Meine persönliche Beurteilung bezieht sich auf die CD, das entsprechende Buch kenne ich nicht. Es war auch die erste CD, die ich von Rüdiger Dahlke gehört habe. Bezüglich der Stimme von Herrn Dahlke möchte ich vorweg sagen, dass ich sie nicht besonders ansprechend und vertrauenserweckend fand, aber das ist natürlich eine (in diesem Bereich allerdings wichtige) Geschmackssache. Es ist schon seltsam, wenn man die CD eines (den zahlreichen Veröffentlichungen und begeisterten Rezensionen nach) äußerst erfolgreichen Therapeuten hört und diesen Hype so gar nicht nachvollziehen kann. Es mag sein, dass ich die falsche CD zum Einstieg gewählt habe, aber ich bin in erster Linie sehr irritiert. Unter "geführten Meditationen und Übungen" und einer "Reise", die Cover und Autor versprechen, verstehe ich etwas anderes. Damit will ich nicht bestreiten, dass auch kluge und weiterführende Gedanken in den Texten vorkommen, aber die würde ich angesichts eines Überflusses an psychologischer Literatur und Ratgebern mittlerweile eher als geistiges "Allgemeingut" bezeichnen. Natürlich macht es immer Sinn zu fragen: "Was motiviert mich?" oder "Was ist mein Ziel?". Allerdings fühlte ich mich beim Anhören der CD geradezu bombadiert von Fragen aller Art (auch sehr seltsamen) in einem Tempo, dass kaum Raum gegeben war, Antworten "aufkommen" zu lassen. Dieses Vorgehen mag Teil eines besonderen Konzepts sein, aber mir wäre etwas mehr Ruhe und Möglichkeit zur "Besinnung" lieber gewesen. Ein Sammelsurium von Fragen, Fragen, Fragen, und nichts löst sich auf. Insgesamt hat sich mir das Konzept von Herrn Dahlke überhaupt nicht erschlossen, und ich fühlte mich schnell auch nicht als richtige Zielgruppe. Die CD scheint sich vorzugweise an hochbezahlte Manager zu richten, die mal wieder darauf hingewiesen werden müssen, dass es auch noch ein "Leben" neben dem zwanghaften Geldverdienen gibt. Herr Dahlke scheint auch davon auszugehen, dass seine Begrifflichkeiten allgemein bekannt sind; so nutzt er z.B. den Begriff der "Resonanz" oft und gerne, der mir auf die Schnelle gar nichts sagte und somit auch nicht hilfreich sein konnte. Die Geschichte mit dem "Toilettenritual" (als Analogie zu meiner "Ausgabenpolitik") fand ich ziemlich überzogen und auch befremdlich. Für eine Darbietung in Tiefenentspannung waren mir seine Ausführungen auch zu negativ ausgerichtet; es werden eher Defekte abgefragt als Ressourcen bestärkt. Insgesamt bin ich nach dieser Erfahrung vor allem erstaunt, was es in diesem Bereich so alles zu hören gibt.