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Prothesengötter
 
 
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Prothesengötter [Broschiert]

Frank Hebben
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 228 Seiten
  • Verlag: Wurdack Verlag; Auflage: 1., Aufl. (7. April 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938065354
  • ISBN-13: 978-3938065358
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 356.693 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Frank Hebben
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

13 ausgewählte SF-Geschichten, von Dark Industrial bis Cyberpunk
Mit einem Vorwort von Ronald M. Hahn. Cover: Carsten Dörr.

Mit Prothesengötter legt der zweifach für den Deutschen Science Fiction Preis nominierte Autor die erste Sammlung seiner Kurzgeschichten vor. Wortgewaltig im Stil, temporeich im Rhythmus verschwendet Frank Hebben keine Zeit, den Leser erst schonend an seine düsteren, apokalyptischen Welten heranzuführen – er wird hineingeschleudert in die dampfenden Maschinenstädte, die industriellen Molochs, wo Halbgötter ihre silbernen Schwingen ausbreiten und fliegen, nur um noch tiefer zu fallen.

„Frank Hebben, der Senkrechtstarter des Jahres.“
Helmuth W. Mommers, 2006 (Autor & SF Herausgeber)

„Knapp, flott, erfrischend und wortgewaltig. Darauf habe ich wie auf einen Bissen Brot in der Zelle gewartet; endlich ein Storyband von ihm! Hebben bläst wie ein frischer Wind durch die deutschsprachige Science Fiction. Man kippt sofort rein.“
Andreas Gruber (Autor)

„Die Zukunft der deutschen Science Fiction heißt Frank Hebben.“
Michael. K. Iwoleit (Autor & Übersetzer)

Die kraftvollen Geschichten Frank Hebbens loten in dramatischen Plots entsetzliche zukünftige Entwicklungen aus, die leider nicht ganz und gar unmöglich sind, und denen man überdies eine gewisse Plausibiliät zubilligen muss. Bei der Lektüre wird einem echt bange! Hier reift ein echtes SF-Talent heran.
Franz Rottensteiner (SF-Herausgeber)

Über den Autor

Frank Hebben, 1975 geboren in Neuss, ist Werbetexter und Student der Germanistik/Philosophie. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Céline geht zum Schwarzmarkt und verkauft Erinnerungen. Schlechte bringen mehr Geld als gute und sie hat 0viel Schlimmes erlebt. Doch dann erkennt ein Kunde den Mörder ihrer Mutter. Céline tickt aus und will nur noch Rache üben.
Mit dieser Geschichte beginnt Frank Hebben seine Sammlung mit insgesamt 13 Kurzgeschichten. Der Leser weiß sofort, was ihn erwartet: Düstere Zukunftsvisionen und Cyberpunk-Szenarien, die nicht selten schwer zu verarbeiten sind. Frank Hebbens Menschen dringen in Netzwerke wie auch in das Gedächtnis anderer ein und graben sich durch sie wie Würmer. Die Welt ist fremdartig, endzeitlich und sehr von Pessimismus bestimmt. Man liest von geklonten organischen Computern, am Schwarzmarkt gekauft und mit ungeahnten Nebenwirkungen; man liest von Göttern, die sich im Cybernetz aufmachen, um ihren Vater zu stürzen; man liest von Künstlern in einer von Pragmatismus bestimmten Welt und von Hebbens Version eines modernen Frankenstein.

Diese Sammlung vereinigt die Geschichten von Frank Hebben, die in den letzten drei Jahren in der c`t, in diversen NOVA-Ausgaben sowie in den beiden Anthologien "SFX" und "Tabula Rasa" aus dem Wurdack Verlag erschienen sind. Doch die Sammlung bietet mit den Geschichten "Exodus 1906 AD", "Imperium Germanicum" und "Gelée Royale" auch drei neue Geschichten, die mit diesem Band zum ersten Mal verlegt wurden.

Frank Hebbens Visionen sind düster und nur schwer zu greifen. Vieles ist kryptisch, verschlüsselt und grenzt den Leser aus, der versucht zu erfassen, was die Erzählung des Autors bedeuten mag. Dann wiederum schreibt Frank Hebben sehr poetisch seine Helden werden Künstler, die ihre eigene Kunstform haben und in ihrer Welt zu bestehen versuchen. Dies erzeugt eine gewisse Dualität zum Rationalismus der Cyberpunk-Geschichten und verleiht der Sammlung ganz eigenen Charme. Ganz ohne Zweifel: Diese Sammlung ist etwas Besonderes. Die düsteren Zukunftsvisionen und der zeitweise poetische Schreibstil haben etwas geschaffen, was seinesgleichen sucht. Für Fans von Cyberpunk-Geschichten ist diese Sammlung ein unbedingtes Muss. Für alle anderen Freunde des Science-Fiction-Genres ist sie interessant, aber man sollte Gefallen an solchen Geschichten finden. Manches war mir persönlich zu abgehoben, zu abstrakt, aber das ist reine Geschmackssache. Zumindest kann ich sagen, dass Frank Hebben sein Handwerk bestens versteht und sehr gut seine Gedanken zu Papier bringt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
"Prothesengötter" ist eine Sammlung teils neuer, teils vorher verstreut erschienener Erzählungen - kein Wunder also, wenn die Texte von Machart und Tonlage stark variieren. Immer aber sind sie kompetent und sprachgewaltig erzählt, und sie verschwenden kein Wort darauf, irgendwelche Technologien zu beschreiben oder die Funktion der vorkommenden phantastischen Mechanismen erklären zu wollen. Sowas ist ja auch langweilig.

Hebben interessieren stattdessen die Menschen, die in einer finsteren und unverständlichen Welt leben müssen. Insofern handeln diese Geschichten nicht in der Zukunft - eher in einer verdrehten, abgedunkelten und zugespitzten Version unserer eigenen Welt.

Gleich die erste Geschichte "Memories" gibt dem Begriff Beichte eine völlig neue Bedeutung... und das Mädchen, das hier beichtet, ist seine Last am Ende wirklich losgeworden, auf eine sehr direkte Art. Hebben setzt die Story mit "Im Labyrinth der Neonrose" fort, als wäre er auf dem Weg zum Episodenroman. Denkste. Danach kommt "Gelée royale", strotzend von eindringlichen Bildern, apokalpytisch ausweglos, ehe dann doch ein winziger Hoffnungsstrahl aufglimmt, nachdem der Leser schon glaubte, alles Menschliche sei zertreten worden. "Der Wühler" wiederum könnte aus demselben Universum stammen, das Cordwainer Smith erdachte (Instrumentalität der Menschheit.).

Ehe wir weiter Text für Text durchgehen, sei auf den Höhepunkt des Bandes verwiesen: "Amethyst". Eine von den Geschichten, die man gleich zweimal hintereinander liest, die zwei ineinander verbissene Schicksale schildert, ehe sie in einem grausigen - und folgerichtigen - Finale endet.

Dann gibt's da noch eine Erzählung über die schwierige Lage von mythologisch/technischen Monstern, die als fernes Echo von Menschsein durch ein lebensfeindliches Labyrinth irren (der Titel besteht aus einem griechischen Buchstaben, den ich auf der Tastatur nicht finden kann). Und eine Story, in der die Maschinen die kriegsversessenen Menschen des Planeten Erde verweisen, und eine sehr - sehr! - kryptische Erzählung über den ersten Weltkrieg.

Alles beeindruckend, ohne Atempause erzählt, eher ein Aufschrei und eine Ohrfeige als das raunende Beschwören des Imperativs. Nichts für Blümchenzähler und Bauchnabelpopler; dies ist Lektüre für Leute, die sich alle paar Seiten auf eine immer neue Kanonade starker Bilder freuen können.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von R.v.W.
Format:Broschiert
Science-Fiction ist für mich eigentlich eher ein Feld, dem ich mich mit einem Augenzwinkern nähere. Oftmals übertrieben und aus der Luft gegriffen, werden nicht selten dieselben Visionen einer sterilen Welt mit sensationeller High-Tech als Zukunft gezeichnet (Bsp: nicht ganz so tolle Filme wie "Demolition Man"), die zwar interessante Ansätze bieten, selten aber wirklich "neues". Filme wie "I, Robot" oder "Starship Troopers" bieten hier einen viel interessanteren Blick auf philosophische Themen bzw. auf Gesellschaftssysteme der Zukunft.
Doch nun zur Literatur.
Definitiv spektakulär ist Frank Hebbens "Prothesengötter". Ein Band voll von Kurzgeschichten führt ein in eine Zukunft, die von katastrophalen Zuständen berichtet. Die Ausbeutung des Menschen als rein steuernder Arm für Maschinen, schreckliche hygienische Zustände, Verstümmelung von Menschen damit sie besser arbeiten können - all dies ist Teil der Kurzgeschichten.
Oftmals erinnern die Geschichten an den überwundenen Taylorismus des frühen 20. Jahrhunderts, der aber - nur in verschärfter Form - hier wieder im wahrsten Sinne des Wortes tobt. Was mich an diesem Roman ebenfalls fasziniert hat, war die Tatsache, dass die Geschichten nicht in den USA spielen, sondern überwiegend in Deutschland an mehr oder weniger bekannten Schauplätzen wie z.B. im Ruhrgebiet.
Unmenschlichkeit, Apathie, Ausbeutung, Cyberpunk (spielt bei Hebbens Geschichten hier eine sehr große Rolle!) - nur ein paar Schlagworte, die beschreiben sollen, in was für eine Welt Frank Hebben den Leser einführt. Die Zukunft als ganz und gar kein schöner oder lebenswerter Ort, als düster und brutal. Gleichzeitig aber schafft Hebben es, den Leser durch einen grandiosen Schreibstil so in den Bann zu ziehen, dass man das Buch gar nicht erst weglegen möchte. Die Kurzgeschichten bieten aber zugleich auch die Möglichkeit, aus dem Finstren nach teilweise 20, teilweise 40 oder etwas mehr Seiten wieder zu entfliehen und darüber zu reflektieren, was man gerade "erfahren" hat. Dabei langweilt Hebben nicht etwa mit standardisierten Sci-Fi Visionen, sondern führt Charaktere und deren Instrumente ein, von denen man sich nicht so ohne Weiteres wieder lösen kann. Er erzählt Geschichten, die durch seine Erzählweise hervorragend vorstellbar sind, obwohl zum Teil unvorstellbare Geschehnisse dargestellt werden.
Da "Prothesengötter" (etwas merkwürdiger Titel, doch er wird sich nach der Lektüre wunderbar von selbst erklären) eine Sammlung von Geschichten ist, die trotz ihrer Zukunftsbezogenheit auch immer eine Reflektion auf unsere heutige Zeit zulassen, ist dies mehr als nur ein Sci-Fi Roman. Es ist ein sehr zu empfehlendes Buch über eine mögliche dunkle Zukunft, über unsere heutige Zeit (Parallelen!) und regte mich zumindest sehr zum Nachdenken an.
Für mich ein MUSS für jeden, der sich nicht nur für Sci-Fi, sondern auch für unsere Gesellschaft interessiert und wie sie im schlimmsten Falle werden könnte.
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