Sicher, die absolute Power und Griffigkeit von Empty Glass fehlt, sie ist nicht so warm und ergreifend wie chinese eyes, hat weniger Momente purer Schönheit als iron man. Hier greift Townshend wieder auf seine ewigen Themen Star und Publikum, echt und fake, Leben in weltumspannenden Sphären, tue ich's weil's aus mir kommt oder weil's von mir erwartet wird etc. zurück. Aus lifehouse wird who's next, Reste davon gehen in psychoderelict, werden später in the boy who heard music und wire&glass weiterverwurstet und nur Gott weiß wo sonst noch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass PT himself da noch den Überblick hat, so eifrig er auch schreibt und sich in Interviews zu Tiefenschichten, Zusammenhängen und Entstehungsgeschichten seines Werkes äußert.
Psychoderelict ist die Geschichte eines abgehalfterten Stars, der mit einer als Fan verkleideten Kritikerin, die mit seinem Manager gegen ihn gemeinsame Sache macht ... und da endet mein Verständnis der Story schon fast.
Egal, Derelict macht trotzdem Spaß, mir besonders die Hörspielversion. Auch die andere Variante ist hörenswert, da die Musik teils deutlich abweicht. Die Bonustracks sind Füllmaterial, der Sound hingegen überragend. Endlich kann ich viele Details hören, die mir in der ersten Pressung entgingen. Townshends Produktionen sind eben sehr vielschichtig.
Sicher nicht unbedingt der Einstieg ins Townshend Universum.