"Psalm 21" kann sich leider nicht wirklich entscheiden, was er nun sein will.
Zu Anfang schockiert der Film sofort mit einigen recht drastischen, wenn auch nicht übermäßig blutigen Szenen, in denen geschickt eine mysteriöse und gruselige Stimmung aufgebaut wird. Diese steigert sich im weiteren Verlauf des Films immer mehr, bis es so aussieht, als trieben die Visionen und die Einflüsterungen eines Fanatikers Henrik in den Wahnsinn.
Von einem Moment auf den anderen scheinen all die unerklärlichen Bilder nur Einbildung gewesen zu sein, dann jedoch sind sie anscheinend doch wieder real. Dabei wirken einige Szenen völlig seltsam oder geradezu überdreht (Hendrik trifft auf seine Oma, ohne sie wirklich zu erkennen; der Geist der Mutter verpasst ihm einen satten Martial-Arts-Kick).
Letztendlich mündet das Ganze in einem Finale, das sich als schwer verständlicher Mischmasch aus Horror und recht platter Religionskritik präsentiert, bei dem die Grenzen zwischen beidem vollends verschwimmen.
Der Zuschauer wird mit einer regelrecht bizarren Abschlussszene alleingelassen, die ein gewisses Sendungsbewusstsein des Autors und Regisseurs zu offenbaren scheint, die sich jedoch nicht schlüssig aus dem Film herleiten lässt.
Leider gibt es weder eine Kommentarspur noch ein Making-Of oder Interview, das beim Verständnis des Films helfen könnte.
Auch die BluRay selbst ist nicht das Gelbe vom Ei. Das Bild ist sehr klar, und die filmischen Welten werden durch verschiedene Darstellungsformen gut voneinander getrennt. Der Ton leidet jedoch stellenweise unter starken Lautstärkeschwankungen (vor allem auf der DTS-Spur), so dass man bei einigen Dialog-Szenen versucht ist, den Lautstärkeregler nach oben zu ziehen, um noch etwas zu verstehen, was man jedoch bei einigen anderen Szenen wieder bereut, wenn Geräusche oder Musik plötzlich die Lautsprecher zu sprengen drohen.
An dieser Stelle muss man auch die Synchronisation erwähnen. Selbst wenn man normalerweise keine Probleme mit deutschen Versionen ausländischer Filme hat, dürfte man hier doch seine Probleme haben. Der Mund der Schauspieler bewegt sich oft weiter, obwohl man nichts mehr hört. Auch klingen einige der Sprecher so, als würden sie jede Zeile von einem Teleprompter ablesen. Viele sprechen auch mit einer völlig unpassend tiefen Stimme.
Am Ende bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Nach einem gelungenen Anfang, bei dem man wirklich nicht weiß, was einen erwartet, wird das Potenzial des Films letztendlich mit scheinbar gewollt seltsamen Wendungen und Schlussfolgerungen verspielt, so dass man als Zuschauer ein wenig ratlos zurückbleibt.