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Psychopathia sexualis
 
 
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Psychopathia sexualis [Gebundene Ausgabe]

Richard von Krafft-Ebing
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 460 Seiten
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin; Auflage: 1., Aufl. (1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882213515
  • ISBN-13: 978-3882213515
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,9 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Psychopathia sexualis
OA 1886 Form Sachbuch Bereich Sexualwissenschaft
Psychopathia sexualis wurde weltweit Vorbild für eine Wissenschaft der Sexualpathologie; es war die erste systematische Klassifikation des gesamten Wissens der Zeit über ein bis da-hin verpöntes Forschungsgebiet. Eigentliche Ursache für sexuelle Abweichungen ist nach Richard von Krafft-Ebing die »Entartung«, eine angeblich durch Vererbung und durch die moderne Zivilisation bedingte Schwächung des Gehirns und des Zentralnervensystems.
Inhalt: Im ersten Teil erläutert Krafft-Ebing die Unterschiede der Geschlechter, die er in der Stärke und Kontinuität des Sexualtriebes begründet sieht. Im Gegensatz zum Mann sei das sinnliche Verlangen der Frau nur gering, sie verhalte sich von Natur aus passiv. Ihr Leben sei der Liebe und Mutterschaft gewidmet; der Mann wende sich hingegen anderen Interessen zu, wenn sein Trieb befriedigt ist. Die Frau sei im Wesentlichen monogam, der Mann eher polygam. Im dritten Kapitel kommt Krafft-Ebing zur allgemeinen Neuro- und Psychopathologie. Im Mittelpunkt steht die »Parästhesie des Sexualtriebes«. Hier wird der Begriff »pervers« definiert als jegliche Äußerung des Geschlechtstriebes, die nicht den Zwecken der Natur (Fortpflanzung) entspricht. Zur Erläuterung werden kolportierte und eigene Beobachtungen mit wesentlichem Augenmerk auf die Lust am Grausamen aufgeführt.
In Anlehnung an den Psychiater Carl F. O. Westphal (1833–1890) bezeichnet Krafft-Ebing die Homosexualität als »konträre Sexualempfindung« und sieht sie als meist angeborenes Leiden, als einen Mangel an sexueller Empfindung dem anderen Geschlecht gegenüber. Der Grund liege in Anomalien der Hirnfunktionen. Sie wird als »funktionelles Degenerationszeichen« bezeichnet. Es gebe keine Therapie, doch könne bei normalen Menschen der Trieb durch Erziehung eingedämmt werden. In der Regel angeboren, könne bei psychisch belasteten Individuen auch Masturbation Gelegenheit zur Ausbildung der erworbenen »konträren Sexualempfindung« geben.
Die letzten 15 Seiten widmet Krafft-Ebing dem Sexualtäter, wobei er zwischen der krankheitsbedingten Perversion natürlicher Triebe und dem kriminellen Vergehen eines »pervertierten Gemütes« gegen die Gesetze von Moral und Anstand unterscheidet. Er plädiert für eine Zusammenarbeit von Richtern und medizinischen Experten, sodass der kriminelle »Perverse« nicht bestraft, aber »zeitlebens unschädlich gemacht« werde.
Wirkung: Psychopathia sexualis wurde vor allem bei den Homosexuellen, die hier erstmals Verständnis fanden, ein großer Erfolg. Die Fachwelt hingegen nahm das Werk sehr reserviert auf. Einige Kritiker meinten, diese Art von Literatur könne sogar Perversionen hervorrufen. Krafft-Ebing verlor beinahe die Ehrenmitgliedschaft in der British Medical Association. Von 110 Seiten der Erstauflage 1886 erhöhte sich der Umfang bis zur siebten Auflage 1892 auf 432 Seiten. Besonders die Fallberichte und der Abschnitt über (erworbene) Homosexualität wurden erweitert und die Begriffe des Fetischismus, Sadismus und Masochismus (von Krafft-Ebing geprägt) eingeführt. Das Werk löste eine grundlegende wissenschaftliche Kontroverse über die Frage aus, ob sexuell abweichendes Verhalten auf Degenerations- oder auf Umweltfaktoren zurückzuführen sei. B. W. B.

Kurzbeschreibung

Im ersten Teil erläutert Krafft-Ebing die Unterschiede der Geschlechter, die er in der Stärke und Kontinuität des Sexualtriebes begründet sieht. Im Gegensatz zum Mann sei das sinnliche Verlangen der Frau nur gering, sie verhalte sich von Natur aus passiv. Ihr Leben sei der Liebe und Mutterschaft gewidmet; der Mann wende sich hingegen anderen Interessen zu, wenn sein Trieb befriedigt ist. Die Frau sei im Wesentlichen monogam, der Mann eher polygam. Im dritten Kapitel kommt Krafft-Ebing zur allgemeinen Neuro- und Psychopathologie. Im Mittelpunkt steht die >>Parästhesie des Sexualtriebes<<. Hier wird der Begriff >>pervers<< definiert als jegliche Äusserung des Geschlechtstriebes, die nicht den Zwecken der Natur (Fortpflanzung) entspricht. Zur Erläuterung werden kolportierte und eigene Beobachtungen mit wesentlichem Augenmerk auf die Lust am Grausamen aufgeführt. In Anlehnung an den Psychiater Carl F. O. Westphal (1833-1890) bezeichnet Krafft-Ebing die Homosexualität als >>konträre Sexualempfindung<< und sieht sie als meist angeborenes Leiden, als einen Mangel an sexueller Empfindung dem anderen Geschlecht gegenüber. Der Grund liege in Anomalien der Hirnfunktionen. Sie wird als >>funktionelles Degenerationszeichen<< bezeichnet. Es gebe keine Therapie, doch könne bei normalen Menschen der Trieb durch Erziehung eingedämmt werden. In der Regel angeboren, könne bei psychisch belasteten Individuen auch Masturbation Gelegenheit zur Ausbildung der erworbenen >>konträren Sexualempfindung<< geben. Die letzten 15 Seiten widmet Krafft-Ebing dem Sexualtäter, wobei er zwischen der krankheitsbedingten Perversion natürlicher Triebe und dem kriminellen Vergehen eines >>pervertierten Gemütes<< gegen die Gesetze von Moral und Anstand unterscheidet. Er plädiert für eine Zusammenarbeit von Richtern und medizinischen Experten, sodass der kriminelle >>Perverse<< nicht bestraft, aber >>zeitlebens unschädlich gemacht<< werde.


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kult, 6. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Psychopathia sexualis (Gebundene Ausgabe)
Die Abhandlung ist ja ein absoluter Klassiker und wurde schon von ganz anderen als mir rezensiert. Hier nur ein Tipp: Gleich das Langenscheidt-Pocket-Lexikon Latein->Deutsch mitbestellen, Krafft-Ebing wollte naemlich die wirklich interessanten Stellen nur einem eingeschraenkten Leserkreis zugaenglich machen und hat sie deshalb auf Lateinisch geschrieben.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Veraltet, aber äßerst unterhaltsam, 21. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Psychopathia sexualis (Gebundene Ausgabe)
Krafft-Ebbings Buch über sexuell fehlgeleitete Menschen, ist nach heutigen Ansichten veraltet bis reaktionär. Dennoch, es bietet: 1. Soviele Beschreibungen sexueller Neigungen wie kein anderes Buch das ich kenne 2. Ist es für gebildete Menschen ein nostalgisches, unterhaltendes Buch (allein das Heilmittel Brom gegen Homosexualität läßt mich immer wieder schmunzeln

Allerdings eine kleine Warnung: Es sind schon sehr detaillierte Beschreibungen von Sexualdelikten, die etwas heftiger sind als das was man sonst erfährt. Ich würde daß Buch erst für Personen ab 18 Jahren empfehlen

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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Umwerfendes Dokument, 25. Februar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Psychopathia sexualis (Gebundene Ausgabe)
Ein hoch interessantes Buch! Von A wie "Altweiberliebe" bis Z wie "Zopfabschneider" versucht der Autor - seinerzeit der mächtigste Gegenspieler von Freud -, alle bekannten "Perversionen" aufzulisten und beschreibt sie detailliert anhand zahlloser Fallbeispiele. Die 450 spannenden Seiten sind eng bedruckt.

Das Buch des Psychiaters wurde weltberühmt und in den 50er Jahren neu aufgelegt. Allerdings in einer gekürzten und kommentierten Version. Die vorliegende Ausgabe aber ist "100 Prozent O-Ton".

Sogar das Layout und die Schriftart der Ursprungsausgabe wurde beibehalten. So hat man ein tolles Dokument in den Händen und wundert sich über die Sprache der damaligen Zeit, wenn der Autor über "passiven Lustmord", "Nymphomanismus" oder "Päderastisierung" berichtet.

Wenn man in diesem Buch blättert, bekommt man einen unzensierten Einblick in die sexuelle Praxis vor hundert Jahren. Dabei wird klar, besonders beim Thema Sadismus und Masochismus: Deutschland ist heute erheblich "zivilisierter" geworden ...

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