Freud hielt das Buch bei seinem Erscheinen für einen Meilenstein. Aus heutiger Sicht ist es eher lächerlich (und ich sage das als Anhänger Freuds !).
Der Grund dafür ist relativ einfach zu benennen: "Psychologismus", also die Eigenschaft alles was um uns herum geschieht mit psychologischen Mitteln (hier eher psychoanalytischen-) zu erklären.
Da werden aus einfachen Versprechern und Fehlleistungen gleich Mittel aufgezeigt, um zum Unbewussten vorzudringen. Neuere Erkenntnisse scheinen das teilweise zu bestätigen: Dinge geschehen durch "Automatismen" unbewusst, ob aber tatsächlich ein "Freudscher Versprecher" Ausdruck des Unbewussten ist, oder nur Ausdruck einer fehlerhaften Ausdrucksweise oder Wortschatz, darüber lässt sich auch heute noch gut streiten.
Das Buch punktet, wenn Freud die einzelnen Versprecher und Fehlleistungen herleitet. So einen analytisch geschickten Geist hat die westliche Welt in den letzten 2000 Jahren nur selten hervorgebracht.
Ansonsten erinnert viel an "Laienpsychologie", und die werden am meisten bei diesem Buch auf ihre Kosten kommen. Diese und Freud-Kritiker versteht sich.
Nicht umsonst wird "Zur Psychopathologie des Alltagslebens..." in Fachkreisen, als eine der Freudschen "Fehlleistungen" gesehen, und nicht umsonst wird das Buch von fachkundigen Anhängern der Psychoanalyse gerne übergangen, wenn es um Freud's Gesamtwerk geht.