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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Schüßler-Theorie ohne Grundlage,
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Rezension bezieht sich auf: Psychosomatik und Biochemie nach Dr. Schüßler: Grundlagen - Praxis - Materia Medica (Taschenbuch)
Feichtinger, laut Eigenangaben ein wegen Krankheit frühpensionierter Lehrer und Autodidakt der Mineralstofflehre nach Dr. Schüßler sowie einer damit eng verbundenen "Anlitzanalyse", weist zu Recht auf ein Grundübel komplementärer, meist humanistischer Heilkunde hin: die Ignoranz gegenüber körperlich-biologischen Vorgängen. Mit der Verbindung von Psychologie und der Biochemie nach Schüßler glaubt der Autor, diesen Fehler vermeiden zu können und eine Synthese in Form einer Psychosomatik gefunden zu haben. Der Körper ist eine unendlich interpretierbare Variable, doch Feichtinger nimmt eindeutige Zuordnungen vor, beispielsweise wenn er die Geschmeidigkeit von Gelenken mit der "Beweglichkeit in der Kommunikation" zusammenbringt. Diese Attributierung kann man sich beim Autor gar nicht grob genug vorstellen; tief liegende Augen, breite Hüften oder rote Haare werden schonungslos und ohne jede Zurückhaltung psychisch interpretiert. Was nun die Biochemie nach Schüßler angeht, so soll dieser Arzt zwölf Mineralstoffe identifiziert haben, die die Zelle für ihr Funktionieren benötigt. Ein Mehr oder ein Weniger (meist ein Weniger) wirke sich nicht nur auf die Zellen, sondern auch auf Charakter und Psyche aus. Schüßler, der nicht weiter vorgestellt wird, war offensichtlich angesteckt von Virchows Zellularpathologie, die er freilich psychosomatisch missverstand. Was Feichtinger dazu verlautbart, schmerzt. Ob Lebensmittel vor 100 Jahren nährstoffhaltiger waren als heute, mag dahingestellt sein, doch dass Schüßler die Mineralstoffe "verdünnte", damit sie "durch die Zellwand" gehen, ist grober Unfug. Wie stark Schüßler verdünnte, bleibt ohnehin unklar. Feichtinger glaubt, eine Überdosierung sei so jedenfalls unmöglich, doch was ist mit einer Unterdosierung und damit Unwirksamkeit? Im Hauptteil des Buches, der gut 300 Seiten umfasst, werden die zwölf Mineralstoffe - genauer gesagt deren Fehlen - detailliert mit psychischen Eigenschaften korreliert. Die Genauigkeit der Angaben und die Sicherheit, mit denen der Autor seine Aussagen trifft, überraschen. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen vor, die eine Korrelation (wenn schon keine Kausalität) nahe legen? Welche Untersuchungen wurden gemacht, um die offenbar gut 100 Jahre alten Annahmen von Schüßler zu verifizieren? Was hat Feichtinger in der Hand? Die Antwort muss lauten: Nichts. Es gibt keine Studien, keine nachprüfbaren Beobachtungen, keine Experimente und keine Bestätigung der Experimente durch Dritte. - Ein teures Buch. Es zu kaufen bedeutet, nicht gerade wenig Geld zum Fenster hinauszuwerfen.
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