Nee, ist doch nicht mein Stil. Oder diese Attitüde ist einfach nur veraltet. Alles was laut und dreckig ist wird gelobt. Er mag Krach, Lärm, Drogen aller - auch der miesen - Art, aber vor allem: er nimmt sich sehr wichtig, er schreibt andauernd über sich und wie er sich nun gerade fühlt, was knapp 40 Jahre später doch arg peinlich, überflüssig und langweilig wirkt. Jedenfalls auf mich.
Ausgerechnet Lou Reeds "Metal Machine Music" scheint seine Lieblings-"Musik" zu sein. Dazu noch die unwichtigen "Troggs" (one hit: "Wild Thing") und noch mehr Lou Reed, immer wieder Lou Reed.
Der 13 Seiten lange Aufsatz über Van Morrisons "Astral Weeks" ist derart unlesbar, dass ich's abgebrochen habe, resp. den Rest nur noch überflogen. Und das will was heißen, denn "Astral Weeks" ist mein Lieblings-Album meines "noch lebenden Lieblings-Sängers".
Ein Kapitel hat eine Überschrift, die mich natürlich sofort interessierte: "John Coltrane lebt".
Doch was muss ich lesen? Es geht um seine eigenen, um Bangs' klägliche Versuche, Saxophon zu erlernen und zu spielen. An der Art, wie er dies offensichtlich tat (lustlos, ohne Energie, nicht ernsthaft. Er hat's auch mit anderen Instrumenten und auf ähnlich kindische Art versucht), und wie er sein Hupen und Quietschen allen Ernstes mit Albert Ayler oder Pharoa Sanders verglich, schließe ich auch auf den Charakter dieses Typen, und das ist nicht positiv oder gar charmant. Offensichtlich war er ein drogensüchtiger, selbstverliebter Chaot auf Speed.
Das Kraftwerk-Kapitel ist ganz nett zu lesen, denn die beiden, Ralf und Florian, waren ihm wohl überlegen, sie ließen sich nicht auf Bangs ein sondern blieben ganz sie selbst. Und er merkte das (immerhin!) und hielt sich zurück.
In arte oder 3SAT lief vorgestern(?) der Film "Fear and Loathing in Las Vegas" und genau so stelle ich mir den Schreiber vor.