Das Buch liest sich zwar zunächst, als würde ein fünfzehnjähriger in Psychologie promovieren, so sehr vermischen sich Umgangsssprache und wissenschaftlicher Anspruch ("Gott ne"); seltsamer Weise spricht der Autor auch immer von der "BRD" als Bezugspunkt. Außerdem bringt Marcus Damm hier Beispiele aus dem Bekanntenkreis, die Freud locker die Unterhosen ausziehen würden, so vulgärfreudianisch sind sie. Aber vielleicht hätte Sigmund auch seine Freude daran.
Denn prinzipiell positiv ist die lebensbejahende Art des Autors und sein konstruktives Bemühen um positive Kommunikation.
Zwar beschäftigt sich der größte Teil des Buches im Widerspruch zum Titel mit dem Flirten (und dafür hat M. Damm ja noch ein eigenes Werk verfasst), aber dies ist auch der stärkste Teil des ganzen. Ich denke, unabhängig von der Altersgruppe wird hier fast jeder ein wenig der positiven Vibrations des Autors mitnehmen (zumal nach ihm Flirten in jeder Lebenssituation eine Rolle spielt).
Die Kapitel zur Paarkommunikation sowie zum Berufsleben fallen im Vergleich dazu recht kurz aus.
Ganz ehrlich: Letzteres kann man getrost vergessen - es liest sich, als hätte der Autor schnell noch zu Ende schreiben müssen.
Die beschriebenen Ansätze zur Paartherapie und -kommunikation sind trotz des teils pseudowissenschaftlichen Anstrichs (schludrige Zitierweise) im Grunde hilfreich, wenn man nicht populärwissenschaftliche To-Do-Regeln erwartet. Auch die Literaturhinweise dürften hier den einen oder anderen weiter führen. Da der Autor aber immer wieder auf die gleichen Theorien zurückgeht, kann man statt dieses Kapitels auch gleich zu Rosenbergs Abhandlung über gewaltlose Kommunikation greifen.
Womit ich aber nicht von diesem Buch abrate, denn, wie gesagt: abgesehen vom missratenen Titel steckt das Buch voller positiver Lebensenergie und Lebenslust, die allein schon den Kauf nicht bereuen lassen sollten.