Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Die Psychologie der Massen
OT Psychologie des foules OA 1895 Form Sachbuch Bereich Soziale Psychologie
In seiner Psychologie der Massen stellt Gustave Le Bon die Grundbegriffe des Massenvrhaltens dar und gilt somit als Begründer der Massenpsychologie.
Entstehung: Unter dem Eindruck eines grundlegenden Wertewandels der westlichen Gesellschaft sowie der wachsenden politischen Macht der Masse, der »jüngsten Herrscherin der Gegenwart«, entschloss sich Le Bon zu einer Untersuchung dieses Phänomens. Er verstand sein Werk als die erste systematische Auseinandersetzung mit der Masse als psychologisch erfassbarem Gegenstand.
Inhalt: Die radikale Grundthese von Le Bon lautet, dass die Masse eine Abart der rationalen menschlichen Existenz sei. So seien die negativen Erscheinungen des Massenverhaltens neben strukturellen (der Hoffnung auf Straffreiheit) vor allem psychologischen (dem Vorherrschen des Unbewussten) Elementen zuzuschreiben.
Als mitentscheidender Faktor für Massenverhalten spielt für Le Bon immer auch seine Rassentheorie eine bedeutende Rolle, in denen er darwinistische Bestandteile mit seinen Vorstellungen von »Nationalcharakter« kombiniert. So meint er feststellen zu können, dass z. B. bei den »lateinischen Massen« in besonderem Maße Intoleranz vorherrsche. Schwieriger einzuordnen sind Le Bons gelegentliche Hinweise auf die positive Wirkung der Masse. Teils äußert der Autor ausdrückliches Lob (»Frönen also die Massen oft niedrigen Instinkten, so bieten sie oft wieder ein Beispiel hochsittlichen Verhaltens«), teils sieht er in der Masse eine nützliche Funktion (»Ist das Gebäude einer Zivilisation wurmstichig geworden, so sind es stets die Massen, welche dessen Zusammensturz herbeiführen«). Le Bons Argumentation bleibt insgesamt dem zyklischen Geschichtsverständnis verhaftet. Davon zeugt seine Vorstellung von der notwendigen Ablösung der Demokratie durch die Tyrannei.
Aufbau: Im Aufmarsch der Massen sieht Le Bon eine allgemeinmenschliche Erscheinung und nimmt im ersten Buch seines dreiteiligen Werks eine Darstellung charakteristischer Merkmale der Massenseele vor. Als Erklärung für das Massenverhalten stellt der Soziologe zunächst das »psychologische Gesetz der seelischen Einheit« auf, indem er erklärt: »In der Kollektivseele verwischen sich die intellektuellen Fähigkeiten und damit die Individualität der Individuen«. Da also die Intelligenz der Einzelnen nivelliert werde, ist es »die Dummheit, nicht der geist, was sich in den Massen akkumuliert«. Aus diesem Grund benähmen sich Einzelne bisweilen in der Masse, wie sie es als Individuen nie tun würden.
Im Anschluss versucht Le Bon »Gefühl und Moral der Massen«, ihre Impulsivität und Intoleranz, ihren Autoritarismus und Konservativismus zu erklären Eigenschaften, welche die Masse zum geeigneten Spielball von Demagogen machen. Nach Le Bon besitzt die Masse eine eigene Sittlichkeit, die dazu führe, dass die Interessen Einzelner den Interessen der Gemeinschaft untergeordnet werden, was das oft heroische Verhalten der Masse erkläre.
Im zweiten Buch geht Le Bon auf die spezifischen Einflussfaktoren, auf die Anschauungen der Masse sowie auf die Eigenschaften der »Führer der Massen« ein. Die aufgezeigten Methoden der Kontrolle und die Rolle des Prestige wirken angesichts der totalitären Geschichte des 20. Jahrhunderts geradezu prophetisch. Im dritten Buch unternimmt Le Bon schließlich eine Klassifizierung und Beschreibung der verschiedenen Formen der Massen.
Wirkung: Die Psychologie der Massen war lange Zeit das Standardwerk zum Massenverhalten. So bezog sich Sigmund R Freud in seinen Arbeiten zur Massenpsychologie explizit auf Le Bon. Ernüchternd ist allerdings die Annahme, dass sich Adolf Hitler die von Le Bon aufgeführten pragmatischen Methoden der Massenzähmung zu Eigen gemacht hat. Das Werk bietet eine nach wie vor faszinierende soziologische Studie sowohl der »Masse« wie auch der Gedankenwelt ihres Kritikers. B. A. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Die Psychologie der Massen
OT Psychologie des foules OA 1895 Form Sachbuch Bereich Soziale Psychologie
In seiner Psychologie der Massen stellt Gustave Le Bon die Grundbegriffe des Massenvrhaltens dar und gilt somit als Begründer der Massenpsychologie.
Entstehung: Unter dem Eindruck eines grundlegenden Wertewandels der westlichen Gesellschaft sowie der wachsenden politischen Macht der Masse, der »jüngsten Herrscherin der Gegenwart«, entschloss sich Le Bon zu einer Untersuchung dieses Phänomens. Er verstand sein Werk als die erste systematische Auseinandersetzung mit der Masse als psychologisch erfassbarem Gegenstand.
Inhalt: Die radikale Grundthese von Le Bon lautet, dass die Masse eine Abart der rationalen menschlichen Existenz sei. So seien die negativen Erscheinungen des Massenverhaltens neben strukturellen (der Hoffnung auf Straffreiheit) vor allem psychologischen (dem Vorherrschen des Unbewussten) Elementen zuzuschreiben.
Als mitentscheidender Faktor für Massenverhalten spielt für Le Bon immer auch seine Rassentheorie eine bedeutende Rolle, in denen er darwinistische Bestandteile mit seinen Vorstellungen von »Nationalcharakter« kombiniert. So meint er feststellen zu können, dass z. B. bei den »lateinischen Massen« in besonderem Maße Intoleranz vorherrsche. Schwieriger einzuordnen sind Le Bons gelegentliche Hinweise auf die positive Wirkung der Masse. Teils äußert der Autor ausdrückliches Lob (»Frönen also die Massen oft niedrigen Instinkten, so bieten sie oft wieder ein Beispiel hochsittlichen Verhaltens«), teils sieht er in der Masse eine nützliche Funktion (»Ist das Gebäude einer Zivilisation wurmstichig geworden, so sind es stets die Massen, welche dessen Zusammensturz herbeiführen«). Le Bons Argumentation bleibt insgesamt dem zyklischen Geschichtsverständnis verhaftet. Davon zeugt seine Vorstellung von der notwendigen Ablösung der Demokratie durch die Tyrannei.
Aufbau: Im Aufmarsch der Massen sieht Le Bon eine allgemeinmenschliche Erscheinung und nimmt im ersten Buch seines dreiteiligen Werks eine Darstellung charakteristischer Merkmale der Massenseele vor. Als Erklärung für das Massenverhalten stellt der Soziologe zunächst das »psychologische Gesetz der seelischen Einheit« auf, indem er erklärt: »In der Kollektivseele verwischen sich die intellektuellen Fähigkeiten und damit die Individualität der Individuen«. Da also die Intelligenz der Einzelnen nivelliert werde, ist es »die Dummheit, nicht der geist, was sich in den Massen akkumuliert«. Aus diesem Grund benähmen sich Einzelne bisweilen in der Masse, wie sie es als Individuen nie tun würden.
Im Anschluss versucht Le Bon »Gefühl und Moral der Massen«, ihre Impulsivität und Intoleranz, ihren Autoritarismus und Konservativismus zu erklären Eigenschaften, welche die Masse zum geeigneten Spielball von Demagogen machen. Nach Le Bon besitzt die Masse eine eigene Sittlichkeit, die dazu führe, dass die Interessen Einzelner den Interessen der Gemeinschaft untergeordnet werden, was das oft heroische Verhalten der Masse erkläre.
Im zweiten Buch geht Le Bon auf die spezifischen Einflussfaktoren, auf die Anschauungen der Masse sowie auf die Eigenschaften der »Führer der Massen« ein. Die aufgezeigten Methoden der Kontrolle und die Rolle des Prestige wirken angesichts der totalitären Geschichte des 20. Jahrhunderts geradezu prophetisch. Im dritten Buch unternimmt Le Bon schließlich eine Klassifizierung und Beschreibung der verschiedenen Formen der Massen.
Wirkung: Die Psychologie der Massen war lange Zeit das Standardwerk zum Massenverhalten. So bezog sich Sigmund R Freud in seinen Arbeiten zur Massenpsychologie explizit auf Le Bon. Ernüchternd ist allerdings die Annahme, dass sich Adolf Hitler die von Le Bon aufgeführten pragmatischen Methoden der Massenzähmung zu Eigen gemacht hat. Das Werk bietet eine nach wie vor faszinierende soziologische Studie sowohl der »Masse« wie auch der Gedankenwelt ihres Kritikers. B. A. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Kurzbeschreibung
Das in alle Weltsprachen übersetzte Buch des französischen Arztes und Soziologen erschließt die Gesetzmäßigkeiten des Ablaufs von Massenbewegungen und die Möglichkeiten, darauf Einfluß zu nehmen.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Gebundene Ausgabe
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Der Verlag über das Buch
Massenpsychologie gewinnt zunehmend an Bedeutung. Gustave Le Bon beschreibt wie kein anderer zu seiner Zeit, wie Massen zustande kommen, was sie motiviert und zu welchen Handlungen sie fähig sind. Wohl einzigartig an Le Bon ist die Tatsache, dass seine sachliche, realistische Analyse der Massen und ihrer Psychologie weit über einhundert Jahre vorausgreift. Das und die Tatsache, dass Le Bon sich sehr leicht lesen lässt, hat RaBaKa-Publishing dazu bewogen, "Psychologie der Massen" in die RaBaKa-Pocket-Reihe mit aufzunehmen. Mit der modernen Covergestaltung möchten wir vor allem auf die Aktualität Le Bons hinweisen, denn welche Zeit denn unsere eigene könnten wir besser als "Das Zeitalter der Massen" bezeichnen?
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Broschiert
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Autorenporträt
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Le Bon, Gustave frz. Soziologe *7.5.1841 Nogent-le-Rotrou 13.12.1931 Marnes-la-Coquette Die Psychologie der Massen, 1895 Gustave Le Bon erlangte seine größte Bekanntheit als Mitbegründer der sozialen Psychologie durch seine bahnbrechende Beschäftigung mit einigen der wichtigsten gesellschaftlichen Phänomene des 20. Jahrhunderts: dem Rassismus und dem Massenverhalten. Le Bon studierte Medizin, promovierte in diesem Fach und führte im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ein Lazarett. Danach beschäftigte er sich verstärkt mit Völkerkunde, Archäologie, Anthropologie sowie Soziologie und publizierte mehrere Bücher. Während Le Bon in seinem 1894 erschienenen Werk Die psychologischen Gesetze der Evolution der Völker eine auf der Rassentheorie basierende psychologische Hierarchie der Völker entwarf, lehnte er in seiner nur ein Jahr später erschienenen Psychologie der Massen die zunehmende Demokratisierung der Gesellschaft als Bedrohung für die Zivilisation entschieden ab. Er vertrat vielmehr die Idee einer intellektuellen Elite als Motor des Fortschritts. Le Bon verfasste weitere bedeutende Arbeitens zur sozialen Psychologie; dazu gehören u.a. Die Psychologie des Sozialismus (1898) und das 1912 erschienene Die Psychologie der Revolutionen -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Le Bon, Gustave frz. Soziologe *7.5.1841 Nogent-le-Rotrou 13.12.1931 Marnes-la-Coquette Die Psychologie der Massen, 1895 Gustave Le Bon erlangte seine größte Bekanntheit als Mitbegründer der sozialen Psychologie durch seine bahnbrechende Beschäftigung mit einigen der wichtigsten gesellschaftlichen Phänomene des 20. Jahrhunderts: dem Rassismus und dem Massenverhalten. Le Bon studierte Medizin, promovierte in diesem Fach und führte im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ein Lazarett. Danach beschäftigte er sich verstärkt mit Völkerkunde, Archäologie, Anthropologie sowie Soziologie und publizierte mehrere Bücher. Während Le Bon in seinem 1894 erschienenen Werk Die psychologischen Gesetze der Evolution der Völker eine auf der Rassentheorie basierende psychologische Hierarchie der Völker entwarf, lehnte er in seiner nur ein Jahr später erschienenen Psychologie der Massen die zunehmende Demokratisierung der Gesellschaft als Bedrohung für die Zivilisation entschieden ab. Er vertrat vielmehr die Idee einer intellektuellen Elite als Motor des Fortschritts. Le Bon verfasste weitere bedeutende Arbeitens zur sozialen Psychologie; dazu gehören u.a. Die Psychologie des Sozialismus (1898) und das 1912 erschienene Die Psychologie der Revolutionen -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .