Ich war von diesem Sammelband sehr beeindruckt und kann ihn nur wärmstens weiterempfehlen. Ich zitiere dazu einige Stimmen namhafter Experten, deren Urteil zu den hier publizierten Arbeiten ich voll und ganz teile:
Prof. Michael Wertheimer (University of Colorado at Boulder):
Die Kommentare von A.S. Luchins zur Diskussion der Thesen von Heinrich Schulte sind faszinierend. Es ist ermutigend, daß diese Ideen zur Behinderung der Zugehörigkeit zu einem "Wir" und die damit verbundenen Thesen mehr als siebzig Jahre nach ihrer Erstpublikation noch immer als inspirierend und wertvoll angesehen werden. Gerhard Stemberger ist zu seiner ausgezeichneten Übersetzung der Arbeiten vom Englischen ins Deutsche zu beglückwünschen. Mein Eindruck war, daß diese Übersetzungen so gut gelungen sind, als wären die Arbeiten schon ursprünglich in Deutsch abgefaßt worden.
Prof. David Murray (Queens University of Kingston, Kanada):
Ich habe diesen gestaltpsychologischen Beitrag [den Artikel von Heinrich Schulte, 1924] zu dem, was man heute in der Literatur "delusial disorder" nennt, schon immer für höchst bemerkenswert gehalten. Die paranoide Störung wird hier sehr einfach verstehbar gemacht - verglichen mit den außerordentlich komplizierten Denkprozessen, von denen Freud und andere meinten, daß sie den Verfolgungsideen zugrundelägen.
Und schließlich der bekannte Individualpsychologe Prof. Heinz Ansbacher (University of Vermont):
Wertheimer's Fall des Tataren [im Beitrag von Heinrich Schulte zur Theorie der Paranoia] ist für mich ein gutes Beispiel für die Affinität zwischen Alfred Adler und der Gestalttheorie. Das wichtigste Konzept des "reifen" Adler war das des Gemeinschaftsgefühls, das dem Streben des Individuums nach Erfüllung und Ganzsein Richtung gibt.