traut sich, die Grausamkeiten des Textes (Scarpias Worte) szenisch umzusetzen. Nadja Michael zeigt ihre Tosca nicht als Diva, sondern als Frau, die entsetzlich leidet, aber auch eiskalt mordet. Kein Erbarmen mit dem Opfer, sondern da wird noch einmal zugetreten, wenn der verblutende Scarpia sich nicht mehr wehren kann. Er hat es aber auch wirklich nicht anders verdient. Was soll die noch immer zu sehende Reue der Tosca nach ihrer Tat an deutschen Bühnen? Michael ist aufregend in ihrer Körpersprache, leider lispelt sie noch immer und ist weiterhin kein überzeugender Sopran. Wäre sie doch lieber weiter den Mezzo-Weg gegangen, wer weiß... Gidon Saks ist ein Scarpia der seltsamen Art. Früher mal Bass, ist Saks nun ein Bariton mit fürchterlichen Problemen in den Höhen, ihm geht die Luft aus, er spielt sich um Kopf und Kragen (herrlich boshaft), spielt seine erotische Wirkung aus und singt noch nicht einmal passabel. Todorovich ist ein Tenor der Standardklasse, stört nicht, fällt aber auch nicht wirklich auf. Es gibt einige nette Regieeinfälle, die Personenregie zwischen Tosca und Scarpia ist nachahmenswert in ihrer Intensität und ihrem Mut. Musikalisch ist nichts erwähnenswert, auch nicht das Dirigat von Ulf Schirmer, das unentschieden zwischen Musikkrimi und Kapellmeistermittelmaß hin und herschwappt. So bleibt, trotz der guten, manchmal ungewohnt drastischen, szenischen Ansätze, eine Oper, deren männliche Protagonisten auch an mittelgroßen Bühnen wahrscheinlich ausgebuht würden.
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10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Das Auge - Bregenz gibt Tosca auf der Seebühne,
Von
Rezension bezieht sich auf: Puccini-Tosca (DVD)
Ein Abend auf der Bregenzer Festspielbühne ist immer ein Erlebnis. Der Bodensee und der abendlich-laue Seewind sind die wahren Hauptdarsteller, egal was gegeben wird. Im letzten Jahr hat sich dort der 45-jährige deutsche Regisseur Philipp Himmelmann an Puccinis Tosca versucht, was in diesem Jahr wiederholt werden wird und jetzt auch auf DVD vorliegt. Johannes Leiacker hat als eindrucksvolle Chiffre ein gigantisches, fünfzig mal zwanzig Meter großes Auge geschaffen, das sich den verschiedenen Herausforderungen der Handlung mit einer herausfahrbaren LCD-Flachbild-Iris anpasst. Es ist das Auge der Gräfin Attavanti, die Cavaradossi in einer Kirche als Vorbild für ein Fresko malt und das seine Geliebte, die Sängerin Floria Tosca, in die verhängnisvolle Eifersucht treibt. Das Auge gerät zur Spielfläche, nach der die Seebühne verlangt: universell einsetzbar, plakativ und vor allem spektakulär - es verfehlt seine Wirkung nicht. Besonders wenn am Ende des ersten Aktes zum "Te Deum" die in Pracht, Reichtum und Selbstgefälligkeit erstarrte Geistlichkeit nebelumweht in der Iris sichtbar wird und sie völlig reglos, nolens volens Zeugen eines Massakers an politischen Gefangenen am Bühnenboden durch die römischen Sicherheitskräfte Scarpias werden (wieder: das Auge, diesmal will es nichts sehen), dann treibt es Schauer über die Rücken der Zuschauer. Es bleibt leider der einzige Schauer, während Himmelmann mit manch sadistischem Bild vielleicht noch Schrecken verbreiten mag, doch plumper Schrecken ist im Theater noch lange kein Schauer. Die Hauptdarsteller bieten rein ästhetisch unbestritten was fürs Auge. Aber die Tosca kann nicht vom Auge allein leben. Die Figurenführung bleibt demgegenüber einfältig, manchmal auch nur schwer nachvollziehbar, vielleicht ist sie aber manchmal auch einfach nur ein Tribut an eine riesige Freiluftbühne mit eignenen Gesetzmäßigkeiten.Alles in allem ist Bregenz wieder ein großes Spektakel gelungen: Einen qualitativ musikalischen Höhenflug à la Salzburg oder New York wird kein Zuschauer ernsthaft erwarten. Das ist auch nicht das Konzept. Himmelmanns Tosca ist auch bestimmt keiner der absoluten Höhepunkte in der Seebühnengeschichte, wie es vielleicht David Pounteys Fliegender Holländer 1990/91 gewesen ist. Aber der Zuschauer kommt trotzdem auf seine Kosten. Denn der See und der Wind haben wie in jedem Jahr ihre Sache perfekt gemacht. Und sie haben bislang noch jede Aufführung geadelt. Die Tontechnik der DVD ist hervorragend und bietet akustisch Besseres, als die damalige Live-Aufführung es konnte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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