Das Buch ist bemerkenswert, weil es sich beim schwierigen Thema „Psychologische Gutachten" an ebenso Psychologen, die Gutachten schreiben wollen, wendet wie auch an Nichtpsychologen, die ein Gutachten lesen und beurteilen wollen.
Schritt für Schritt wird alles erklärt. Für Nicht-Psychologen gibt es nun in der vierten Auflage ein eigenes Kapitel 20 „Hilfen zur Beurteilung psychologischer Gutachten durch Nichtpsychologen" und im Kapitel 24 „Checklisten für die Beurteilung psychologischer Gutachten durch Nichtpsychologen" sind 10 Checklisten zusammengestellt, die einem Gutachtenleser helfen, ein Gutachten auf Verständlichkeit und Nachprüfbarkeit zu beurteilen.
Besondere Leckerbissen sind die in dieser Auflage neuen Fälle im Kapitel 20. Dieses Kapitel allein ist ein kleines Buch für sich. Das erste Gutachten stellt ein psychologisches Gutachten zu Fragen des Umgangsrechts und der Umgangsregelung in einem familienrechtlichen Verfahren dar. Dieses Kapitel lässt einen wieder hoffen, dass in diesem schwierigen Gebiet rationale und nachvollziehbare Gutachten möglich sind. Ausgesprochen „spannend" ist das zweite Gutachten zur Glaubhaftigkeit einer Aussage einer 17-jährigen Zeugin, die angibt, mit sieben oder acht Jahren von einem Nachbarn vergewaltigt worden zu sein. Hier ist das im Anhang aufgeführte wörtliche Transkript des Interviews der Gutachterin mit der Zeugin in jeder Hinsicht beispielhaft.
Die vierte Auflage hat weiter die bewährte Gliederung am diagnostischen Prozess, die hilfreichen Checklisten und zeigt zum ersten Mal auf, wie die zugrunde liegende Theorie durch empirische Arbeiten gestützt wird.
Fazit: Dieses Buch ist „das" Buch für jeden, der mit psychologischen Gutachten zu tun hat oder sich hierzu näher informieren möchte.