Einst in grauer Vorzeit (unter Insidern auch als Prä-PLASTErium bekannt) diente ein auf Zellulose basierender Werkstoff als Hilfsmittel zur Herstellung des GEMEINEN BOMMELS. Dieser Bommel (in elitären Kreisen auch Pompom - frz.! - genannt und in weniger elitären Kreisen alternativ als Quaste bezeichnet) ist nicht nur als Ausgangspunkt für diverse Basteleien (siehe zB
Bommel, Quaste & Co. Kreativbuch) beliebt, sondern dient insbesondere der Verzierung von sogenannten Puddelmützen, Kordeln oder anderen Kleidungsstücken.
Zurück zu der in früheren Zeiten üblichen Bommel-Herstellung durch Zellulose-Hilfsmittel (in der Regel Karton, gerne auch die etwas dickere und festere Pappe). Diese erforderte eine zeitintensive Vorbereitung. Zunächst mussten mittels Glas/Tasse/Zirkel Kreise aufgezeichnet werden, diese welche dann unter Benutzung eines Schneideinstruments (sehr beliebt: Scheren!) vom übrigen Material abgetrennt wurden. Man benötigte zwei dieser reifenförmigen Schablonen. Die Wolle konnte nicht direkt vom Knäuel darauf abgewickelt werden, sondern musste zunächst in einem zusätzlichen Arbeitsschritt auf ein Format gebracht werden, welches das Durchreichen durch das Loch in der Mitte der Schablone erlaubte (Zeitfaktor!). Aufschneiden und Abbinden erfolgten anno dazumal wie auch in heutigen Tagen. Allerdings fiel unter Umständen die Schablone der Endproduktion zum Opfer, wenn man sie aus Vereinfachungsgründen nicht vorsichtig abstreifte (erneut Zeitfaktor!) sondern einfach rigoros aufschnitt. Das nunmehr unbrauchbare Zellulose-Ausgangsmaterial konnte zwar dem Wiederaufbereitungs-Leerlauf zugeführt werden, allerdings wurden zusätzliche Energieeinheiten notwendig bis wiederum neue Kartonagen/Pappe entstanden waren. Kurzum: sowohl unter arbeitstechnischen als auch energietechnischen Aspekten eine wenig wünschenswerte Vorgehensweise.
Der Sprung in das Plaste-Zeitalter erlaubte es den Verantwortlichen auch in diesem nicht nur für Mütter und Hausfrauen nicht ganz unwesentlichen Bereich nach Verbesserung zu streben (KVP = Kontinuierlicher Verbesserungsprozess). Herausgekommen ist das vorliegende Gerät, welches in vier verschiedenen Größen (erkennbar unter anderem durch unterschiedliche Farben) ausgeliefert wird. Einer im Vergleich zur Zellulose-Variante höheren Ausgangsinvestition steht ganz klar der Zeitfaktor sowie der wiederholte Nutzen gegenüber.
Anwenderfreundlich wird die Anleitung in Wort und Bild beigelegt. Englisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch, Spanisch und Russisch sprechende Mitbürger werden sich über die muttersprachliche Unterstützung freuen. Dabei ist dieses Gerät eigentlich selbsterklärend:
Pro Bommel kommen vier Teile zum Einsatz: zwei der Sorte "Teil 1" und zwei der Sorte "Teil 2". Man legt je ein Teil 1 sowie ein Teil 2 Rücken an Rücken zusammen, so dass die Stege nach außen weisen, und umwickelt diese Konstruktion mit Wolle. Sind beide Hälften gefüllt, steckt man sie zusammen, schneidet die Wolle rundum auf, bindet sie mit einem Faden/Garn ab, hängt die Schablonenteile ab und entfernt sie. Ein Feintuning mittels Schere kann selbstverständlich zur Korrektur von gegebenenfalls herausstehenden Wollstücken zum Schluss vorgenommen werden.
Mein Fazit: Einfach, bequem und vor allem schnell!
Ein gelungener Sprung in die technologische Neuzeit für alle ambitionierten Handarbeiter und Handarbeiterinnen.