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Psyche der Macht: Das Subjekt der Unterwerfung (edition suhrkamp)
 
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Psyche der Macht: Das Subjekt der Unterwerfung (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Judith Butler , Reiner Ansén
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 6 (27. August 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518117440
  • ISBN-13: 978-3518117446
  • Originaltitel: The Psychic Life of Power. Theories in Subjection
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 167.435 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Judith Butler
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 15.09.2001
Judith Butler untersucht in ihrem Essay in der Theorie-Nachfolge von Hegel, Althusser, Nietzsche, Freud und Foucault - so die Rezensentin Susanne Lüdemann -, wie das Subjekt in einem Doppelprozess der "Subjektwerdung" zu sich selbst kommt. Und zwar gewinnt das Individuum, nach Butler, seine Autonomie paradox gerade durch eine Unterwerfung unter ein allgemeines Gesetz. Die Psyche ist so immer schon Schauplatz der Politik. Zusätzlich trägt Butler dann eine geschlechterpolitische Struktur ein: die der (Freuds Definition folgenden) Melancholie. Das dreht sich um den Verlust des (für Heterosexuelle homosexuellen) Liebesobjekts und die folgende Leugnung der Liebe wie des Verlusts. Das klingt kompliziert und ist natürlich höchst anfechtbar, aber die Rezensentin hat kein Problem damit. Unzufrieden ist sie dagegen mit Butlers impliziter Hoffnung auf eine "Instituierung des Ich ohne Verleugnung". Davon will sie nichts wissen - da stellt man sich schon die Frage, welchen Sinn Besprechungen durch Rezensentinnen machen, die noch päpstlicher sind als die Päpstin.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Das Entstehen von Bewußtsein und Subjektivität ist nicht unabhängig zu denken von gesellschaftlichen Machtstrukturen. Denn, so Judith Butler, Subjekt zu werden (subjection) heißt auch, sich diesen zu unterwerfen. Identität, auch die geschlechtliche, beruht mithin auf der Verortung im Kraftfeld gesellschaftlicher Implikationen. Butler spürt diesem paradoxalen Zusammenhang zwischen dem Gesellschaftlichen und dem Psychischen nach, indem sie die Bewußtseinstheorien von Hegel, Nietzsche, Freud, Althusser und vor allem Foucault in einen - von ihren Verfechtern bislang vermiedenen - Dialog versetzt: Psyche der Macht kombiniert auf neuartige Weise Gesellschaftstheorie, Philosophie und Psychoanalyse und fundiert so die Theorie der Macht und des Subjekts, die implizit auch den Büchern

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Melancholische Subjekte 23. Januar 2010
Format:Taschenbuch
Butler war vor diesem Buch hauptsächlich als Vertreterin einer feministischen Theorie performativ erzeugter Geschlechtszugehörigkeit bekannt. In "Das Unbehagen der Geschlechter" hat sie die Auffassung vertreten, dass Geschlechtszugehörigkeiten als ritualisierte Wiederholung von erzwungenen heterosexuellen Konventionen erzeugt werden. Hier nun entwickelt sie eine Theorie der Subjektivation, die den bisherigen Rahmen sprengt. Es geht ihr darum, eine Ontologie der menschlichen Seele aus den Dispositiven der Macht zu beschreiben, allerdings um den Preis, Foucaults Unternehmen zum Zwecke einer originären Subjekttheorie zu enthistorisieren.
Der gesellschaftliche Diskurs, so Butler, hat die Macht, das Individuum nach Bedingungen zu formen und zu reglementieren, die nicht einfach nur angenommen oder verinnerlicht werden. Er schafft Subjekte, in denen die Macht im Subjekt eine Stimme erhält und diese Stimme zum Reglementierungsinstrument der Psyche wird. Darüber hinaus widmet sich Butler auch der Frage, wie dennoch "eine oppositionelle Beziehung zur Macht aussehen kann, die zugestandenermaßen schon in eben der Macht angelegt ist, gegen die man sich wendet."
Im Fortgang der Lektüre erfährt der Leser, wo bei Hegel, Nietzsche, Foucault, Althusser und Freud die Übereinstimmungen und Abweichungen in der Frage der Subjektivation zu finden sind. Mit Hegel wird gezeigt, dass das Subjekt nicht ohne die leidenschaftliche Bindung an jene geformt wird, denen es sich unterordnet. Die Unentrinnbarkeit des Körpers in Hegels Kapitel über das "unglückliche Bewusstsein" in der Phänomenologie des Geistes findet sich erneut bei Nietzsche, Foucault und Freud. Diese drei Denker, so Butler vollziehen eine Art dialektische Umkehrung: Sie berichten alle von der Unmöglichkeit, den Körper vollständig oder abschließend reflexiv zu verdrängen. Der wichtigere Gedanke ist für Butler aber, dass die Bemühung einer solchen Unterdrückung bei Hegel zu Entfaltung einer Stellung des Subjekts führt, die über den dialektischen Rahmen hinausgeht, dem sie ihre Entstehung verdankt.
Die Einsicht Hegels in die Unausweichlichkeit des Verhaftetseins des Körpers in der Subjektivation wird von Foucault wieder aufgenommen. Butler zeigt, wie sich Foucault von "der Art dialektischer Umkehrung" löst, der sie bei Hegel minutiös nachgegangen ist. Während bei Hegel der Körper zuallererst im Dienst der Unterdrückung steht, bildet er bei Foucault einen Ort des möglichen Widerstands gegen die Reglementierung. Butler unterscheidet jedoch zwischen der Psyche, die das Unbewusste mit einschließt und dem Begriff des Subjekts. Dessen Bildung ist durch den Ausschluss des Unbewussten bedingt. Insofern sind mit Bezug auf die "Psyche" die Begriffe "Verhaftetsein" und "Besetzung" nicht als intentional im phänomenologischen Sinne zu verstehen. "Die Psyche ist das, was der Verregelmäßigung entgeht, die Foucault den normalisierenden Diskursen zuschreibt."
Mit Althusser spricht Butler auch von "Interpellation", durch die sich die Unterwerfung des Subjekts durch Sprache vollzieht. Althussers Theorie der Interpellation wird von ihr mit Nietzsche und Freud durch eine Theorie des Gewissens ersetzt: Das Subjekt entsteht zusammen mit dem Unbewussten, insoweit es autonom erscheinend, seine Gründungsunterordnung oder Abhängigkeit rigoros verdrängt. Butler bewegt sich nun zunehmend auf der Ebene einer psychoanalytischen Kritik an Foucault. Ihre Absicht ist es, zu einer Foucaultschen Perspektive innerhalb der Psychoanalyse zu kommen. Der Vorzug der Psychoanalyse liegt für sie darin, die Undurchsichtigkeit des Unbewussten zu verdeutlichen und damit der "Veräußerlichung der Psyche" Grenzen zu setzen. Diese Veräußerlichung der Psyche lässt sich nämlich laut Psychoanalyse nur in Bezug auf das verstehen, was von der Performanz verstellt ist. Butler glaubt, dass "Foucaults Reduktion des psychoanalytisch reichen Begriffs der Psyche auf den Begriff einer verkerkerten Seele die Möglichkeit des Widerstands gegen Normalisierung und Subjektformierung" ausschließt. Mit Freud und Lacan fragt sie, wie ein solcher Widerstand zu verstehen sei.
Im letzten Drittel des Buches stehen Freuds Beschäftigungen mit der Melancholie im Zentrum. Es enthält hier auch einen Kommentar des Psychoanalytikers Adam Phillips. Butler zeichnet hierbei produktive Übereinstimmungen zwischen Freuds Gedanken und dem Leben in einer "Kultur der Geschlechtermelancholie" nach. Dabei bieten Freuds Ausführungen zur Melancholie einen Einblick in das Geschehen der Festsetzung und Aufrechterhaltung sozialer Grenzen, die nicht nur auf Kosten des psychischen Lebens gehen, sondern das psychische Leben in Formen melancholischer Ambivalenz einbinden. Es geht Butler hier darum, die Beziehung zwischen Melancholie und sozialem Leben wieder herzustellen. Dazu ist es notwendig, die Selbstvorwürfe des Gewissens als Formen sozialer Macht kenntlich zu machen, die regeln, welche Verluste betrauert werden und welche nicht. Der gesellschaftliche Ausschluss von Trauer, so Butler, führt zu einer "innere(n) Gewalt des Gewissens", insofern damit eine Form sozialer Macht verbunden ist, die soziale Ausschlüsse erzeugt. Die Freudsche Theorie über Melancholie erhält am Ende fast schon eine Überleitung in die spätere Studie zu einer "Kritik der ethischen Gewalt", wenn Butler davon spricht, dass sie Einsicht vermittelt in die Macht der Spur der Alterität", die das Ich hervorbringt.
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