Ich kann diese DVD uneingeschränkt empfehlen. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Ponnelle-Inszenierungen, da er mir manchmal zu sehr in die Kiste mit dem Blattgold greift und zu sehr mit Weichzeichner u.ä. um sich wirft, diese Inszenierung jedoch ist wundervoll.
Ponnelle findet großartige Bilder für Butterflys Vertrauen, ihre Unschuld und ihre Einsamkeit.
Musikalisch muß man eigentlich nichts sagen: die Namen sprechen für sich.
Freni ist (auch optisch) eine herzzerreißende Cio-Cio San, mich wundert sehr, daß sie diese Rolle nie auf der Bühne gesungen hat. Schauspielerisch ist sie sehr bewegend und was die Stimme angeht, muß man sich ernsthaft fragen, ob wir heutzutage eigentlich wirklich eine Sopranistin haben, die ihr das Wasser reichen könnte.
Domingo ist ein Pinkerton wie er sein sollte: überheblich einer Kultur gegenüber die er nicht versteht, ansonsten aber eher gedanken- als herzlos und immerhin charmant genug daß man verstehen kann, wieso sich Butterfly so sehr in diesen Kerl verliebt.
Die Figur des Goro hat mich in dieser Fassung optisch allerdings eher an Loriot erinnert.
Ein Detail daß mir gut gefallen hat: Butterfly begeht in dieser Version nicht Seppuko, wie auf der Bühne fälschlicherweise oft dargestellt, sondern Jigai, die im alten Japan für Frauen vorgesehene Weise der rituellen Selbsttötung.
Ich finde den Film großartig, die bewegenste Butterfly, die ich jemals gesehen habe.
Niemand komme mir mit Maria Callas. Mit dieser Frau ist wie mit Fritz Wunderlich: man kann es nicht besser machen und es ist sinnlos, andere mit ihr zu vergleichen.
Also: kaufen, kaufen, kaufen!