Mit Regisseur Giulio Petroni hat es schon eine seltsame Bewandtnis... einerseits hat er einen kleinen Meilenstein mit
"Die Rechnung wird mit Blei bezahlt" (Death Rides A Horse) abgeliefert, einem Film, der durchaus Leone-Qualitäten besitzt...dann, nur ein, zwei Jahre später den sehr durchschnittlichen "Amigos..die (B)Engel lassen grüßen" inszeniert, und schließlich, relativ gegen Ende der Italowestern-Ära, diesen Film nun: PROVIDENZA!
Besonders feinfühlig ist das ganze nun wirklich nicht, aber Tomas Milian macht seine Sache recht gut als eine Art Chaplin-
Kopfgeldjäger. Gregg Palmer als sein trotteliges Opfer mit der typischen Bärenstimme von Wolfgang Hess (Mr. Bud Spencer!) kommt auch recht sympathisch und lustig rüber. Leider krankt der Film aber dann doch an vielen Stellen an seiner platten und derben Art. Zwei längere Schlägereien muss man da z.B. durchstehen, die im Vergleich zu denen der beiden berühmten Kollegen Spencer/Hill eher abfallen. Auch die gesamte Story ist viel zu episodisch, als das irgendwie ein roter Faden erkennbar oder Spannung aufgebaut wird. Da fehlt einfach irgendwas!
Aber nun zu den Pluspunkten: die Musik ist wie bei den anderen beiden Western Petronis von Ennio Morricone, wenn auch von eher der bescheideneren Sorte. Außer einem schmissigen Titeltrack hat der Meister nämlich an Melodien nicht soviel beigesteuert, aber da der Film eh von einer einfachen Machart ist (nix mit Almeria, Spanien, eher die Vororte Roms) und sparsame 87 Minuten läuft, fällt das eigentlich kaum auf.
Die Kamera-Einstellungen sind trotz des späten Entstehungsjahres (Anfang 70iger Jahre) relativ schön klassisch, d.h. nette ruhige
Kamerafahrten, keine nervigen Wackelkameras und Dauer-Zooms, einem leider weitverbreiteten Übel der späteren Italowestern.
Unterm Strich kann man sagen: die ersten 40 Minuten sind sehr unterhaltsamer, sinnfreier Western-Slapstick ohne große Überraschungen,
die zweite Hälfte fällt dann leider etwas ab.
Die DVD selbst ist qualitativ übrigens recht gut, als Vorlage diente wohl die italienische 16:9 DVD. Auch der deutsche Ton ist (abgesehen von zwei Tonrissen am Anfang) ein schöner sauberer Monoton. Wer der 5.1-Abmischung da den Vorzug gibt, bitteschön: ist natürlich nur Mono mit "Surround-Hall", echtes Stereo mit Raumklangeffekten wird da wohl keiner ernstlich erwarten.
Unterm Strich: für den Kampfpreis von unter 10 Euro kann man kaum was falschmachen. Für Italo-Fans sowieso: zugreifen!