Mit ihrem Debut ist Jedi Mind Tricks (damals nur Stoupe und Ikon) ein ganz besonderes Stück Musik gelungen. Angefangen bei Stoupe, dessen Beats raw und dreckig klingen und gleichzeitig zur unglaublich dichten Atmospäre beitragen, bis hin zu Ikon und den optimal ausgewählten Feature Gästen (u.a. Apathy und LCOB), die mit ihren Texten über Religion, übermenschliche Kräfte und Übernatürliches voll und ganz zu überzeugen wissen, wobei LCOB auf Grund ihrer abgedrehten, krassen Flows sicher hervorzuheben sind. Die Samples sind perfekt gewählt und ungewöhnlich. Die Reime sind so gut, dass man den MCs beinahe wirklich übermenschliche Kräfte zusprechen möchte und im Zusammenspiel mit Beats, Filmtextausschnitten und Lyrics entsteht ein Gefühl von Verwirrung und Überraschung. Man hört etwas vollkommen Neues, beinahe Geheimnisvolles. Der Sound ist einerseits hart, hat aber auch etwas mysteriöses. Als hätte man ein altes ägyptisches Grab aufgebrochen und eine CD herausgeholt, die in dieser Gruft Jahrhunderte lang eingeschlossen lag. Eine unbeschreibliche, so bisher nicht gekannte Hörerfahrung. Die Bonus Songs älteren Datums sind nicht ganz so einzigartig. Trotzdem handelt es sich auch da um soliden, sehr gut hörbaren Eastcoast Sound. Wer den EC Sound der 90er mochte wird diese Weiterentwicklung lieben. Das JMT mit VBD Design noch einen draufgesetzt haben ist kaum zu glauben. Wer Ikon oder Stoupe heute hört wird sie nicht wiedererkennen. Glücklicherweise gibts es noch diese CD als Erinnerung. Unverwässerter Sound, ein riesiger, grober und ungeschliffener Monolith in der flachen, langweiligen Raplandschaft nach 2000. Perfekt um ganz in die Musik einzutauchen. Wer denkt JMT wären heute gut sollte sich das anhören. Von mir gibts 4,5 Sterne.