Ich gestehe gleich zu Beginn, daß ich eingefleischter Fan dieser Combo bin. Zwar nicht seit ihren ersten Tagen, aber dennoch seit ihrer ersten Deutschstunde Damals (1991) hinterm Mond. Das war ja was Neues auf deutschsprachigem Songboden. Seit ihrem letzten Longplayer Die schönen Rosen sind nun drei Jahre vergangen und einiges hat sich seit jenen Tagen auch bei EOC verändert. So hat man beispielsweise diesmal in den Can Studios Weilerswist aufgenommen, das Artwork ist lichter, auf den obligatorischen Instumental-Track am Ende ist diesmal verzichtet worden... Soviel zu dem, was offenkundig anders ist. Ansonsten bietet der Berliner Vierer in gewohnter Koproduktion mit David Young Gewohntes für Freunde und Feinde der Band: da sind die impressionistischen und melancholischen Texte eines Sven Regener, die er in gewohnt rauher und lakonischer Manier als Antiheld inmitten des greifbaren Unbegreiflichen vorbringt. Das fragile Gitarrenspiel von Jakob Friedrichs, und die Schlagzeug-Arbeit von Richard Pappik, diesmal leicht gebrochen durch Spielereien mit dem Sound und elektronischen Beats, ganz selten und am Rande.
Hervorzuheben sind auf jeden Fall die Eröffnungsnummer Ich war nicht dabei", das mit räumlich hämmerndem Beat und verzerrten Vocals aufwartet und an Velvet Underground gemahnt; und das im 5/4 Takt stolpernde Jetzt mußt du springen".
Insgesamt ist Psycho ein rundes Werk, das die Fans beglückt und Freunden von Blumfeld vielleicht noch ein Fenster öffnet. (47:22 -ohne die beiden Bonus Tracks)