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Prototyp (Gebundene Ausgabe)

von Ralf König (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek; Auflage: 2 (6. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498035428
  • ISBN-13: 978-3498035426
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 16 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 3.485 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Literaturtest.de

Interview mit Ralf König
Ralf König
Fotonachweis: Hergen Schimpf
Ralf KönigMit „Der bewegte Mann" kam für Ralf König der große Durchbruch als Comic-Zeichner. Nachdem er 28 Jahre schwule Geschichten gezeichnet hat, wendet er sich jetzt am liebsten religiösen Themen zu. Im Interview erzählte er, warum ihm der Spott auf Religionen ein ernstes Anliegen ist, was für ihn Spiritualität bedeutet, worum es in seinem nächsten Buch gehen wird und warum auch Heteros lustig sein können.

Frage: Sie erzählen hier eine etwas andere Schöpfungsgeschichte. Adam und Eva sind nicht gerade die Krönung der Schöpfung, eher eine Beta-Version mit starkem Reparaturbedarf - soweit so bibelkonform. Was aber wollten Sie vor allem anders erzählen? Die Rolle eines mäßig begabten Schöpfers?

Ralf König: Vor allem die eines selbst Unvollkommenen. Der im Garten wandelnde Gott der Genesis ist allzu menschlich mit seinen Wutausbrüchen und Launen, als Ungläubiger möchte man verzweifeln, dass sich so viele Menschen heute immer noch mit ihrem Weltverständnis und ihren Werten an diesen Mythen orientieren - und diese alten Märchen sehr ernst nehmen, wie es das Auftreten der Kreationisten zeigt. Wenn es also die Evolution nie gab, sondern einen bastelnden Gott, dann sind all die Ungereimtheiten und Irrwege der Evolution ja ihm auf die Mängelliste zu setzen. Also warum ist der Giraffenhals so lang?

Frage: Luz, die Schlange, ist in ihrer Respektlosigkeit diejenige, die die Geschichte vorantreibt. Man könnte meinen, an ihrem Charakter hätten Sie den meisten Spaß gehabt?!

Ralf König: Sicher, aber ich wurde mehrfach gefragt, mit wem in der Geschichte ich mich am meisten identifiziere, und da sag ich ganz klar: Adam. Ich bin in einem katholischen Dorf in Westfalen aufgewachsen, durch Religionsunterricht und Schulmessen etc. war mein Weltbild viel zu lange verklebt durch Kirche, bis ins Teenageralter. Mein Biss in den Apfel war die Entdeckung der Bücher von Hoimar von Ditfurth, Mitte der 70er. Das waren meine Bibeln, endlich erklärte mir jemand, wie alt und Wie groß das Universum ist, wie die Erde entstand und wie unser Gehirn sich über Jahrmillionen entwickelt hat. Endlich keine Jungfrauengeburten, Paulusbriefe und Himmelfahrten mehr!

Frage: Nicht weiter überraschend, ist Erkenntnis eines der großen Themen des Buches. Sie scheint nur jenseits von Gott und Religion möglich zu sein...

Ralf König: Das ist meine Meinung. Aber das heißt nicht, dass ich Spiritualität verneine. Ich bin ein spiritueller Mensch, habe Ehrfurcht vor dem Sternenhimmel und empfinde Faszination und Verwunderung für dieses große Fragezeichen über unseren kleinen Köpfen. Aber ich kann das nicht ‚Gott‘ nennen, dazu ist mir dieser Begriff zu sehr besetzt von diesem ‚persönlichen‘ Gott der Religion. Ich meine, die Wahrheit ist auf unbegreifliche Weise größer als alle Märchen, die sich Menschen ausdenken können. Religion macht die Weltgeschichte so klein, so banal. Vielleicht bin ich eher Pantheist, aber wie gesagt, ich habe Schwierigkeiten mit dem Begriff ‚Gott‘.

Frage: Sie sprechen vom „Wahnwitz der Religionen". Würden Sie sie am liebsten ganz abschaffen? Was würden Sie den Menschen stattdessen anbieten?

Ralf König: Ohne das Beharren auf einzig wahre Götter wäre das menschliche Miteinander erheblich stressfreier. Man sollte sich selbst einen Sinn und einen Zusammenhang im Leben suchen und nicht die vorgefertigten Denkschablonen der Religionen übernehmen. Wir Menschen kommen doch vor allem mit dem Tod nicht klar. Dass wir eines Tages erlöschen und nicht mehr existieren, ist uns ein unerträglicher Gedanke, daher rührt meiner Meinung nach überhaupt alle Religion: aus dem Versprechen, nach dem Tod wieder aufzuerstehen. Ich glaube aber auch ohne dieses allzu gefällige Versprechen daran, dass die Welt, so wie sie ist, in Ordnung ist, ich fühle mich aufgehoben in einem Großen und Ganzen und kann mich um mein Leben kümmern. Und da hilft mir die Philosophie. Es ist allemal lohnender als die Lektüre der Apostelbriefe, Paulus' Zeitgenossen Seneca zu lesen, wenn man Ratschläge für ein erfülltes, zufriedenes Leben im Hier und Jetzt sucht.

Frage: Sie zitieren auch die großen Erkenntnistheoretiker und Naturwissenschaftler. Platons Höhlengleichnis wird sogar in einen Comic übersetzt. Erfüllen Sie am Ende gar einen Bildungsauftrag?

Ralf König: Als Nebeneffekt würde mir das gefallen, aber erst mal möchte ich unterhaltsame Geschichten zeichnen und weniger belehren. Obwohl, klar, wenn ich ein Buch lese mit einem schönen philosophischen Gedanken, und der lässt sich visuell umsetzen... Das Höhlengleichnis hab ich übrigens auch aus einem Ditfurth-Buch, das hat mich damals sehr beeindruckt.

Frage: Die FAZ ist voll des Lobes für Sie, hat vertretungsweise Ihre Zeichnungen abgedruckt, schreibt von „grandiosen Beispielen für die Adaption etablierter Erzählformen durch den Comic". Finden Sie sich in solch einer Art germanistischer Analyse wieder?

Ralf König: Och, ein bisschen intellektuell gepuschelt zu werden, ist ja auch mal ganz schön. Wenn man bedenkt, dass ich ja eigentlich aus der vermeintlichen Schmuddelecke komme und sehr derbe Geschichten gezeichnet habe, da wurde auch oft nur die Nase gerümpft.

Frage: Bleibt es bei Ihrer Ankündigung, sich auch im nächsten Buch mit dem Thema Religion auseinanderzusetzen?

Ralf König: Ja, ich bin gerade an „Archetyp", also Sintflut, die zweite große Episode des Buches Genesis nach dem Apfelbiss. Ich hab bei „Prototyp" gemerkt, dass ich gern Tiere zeichne, und da eignet sich die Noah-Geschichte geradezu hervorragend, und Kritik an oder auch Spott auf Religion ist mir ein ernstes Anliegen, da hab ich noch einiges vor. Andererseits will ich mich auch nicht allzu sehr in das Thema verbeißen und immer auch wieder ganz gottlose Geschichten zeichnen, meine Beziehungskomödien sollen auch nicht zu kurz kommen. Und da sind es vor allem die Frauen, die mich interessieren, wie bei ‚Hempels Sofa‘. Ich habe 28 Jahre lang ausschließlich schwule Comics gezeichnet, der Rahmen wird mir gerade etwas eng. Heteros sind ja auch lustig.

Die Fragen stellte Henrik Flor, Literaturtest.



kulturnews.de

Konsequent: Nachdem Schwules in Ralf Königs vorherigen Comics nur noch in Nebensträngen auftauchte, verzichtet der Großmeister des gleichgeschlechtlichen Humors für "Prototyp" jetzt vollkommen auf seine Grundthematik. Dafür verfolgt er einen Gedankenstrang, der im Laufe der Jahre immer deutlicher wurde: die Religionskritik. Während König aber zuletzt vor allem den Islam aufs Korn nahm und so unangenehmerweise auch am Stammtisch wohwollendes Nicken erntete, besinnt er sich jetzt darauf, dass das Copyright für Lustfeindlichkeit, Intoleranz und Antiintellektualität immer noch beim Christentum liegt. Der Plot: Adam nascht vom Baum der Erkenntnis, beginnt zu denken und wird folgerichtig zum Atheisten. Was weder Gott noch die Schlange Luz gut finden. Allein: Ändern können sie auch nichts. Das Problem liegt für König nicht mehr bei sauerländischen Dorfpfarrern oder fanatischen Mullahs, das Problem liegt im Glauben selbst - eine gedankliche Weiterentwicklung, für die man "Prototyp" nicht hoch genug loben kann. Da stört es auch kaum, dass der Band eigentlich als Zeitungsstrip konzipiert war und somit den Gesetzen des Genres unterworfen ist: Pointe folgt auf Pointe, alle zwei Seiten. Vorhersehbar, aber, ach, egal. (fis)

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5.0 von 5 Sternen Die Schöpfung mal anders, 7. Oktober 2008
Von G. Hautz "j-gerry" (Rum,Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Ralf König ist der König der Schwulencomics. Aber er hat auch sonst noch allerhand drauf. Seit er sich auch anderen Themen comicmässig widmet ist er meines Erachtens noch besser geworden. Sein neuestes Werk behandelt die Schöpfungsgeschichte aus seiner zeichnerisch und wortpointierten Sicht. Die gehörnte Schlange Luz (Luzifer) im Apfelbaum, ein stupider Adam und Gott, der nur als Stimme in Frakturschrift von oben spricht. Das sind die Protagonisten. Im gewohnten zeichnerischen Stil aber ungemein wortwitzig ist seine teilweise schräge und natürlich sarkastisch ironische Darstellung. Und der Apfel der Erkenntnis fällt schon vorher vom Baum und sorgt als verzehrtes Fallobst für Adams - zahlreichen weltbekannten Denkern entliehene - wissenschaftliche und atheistischen Erkenntnisse, die Luz und Gott zum Verzweifeln bringen. Und dann sorgt auch noch eine emamzipierte Eva mit Adam dafür, dass schlussendlich Gott und Luzifer aus dem Garten Eden vertrieben werden. Einfach großartig- man kommt aus dem Schmunzeln und Lachen nicht mehr heraus. Dicke Empfehlung - ein herausragender Comic - und: Schwule kommen hier gar nicht vor.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein paradiesisches Vergnügen, 13. Mai 2009
Von Lara Golowa (Baden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Eigentlich ist es ganz klar, dass diese Geschichte die Geister scheidet. Der konservative religiöse Leser wird wahrscheinlich schon seine Schwierigkeiten mit "Prototyp" haben. Die anderen aufgeschlossenen, weltoffenen und humorvollen Leser haben mir Sicherheit ihre Freude daran. Dieses Buch von Ralf König ist nicht nur witzig, sondern auch intelligent geschrieben. Meine Hochachtung - die Kombination Witz, Comic, Bibel ist mit Sicherheit nicht einfach. Das Ganze dann auch noch geistreich und mit Wortwitz rüberzubringen ist schon eine reife Leistung. Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ralf Königs Fassung der Schöpfungsgeschichte, 31. Januar 2009
Von Karsten Ehrle (Lippstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ralf König liefert eine mehr als amüsante Variante der Schöpfungsgeschichte, ohne dabei irgendwelche religiösen Gefühle zu verletzen.
Sollten Sie zu den Leuten gehören, die tatsächlich alles glauben, was in der Bibel steht (ich gehöre auf keinen Fall dazu), empfehle ich dieses Buch nicht unbedingt.
Allen anderern kann ich diese Lektüre nur wärmsten empfehlen.
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Ein belangloser Spaß. Manchmal strapaziert Ralf König arg die innere Logik seiner Schöpfungsgeschichte, wenn Adam bereits im Garten Eden von bärtigen Patriarchen in der Wüste... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten veröffentlicht

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Um es gleich vorweg zu sagen: ich liebe Ralph König. Ich finde, dass er wunderbar die Verflechtungen der modernen Gesellschaft aufzeigt, und seine Fähigkeit, verschiedene... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Marc Winter veröffentlicht

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Eine sehr witzige Neuinterpretation der Schöpfungsgeschichte. Die Schlange Luzifer, die eigentlich gar nicht so böse ist, der liebe Gott, der eigentlich gar nicht so göttlich ist,... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Monstertier veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen oh GOTT wie erbÄRMlilch
gott, jetzt muss er allen zeigen, dass er auch noch ein zitatenlexikon zu hause stehen hat.. waren die letzten comics schon nicht mehr recht lustig.. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Sparkasse Berlin veröffentlicht

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