Ich habe seit langem keinen psychologischen Thriller gelesen, der diese Bezeichnung derart verdient. Schon nach ein paar Seiten ist klar, dass der Autor einer vom Fach ist, der seinen umfangreichen Erfahrungsschatz aus dem Bereich der Psychatrie gerne und genial in seine Figuren – und vor allem die des Antagonisten – einfließen lässt. Die Gedanken des Serienmörders sind so gut beschrieben, dass man es ihm mehr als abkauft: man kann sich selbst darauf reinfallen sehen. Keine Vorahnung, perfekt verschleierte Verbrechen, deren bloßes Ergebnis für sich steht. Von einer Chance der Opfer keine Spur. Eine detailgenaue Charakteranalyse ohne zu erklären, sondern einzig durch Aktion und die Gedanken des Mörders erklärt. Auf dem Zenit stets, wenn es um die Wahl seiner Worte geht, wenn er zukünftige Opfer anspricht. Hut ab. Während der Zeit der Lektüre und kurz danach, ist es kaum möglich einen Fremden, der einen anspricht, nicht zu misstrauen. Es könnte jeder sein. Jeder nette Mensch.