Dieses Buch vermittelt einen völlig falschen Eindruck von der Psychologie als Wissenschaft. Die Thesen die der Autor vertritt sind vollkommen veraltet und überholt. Eine kleine Kostprobe: "Onanie ist eine Art Zwischenfall der Pubertät, wird jedoch eindeutig anormal, wenn sie vom Erwachsenen oder gar in der Ehe weiter betrieben wird." Das ist keine Psycholgie sondern neukatholischer, moralischer Schwachsinn. Auch die Erklärungsansätze zur Homosexualität sind unsinning. Pierre Daco bezeichnet sie als anormal und versucht sie auf Komplexe aus der Kindheit zurückzuführen. Homosexuelle Männer sind seiner Meinung nach alle impotent und Homosexualität ist eine schwere Persönlichkeitsstörung, die auf Minderwertigkeit, Frauenhaß und Entmännlichung beruht. Mehr als 100 Jahre psychologische Forschung haben jedoch ergeben, daß er abslut keinen Zusammenhang zwischen den Umweltfaktoren und der sexueller Orientierung gibt. Homosexualität ist aus heutiger Sicht auf biologische(genetische oder pränatale) Faktoren zurückzuführen und nicht auf unbewußte Kindheitskomplexe. Das Buch ist nicht nur im höchsten Maße homophob, sondern auch noch sexistisch. Eine Direktionssektetärin, Zahnärztin, Abteilungsleiterin ist nach Daco immer eine "männliche Frau", "die das Bedürfnis hat, sich aggressiv zu behaupten, die Männer ablehnt und sie zu erniedrigen sucht." In einigen wenigen Fällen mag es so was geben. Aber meisten Frauen, die einen typisch männlichen Beruf gewählt haben, tun diese im Zuge der Emanzipation und nicht als Ausdruck einer psychologischen Krankheit. Das schlimmste an diesem Buch ist aber, daß es ein vollkommen falsches Bild der Psychologie verbreitet das mit der heutigen Psychologie null und gar nichts gemein hat. Ich empfehle als Einstieg in die Pschologie statt dessen "DuMont Schnellkurs Psychologie" von Wolfgang Wiedemann oder "Psychologie" von David Myers.