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Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2000
Eingehend bespricht Franziska Augstein diesen Band mit Essays über und gegen den Provinzialismus. Die Darlegungen des Autors seien trotz "pointenreicher Vielgestaltigkeit" deutlich in zwei polare Gegensätze geteilt, bemerkt die Rezensentin: Auf der einen Seite steht alles, was der Autor verabscheut und unter den Begriff des "Provinzialismus" fasst. Auf der anderen Seite steht "westliche Zivilisiertheit", die das vereint, was "ihm gefällt". Wenn der Autor auf den Krieg zu sprechen kommt, was er oft tut, hintergeht Bohrer seine "eigenen Prinzipien", indem er beispielsweise für "das peinliche Pathos und die Desinformationen" Scharpings im Kosovokrieg Verständnis zeigt, moniert die Rezensentin und fragt sich, ob soviel "Rücksichtnahme" nötig ist.
© Perlentaucher Medien GmbH
Eingehend bespricht Franziska Augstein diesen Band mit Essays über und gegen den Provinzialismus. Die Darlegungen des Autors seien trotz "pointenreicher Vielgestaltigkeit" deutlich in zwei polare Gegensätze geteilt, bemerkt die Rezensentin: Auf der einen Seite steht alles, was der Autor verabscheut und unter den Begriff des "Provinzialismus" fasst. Auf der anderen Seite steht "westliche Zivilisiertheit", die das vereint, was "ihm gefällt". Wenn der Autor auf den Krieg zu sprechen kommt, was er oft tut, hintergeht Bohrer seine "eigenen Prinzipien", indem er beispielsweise für "das peinliche Pathos und die Desinformationen" Scharpings im Kosovokrieg Verständnis zeigt, moniert die Rezensentin und fragt sich, ob soviel "Rücksichtnahme" nötig ist.
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Kurzbeschreibung
Provinzialismus - unter diesem provokanten Stichwort hat Karl Heinz Bohrer seine in voller Absicht politisch unkorrekten Studien über die Mentalitäten in Politik, Universität und Kulturbetrieb versammelt. Fazit seiner Wahrnehmungen: Die mittlere Mittelklasse, die sich gegen jede Hierarchisierung zur Wehr setzte, hat abgewirtschaftet.
Über den Autor
Karl Heinz Bohrer, geboren 1932, Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Bielefeld, seit 1984 Herausgeber des MERKUR. 2007 wurde Karl Heinz Bohrer der Heinrich-Mann-Preis verliehen.