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Provinzialismus: Ein physiognomisches Panorama
 
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Provinzialismus: Ein physiognomisches Panorama [Taschenbuch]

Karl Heinz Bohrer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 168 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser (31. Juli 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446199241
  • ISBN-13: 978-3446199248
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 212.659 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2000
Eingehend bespricht Franziska Augstein diesen Band mit Essays über und gegen den Provinzialismus. Die Darlegungen des Autors seien trotz "pointenreicher Vielgestaltigkeit" deutlich in zwei polare Gegensätze geteilt, bemerkt die Rezensentin: Auf der einen Seite steht alles, was der Autor verabscheut und unter den Begriff des "Provinzialismus" fasst. Auf der anderen Seite steht "westliche Zivilisiertheit", die das vereint, was "ihm gefällt". Wenn der Autor auf den Krieg zu sprechen kommt, was er oft tut, hintergeht Bohrer seine "eigenen Prinzipien", indem er beispielsweise für "das peinliche Pathos und die Desinformationen" Scharpings im Kosovokrieg Verständnis zeigt, moniert die Rezensentin und fragt sich, ob soviel "Rücksichtnahme" nötig ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Provinzialismus - unter diesem provokanten Stichwort hat Karl Heinz Bohrer seine in voller Absicht politisch unkorrekten Studien über die Mentalitäten in Politik, Universität und Kulturbetrieb versammelt. Fazit seiner Wahrnehmungen: Die mittlere Mittelklasse, die sich gegen jede Hierarchisierung zur Wehr setzte, hat abgewirtschaftet.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen außergewöhnliches Buch, 19. Februar 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Provinzialismus: Ein physiognomisches Panorama (Taschenbuch)
Bohrers Buch "Provinzialismus" hat mich begeistert. Seine Ansätze sind ungewöhnlich und eröffnen neue Perspektiven. Bohrer pfeffert den kleinbürgerlichen Eliten der Berliner Republik ihre ganze Permissivität und (historische) Begrenztheit entgegen. Er dechiffriert damit eindrucksvoll die Drittklassigkeit der arrivierten 68er Schickeria, die angekommen an den Futtertrögen der Macht heute diskursfrei herrscht. Insgesamt: lesens- und empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hochaktuelle und erfrischende Diagnose, 11. Juli 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Provinzialismus: Ein physiognomisches Panorama (Taschenbuch)
Das Buch versammelt Aufsätze aus den Jahren 1982 bis 2000, die meisten zuerst erschienen in der von Bohrer mitherausgegebenen Monatszeitschrift "Merkur". Die Themen reichen von Falkland- und erstem Irakkrieg über die Bonn-Berlin-Frage, Fernsehen und deutsche Schlager, Helmut Kohl bis hin zur Bubis-Walser-Debatte. Ein Thema ist jeweils Anlass fuer weitreichende, auch heute hochaktuelle Analysen, speziell für Analysen der Verfassung
deutscher Eliten in Politik, Wissenschaft und Kultur.

Eine Konstante ist Bohrers Sympathie für politisch-kulturelle Traditionen und Eliten des "Westens", d.h. vor allem Englands, Frankreichs und der USA. Zu den erklärten Gegnern hierzulande gehören eine "Kultur der Betroffenheit" und "mausgraues Mittelmass". "Provinzialismus" habe in Deutschland seit den
siebziger Jahren, spätestens seit dem Amtsantritt Helmut Kohls, in den Führungsetagen von Politik, Wissenschaft und Kultur auf breiter Front Einzug gehalten.

Bohrers Kritik ist bewußt provokativ, ironisch, direkt und damit häufig ein massiver Angriff auf Deutschlands mainstream-Intellektuelle bzw. das vorherrschende öffentliche Meinungsklima. Bohrer diagnostiziert Versagen bzw. "Vakuum", woimmer eine Notwendigkeit (und sicherlich nicht kleine Herausforderung) besteht, ein Gegengewicht zu einem durch provinziellen Stil und provinzielles Denken geprägtes Selbstverständnis Deutschlands zu schaffen. Dort, wo Deutschland als Nation gefordert ist - zum Beispiel in seiner Aussenpolitik oder, harmloser aber symptomatisch, in seinen bundesweiten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten - handele und denke es provinziell.

Für den harten Kern der Betroffenheitsfraktion dürfte das Buch kaum lesbar sein, zu sehr stellt es an vielen Stellen ihre Grundsätze in Frage. Allen anderen, vor allem denen, die Spass an intelligentem Widerspruch gegen vorherrschende Meinungen haben, sei das Buch dagegen sehr empfohlen.

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